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Stefan Lövgren (l.) hat 268 Länderspiele für Schweden auf dem Buckel © getty

Die Kieler jubeln nach dem Schlager gegen die Löwen über ihren Beinahe-Rekordmann und den Ausrutscher eines Titelrivalen.

München - Eine Tor-Gala von Kapitän Stefan Lövgren und ein Ausrutscher des Nordrivalen HSV Handball haben Meister THW Kiel zum großen Gewinner des 4. Spieltages in der Bundesliga gemacht.

Der Rekordchampion siegte in einem hochklassigen Spitzenspiel bei den Rhein-Neckar Löwen dank 18 Treffern von Lövgren 42:40 (23:21) und hat mit 7:1 Punkten den Anschluss an die Tabellenspitze endgültig hergestellt.

Hamburg unterlag bei Aufsteiger TSV Dormagen 27:28 (15:15) und kassierte die ersten Verlustpunkte der Saison.

Göppingen an der Spitze

Vizemeister SG Flensburg-Handewitt löste die Pflichtaufgabe beim MT Melsungen mit 38:32 (19:15) souverän und verbesserte sich mit der makellosen Bilanz von 8:0 Zählern auf Platz zwei.

Altmeister FA Göppingen (8:0) übernahm unterdessen die Tabellenführung nach einem 26:21 (10:7) bei der HSG Wetzlar dank des besseren Torverhältnisses gegenüber Flensburg.

Lauter Superlative

Beim Top-Duell vor 9500 Zuschauern in Mannheim war Lövgren nicht zu bremsen. "Es gibt Tage, da läuft alles. So einen Tag habe ich erwischt", sagte der Schwede, der acht Siebenmeter verwandelte.

Der 37-Jährige verpasste den Ligarekord des Polen Jerzy Klempel (Göppingen) vom 4. Juni 1983 nur um ein Tor und bekam für seine glanzvolle Vorstellung ein Sonderlob seines Managers Uwe Schwenker: "Dafür gibt es nur Superlative. Das war unglaublich, grandios, genial."

Torhüter unter Beschuss

Während beim THW die Freude über einen "Big point" (Schwenker) riesig war, herrschte Frust bei den Löwen.

Trainer Juri Schewzow war besonders auf seine Torhüter Henning Fritz und Slawomir Szmal nicht gut zu sprechen. "Es war ein Spitzenspiel, das durch Kleinigkeiten entschieden wurde, besonders auf der Torhüterposition", meinte der Coach. Löwen-Geschäftsführer Thorsten Storm ergänzte: "Dieses Spiel ist klar über die Torwartleistung gegangen."

Weltmeister Fritz und Szmal wehrten nur jeweils sieben Bälle ab, bei den Kielern glänzte Andreas Palicka mit 17 Paraden. Der französische Olympiasieger Thierry Omeyer (7 Paraden) hatte ebenfalls nicht seinen besten Tag erwischt.

Dormagens zweiter Paukenschlag

Gleiches galt auch für den HSV, der bei Außenseiter Dormagen überraschend Federn ließ.

"Die linke Seite wusste nicht immer, was die rechte Seite macht. Diese Niederlage tut weh", sagte ein enttäuschter HSV-Trainer Martin Schwalb. Mit Außnahme von Kreisläufer Bertrand Gille (5 Tore) erreichte kein Spieler der Norddeutschen Normalform.

Dormagen überraschte nach dem Punktgewinn zum Saisonauftakt in Kiel zum zweiten Mal einen Topfavoriten.

Stralsund noch nicht angekommen

Nicht überraschen ließ sich Ex-Meister Flensburg. "Die Konzentration war von Beginn an vorhanden. Mit der Leistung und dem Saisonstart bin ich zufrieden", meinte SG-Trainer Kent-Harry Andersson.

Zu einem lockeren 37:22 (18:11)-Erfolg kam die HSG Nordhorn beim weiterhin punktlosen Aufsteiger Stralsunder HV. Mit 6:2 Zählern hat Nordhorn den Anschluss an die Spitzengruppe geschafft.

Der VfL Gummersbach tat sich beim 29:26 (11:12) gegen HBW Balingen-Weilstetten schwer und liegt im Tabellenmittelfeld.

Der SC Magdeburg feierte beim 35:34 (17:19) gegen den TV Großwallstadt den dritten Sieg im vierten Spiel, während TuSEM Essen nach einem 30:37 (11:18) gegen die Füchse Berlin weiter auf den ersten Punktgewinn wartet.

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