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Das Duo Lemme/Ullrich leitete bei den Olympischen Spielen das Finale © imago

Die wegen Bestechlichkeit beschuldigten Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich dürfen bereits Mitte Dezember wieder pfeifen.

München - Formalverstoß statt Manipulationsvorwurf: In der Affäre um die deutschen Top-Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich hat es der Deutsche Handball-Bund (DHB) bei einem milden Urteil belassen.

Nach der Fünfjahressperre durch die Europäische Handball-Föderation (EHF) sprach der nationale Verband gegen die Magdeburger lediglich eine "befristete Nichtansetzung" von rückwirkend neun Monaten aus, die bereits Mitte Dezember ausläuft.

Hintergrund der Suspendierung, die seit dem 16. März gilt, sind die Vorfälle um das Finalrückspiel im Europapokal der Pokalsieger zwischen Medwedi Moskau und BM Valladolid am 29. April 2006.

Damals hatten russische Zollbeamte am Moskauer Flughafen 50.000 Dollar Bargeld in Ullrichs Gepäck gefunden.

Einstimmiger Beschluss

Der Beschluss von DHB-Präsidium und -Schiedsrichterausschuss stützt sich auf die Nichtmeldung des Sachverhalts, die dem Duo auch von der EHF vorgehalten wird.

Demnach sei beiden Schiedsrichtern "ausschließlich die Nichtmeldung des Bestechungsversuchs anzulasten", heißt es in der Urteilsbegründung der DHB-Gremien.

Dagegen gebe die Leitung des besagten Spiels keinerlei Anlass zu Beanstandungen. Dies habe eine Videoanalyse der Partie durch eine unabhängige Expertenkommission ergeben.

"Alle Mitglieder der beiden Gremien sind übereinstimmend der Meinung, dass für einen bloßen Formalverstoß, nämlich einen Bestechungsversuch nicht gemeldet zu haben, eine befristete Nichtansetzung von neun Monaten eine ausreichende Bestrafung darstellt", sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach.

Abgelehnter Bestechungsversuch

Lemme/Ullrich bestreiten jegliche Manipulation und geben an, reingelegt worden zu sein. Lemme erklärte zudem, vor dem Spiel von einem ihm bekannten Russen angesprochen worden zu sein.

Dessen Angebot, das Finale zu manipulieren, habe er aber abgelehnt.

Valladolid hatte damals die erste Partie vor eigenem Publikum mit sieben Toren Vorsprung gewonnen, in Russland jedoch mit acht Toren Differenz verloren.

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