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Stefan Lövgren war lange Kapitän beim THW und der schwedischen Nationalmannschaft © getty

Stefan Lövgren streift sich im Rahmen seines Abschiedsspiels letztmals das Trikot des THW über. Viele Stars werden dabei sein.

Von Felix Götz

München - Innerhalb von wenigen Stunden waren die 10.250 Tickets für die Sparkassen-Arena in Kiel ausverkauft.

Dabei steht am Samstag nicht etwa ein Champions-League-Finale auf dem Programm, sondern "nur" ein Abschiedsspiel.

Weniger bedeutend ist die Partie, in der Stefan Lövgren letztmals das Trikot der "Zebras" überstreifen wird, deshalb aber noch lange nicht.

Fans und Klub wissen natürlich ganz genau, was sie dem Schweden "Löwe", der zehn Jahre lang für den deutschen Rekordmeister auflief, und der zum Ende der vergangenen Saison seine Karriere beendet hat, zu verdanken haben.

"Die Knochen tun weh"

"So einen Kapitän werden wir nie wieder haben. Er ist menschlich und sportlich ein absolutes Vorbild", war sich der langjährige THW-Coach Noka Serdarusic bereits vor einigen Jahren der Lücke bewusst, die Lövgren einmal hinterlassen würde.

Aber die biologische Uhr tickt eben unerbittlich und schreckt auch nicht vor einer Legende zurück.

"Es ist jetzt Zeit, die Knochen tun weh, das merkt man", erklärte der 38-Jährige seine Entscheidung aufzuhören.

Gebührender Abschied

Die Kieler ließen den Rückraumspieler schweren Herzens ziehen und beschlossen umgehend, Lövgren einen gebührenden Abschied zu bereiten.

"Es wird ein unvergessliches Erlebnis. Es wird viele Überraschungen geben, verraten wird aber nichts", kündigte THW-Geschäftsführerin Sabine Holdorf-Schust gegenüber den "Kieler Nachrichten" an.

Der Auflauf von Stars zum Abschiedsspiel des 268-maligen schwedischen Nationalspielers ist derart groß, dass Lövgren sogar vier Teams zusammengestellt hat.

Viele alte Bekannte

Zwei Mannschaften werden aus aktuellen Spielern bestehen, zwei weitere aus "Oldies" - allesamt Freunde oder ehemalige Weggefährten des Vorbilds von Nikola Karabatic, der natürlich auch dabei sein wird.

Magnus Wislander, Staffan Olsson und Stefan Kretzschmar 136878(DIASHOW: Der alte Schwede geht nicht allein) haben zudem beispielsweise noch zugesagt, um nur ein paar Namen zu nennen.

Eine ganz große Sause unter dem Motto "Hej da, Löwe" soll es werden. Und um der glanzvollen Karriere von Lövgren gerecht zu werden, muss der Abschied auch außergewöhnlich ausfallen.

Atemberaubende Titelsammlung

Sieben Mal Deutscher Meister, vier Mal Deutscher Pokalsieger, Champions-League-Sieger, zwei Mal EHF-Pokal-Sieger, Weltmeister, vier Mal Europameister, zwei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen und fünf Mal schwedischer Meister - so liest sich die atemberaubende Titelsammlung des ehemaligen Niederwürzbachers.

Nach seinem letzten Auftritt in Kiel möchte es Lövgren aber endlich etwas ruhiger angehen lassen. Wehmut kommt bei ihm kaum auf.

"Ich war elf Jahre Profi in Deutschland, vorher in Schweden. Jeden Abend Training, jedes Wochenende ein Spiel - ich möchte wissen, wie das ist, mit der Familie ein normales Leben zu führen", sagte der dreimalige schwedische "Handballer der Saison".

Zurück nach Schweden

In seinem Haus in der Nähe von Göteborg genießt der gelernte Kaufmann für Bürokommunikation seit dem Ende der vergangenen Saison das Leben mit seiner Frau und seinen beiden Kindern.

Und ein Stück weit ist er seinem Sport erhalten geblieben, in dem er an einer Schule Handball-Unterricht gibt.

Bleibt zu wünschen, dass er abseits der Platte eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben kann - "Hej da, Löwe".

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