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Christian Zeitz (l.) und der THW Kiel sind auch diese Saison der gejagte Branchen-Primus © getty

In der neuen Saison soll vieles besser werden. Im Kampf um den Titel sind laut Liga-Chef Bohmann vier Teams ernst zu nehmen.

München - Millionenschwere Stars und ein Meisterkrimi bis zum Schluss:

Nach einem Krisenjahr hofft die Bundesliga auf neuen Glanz in ihrer 44. Saison.

Die Experten von Bundestrainer Heiner Brand bis zu Liga-Chef Frank Bohmann erwarten nach dem Durchmarsch des THW Kiel im vergangenen Jahr mindestens einen Zweikampf um den Titel.

Der Herausforderer ist, wie schon im Vorjahr, der HSV Hamburg.

"Hamburg ist top besetzt und sicher auf einer Ebene mit Kiel. Ich erwarte ein offenes Rennen", sagte Heiner Brand im Sport1.de-Interview zur neuen Saison.

Bohmann glaubt an einen Vierkampf

HBL-Geschäftsführer Bohmann glaubt: "Es gibt vier Klubs die deutscher Meister werden können. Das sind der THW Kiel, Hamburg, die Rhein-Neckar Löwen und der TBV Lemgo. Alle anderen wären Überraschungen."

Mit im Handball bislang unbekannten Ablösesummen von teilweise mehr als einer Million Euro haben Kiel mit Daniel Narcisse, Hamburg mit Igor Vori und Domagoj Duvnjak oder die Löwen mit Olafur Stefansson der Liga hochkarätige Stars beschert. (SERVICE: Alle Transfers in der Übersicht)

So bleibt die nach eigenen Angaben stärkste Liga der Welt auch nach dem Abgang von Welthandballer Nikola Karabatic aus Kiel eine international beliebte Anlaufstelle.

Zuschauerrekord soll geknackt werden

Allerdings ist der Ausländeranteil zuletzt leicht zurückgegangen: Im vergangenen Jahr kamen 46,22 Prozent aller Spieler nicht aus Deutschland, in den beiden Vorjahren waren es jeweils mehr als 49 Prozent.

Eine andere Marke soll hingegen gesteigert werden: Der Zuschauerrekord von 1,49 Millionen Fans in den Hallen aus der Saison 2007/2008 wurde im vergangenen Jahr mit 1,47 Millionen knapp verpasst.

Zweiklassensystem in der Bundesliga

Doch ungeachtet der Ligagiganten Kiel und Hamburg, die mit Etats von je 7,5 Millionen Euro ordentlich klotzen, kämpft die HBL weiter mit finanziellen Problemen. Im klammen Flensburg verzichten die Spieler in dieser Saison auf 15 Prozent ihrer Gehälter, beim VfL Gummersbach wird Ähnliches verhandelt.

Vereine wie die Aufsteiger TSV Hannover-Burgdorf und HSG Düsseldorf oder die HBW Balingen-Weilstetten und TSV Dormagen sind selbst von den Bereichen dieses Duos noch weit entfernt und im "Klassensystem" Bundesliga sportlich wie finanziell ganz unten einzuordnen.

Was andere als Ablöse zahlen, ist hier fast der Etat einer ganzen Mannschaft.

Ordentliche "Medialleistung" für die Liga

Das Fernsehen ist der Liga auch in diesem Jahr treu. Gleich das erste Spiel der neuen Saison zwischen der SG Flensburg-Handewitt und Frisch Auf Göppingen läuft am Mittwoch live im DSF.

1,2 Millionen zuzüglich "Medialleistungen" von 600.000 Euro pro Saison zahlen die Münchner unter anderem für 91 Live-Spiele. Hinzu kommen nach dem Auslaufen der "Liga1-Sportschau" in den Dritten Programmen zwei Magazin-Formate.

Kampf gegen Doping und Manipulation

Möglichen Manipulationen - das beherrschende Thema der vergangenen Saison - wollen Bundesliga und der zuständige Deutsche Handball-Bund (DHB) vor allem durch kurzfristige Ansetzungen der Schiedsrichterduos entgegenwirken.

Die Klubs sollen somit keine Möglichkeit haben, auf die Unparteiischen einzuwirken.

Auch in Sachen Dopingbekämpfung investiert die HBL: Die Liga hat einen Individualvertrag mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) abgeschlossen und die Kontrollen damit in deren Hände gelegt.

"Wir werden unseren Etat für Dopingproben in den kommenden Jahren jedes Jahr um 50 Prozent erhöhen. Wir haben in der vergangenen Saison rund 30.000 Euro ausgegeben, jetzt geben wir 45.000 aus", sagt Frank Bohmann.

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