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Daniel Narcisse wechselte 2007 vom VfL Gummersbach nach Chambery © imago

Die Badener kapitulieren: Trotz wirtschaftlichen Gleichstands habe Kiel Daniel Narcisse mehr zu bieten - auch im Privaten.

Von Michael Spandern

München - Das Tauziehen um Daniel Narcisse steht vor dem Ende.

"Ich will so schnell wie möglich nach Kiel wechseln", sagte der französische Nationalspieler der Nachrichtenagentur "dpa". "Das ist jetzt nur noch eine Sache zwischen den Vereinen und den Managern."

Chambery HB, nach dem Rückzug des Hauptsponsors finanziell in der Klemme, soll bereit sein, das Rückraum-Ass für 1,5 Millionen Euro Ablöse ziehen zu lassen.

Auch Privates spricht für Kiel

Die Rhein-Neckar Löwen haben sich bereits aus dem Poker verabschiedet. "Daniel hat uns abgesagt. Er möchte nach Kiel gehen, und dafür habe ich Verständnis", sagt Manager Thorsten Storm den "Kieler Nachrichten".

Zwar hätten die Badener 1,3 Millionen für den 29-Jährigen geboten und lägen mit dem THW Kiel wirtschaftlich gleichauf. Dennoch habe der Rekordmeister mehr zu bieten.

"Kiel ist für viele Spieler ein Mythos und hat bisher fast alle Titel gewonnen. Beides müssen wir erst noch erreichen", erkennt Storm an. Zudem sei Narcisse mit Kiels französischem Keeper Thierry Omeyer befreundet - auch die Ehefrauen mögen einander.

"Kiel zahlt die gleichen Preise"

Storm ahnt, dass ein Narcisse-Wechsel sich auf die Kräfteverhältnisse in der Bundesliga auswirkt: "So ein Spieler bedeutet einen Quantensprung. Mit ihm würde Kiel den alten Abstand zur Konkurrenz wieder herstellen."

In der Vorsaison setzte sich der THW mit 15 Punkten Vorsprung vor dem HSV Hamburg durch, die Löwen (15 Punkte zurück) sahen den Meister ebenfalls nur durch das Fernglas.

Narcisse, noch bis 2013 bei Chambery unter Vertrag, hätte bei den Badenern dem Vernehmen nach ein Monatsgehalt von 32.000 Euro gewunken. "Kiel zahlt die gleichen Preise", behauptet Storm.

Derad: Verstärkung nicht zwingend nötig

THW-Geschäftsführer Uli Derad dementiert: "Diese Zahlen sind ein Wahnsinn und passen auch nicht in die aktuelle wirtschaftliche Lage."

Sollte der französische Meister von 2001 tatsächlich 1,5 Millionen fordern, sei der Narcisse-Kauf vom Tisch. Zumal eine weitere Verstärkung kein Muss sei, "und wir sind schon gar nicht bereit, jeden Preis zu bezahlen", erklärt Derad.

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