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Marcus Ahlm soll als neuer Kapitän der verlängerte Arm Alfred Gislasons sein © getty

Allein der Sport soll in der neuen Saison an der Förde für Schlagzeilen sorgen. Alle Sponsoren sind an Bord, einer neuer Star kommt.

Kiel - Im Jahr eins nach Uwe Schwenker will Rekordmeister THW Kiel nur noch Titel und Triumphe sprechen lassen.

Stand die völlig ungefährdete Meisterschaft der vergangenen Spielzeit deutlich im Schatten der Diskussionen um mögliche Manipulationen und Schiedsrichterbestechung, soll diese Saison an der Förde allein der Sport für Schlagzeilen sorgen.

"Wir wollen um alle Titel mitspielen", sagte Trainer Alfred Gislason bei der Pressekonferenz vor dem Auftakt in der kommenden Woche mit dem Supercup gegen den HSV Hamburg am Dienstag in Nürnberg (LIVE im DSF) und dem ersten Ligaspiel bei MT Melsungen vier Tage später.

In seinem zweiten Amtsjahr ist Gislason fast schon eine echte Konstante in Kiel.

Derad der neue Macher

Auf dem Podium im Hause des Hauptsponsors wurde der Umbruch beim Klub auf den ersten Blick sichtbar:

Statt des über die vermeintliche Manipulationsaffäre gestolperten Medienmannes Schwenker sowie des langjährigen Kapitäns und Spielmachers Stefan Lövgren saßen dort der wesentlich zurückhaltendere neue Manager Uli Derad und Lövgrens Nachfolger Marcus Ahlm.

Auch im Hintergrund sind die Strukturen um den neuen Aufsichtsrat verändert worden - und alle wollen mit norddeutscher Gelassenheit zu großen Zielen.

Narcisse am Mittwoch erwartet

Dabei hat sich vor allem Derad im Jonglieren mit dem 7, 5-Millionen-Etat schon verdient gemacht: Am Mittwoch noch wurde in Kiel Weltklassemann Daniel Narcisse erwartet, der nach langem Tauziehen beim THW unterschreiben soll.

"Uli Derad hat bei den Verhandlungen professionell gearbeitet und mit unglaublicher Geduld den Transfer möglich gemacht", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Hinrich Vater und betonte eigens, dass Schwenker bei dem Wechsel keinerlei Rolle gespielt habe.

Der frühere Dormagener Derad will seine eigenen Fußspuren in Kiel hinterlassen, auch wenn er zugeben musste: "Ich hatte schon viel gehört aus Kiel und die unglaubliche Begeisterung hier. Das selbst zu erleben, war stressig, aber macht auch unglaublich viel Spaß."

"Mannschaft so stark wie im vergangenen Jahr"

Gislason sieht den HSV Hamburg, die Rhein-Neckar Löwen und den TBV Lemgo als größte Konkurrenten um die Meisterschaft.

Zwar hat er Welthandballer Nikola Karabatic und Vid Kavticnik sowie Lövgren verloren, doch in Narcisse sowie Momir Ilic, Christian Sprenger und den jungen Isländer Aron Palmarsson auch keine ganz schlechten Leute dazubekommen.

"Die Mannschaft ist genauso stark wie im vergangenen Jahr", sagt Gislason. Damals sprangen trotz aller Unwägbarkeiten Meisterschaft, Pokalsieg und die Final-Teilnahme in der Champions League heraus.

Alle Sponsoren an Bord

Finanzielle Konsequenzen hatten die Negativschlagzeilen bislang nicht. "Kein Sponsor ist abgesprungen", sagte der für Finanzen zuständige Aufsichtsrat Götz Bormann.

Und vor den Geistern der Vergangenheit haben sie beim THW auch keine Angst.

Man habe sich in den vergangenen zwei Monaten einen guten wirtschaftlichen Überblick verschafft, erklärte Klaus-Hinrich Vater: "Wir sind auf keine bösen Überraschungen gestoßen, die GmbH wurde solide geführt."

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