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Oleg Velyky gab sein Debüt für Deutschland im Januar 2005 gegen die Schweiz © imago

Oleg Velyky kämpft unverzagt gegen den Hautkrebs, darf aber nicht spielen. Er hat Respekt vor der schweren Krankheit.

Hamburg - Die Fans des Handball-Bundesligisten HSV Hamburg lieben und verehren ihren Spieler mit der Nummer 10 auf dem Trikot.

Obwohl - oder gerade weil - er seiner Mannschaft beim Kampf um Punkte und Trophäen nur äußerst selten helfen kann. Seit Oleg Velyky Anfang 2008 nach Hamburg gekommen ist, hat er das blau-weiße Trikot nur ein paarmal getragen.

Unter anderem zwei Kreuzbandrisse hat der 31 Jahre alte Ex-Nationalspieler (59 Einsätze für die Ukraine, 38 mit 123 Toren für Deutschland) überstanden, aber eine Hautkrebserkrankung wirft ihn immer wieder zurück.

Nicht dabei in Großwallstadt

In der Vorbereitung auf die neue Serie war Velyky so eng bei der Mannschaft von Trainer Martin Schwalb wie eigentlich noch nie und trainierte intensiv für das Comeback. (Martin Schwalb im Sport1.de-Interview)

Körperlich ist er aber längst noch nicht wieder der Alte, und so ist an Training oder Spiele in diesen Tagen nicht zu denken.

Wenn der HSV am Sonntag beim TV Großwallstadt in die Saison startet (17.45 LIVESCORES und im DSF), ist Velyky jedenfalls nicht dabei. "Ich fühle mich okay", sagt er, "aber man darf nicht vergessen, dass es eine ernsthafte Krankheit ist."

Im Bewusstsein des Risikos

Hautkrebs sei eben "keine Grippe, bei der man Tabletten nimmt und nach zehn Tagen wieder gesund ist".

Als Sportler nimmt Velyky intensiver wahr, was in und mit seinem Körper geschieht, als andere Menschen. Und der Sport hilft ihm gemeinsam mit seiner Frau Kateryna und seinem Sohn Nikita - am meisten im Kampf gegen seine tückische Krankheit.

Ob und wann der Mann mit dem starken rechten Wurfarm und dem genialen Auge für seine Mitspieler in dieser Serie auflaufen kann, steht noch in den Sternen. "Es besteht immer das Risiko, dass die Krankheit wieder ausbricht", sagt Velyky.

Jedes Quartal eine große Untersuchung

Im September 2003 war bei dem gebürtigen Ukrainer, der beim HSV Hamburg noch bis 2011 unter Vertrag steht, ein malignes Melanom diagnostiziert worden.

Nach einer langen Therapie bestätigte Velyky im März 2008 den erneuten Ausbruch der Krankheit. Derzeit unterzieht sich der Rückraumstar, in der Bundesliga auch schon für

TuSEM Essen und die Rhein-Neckar Löwen aktiv, alle drei Monate einer großen Untersuchung, um den Krebs unter Kontrolle zu halten.

"Wenn ich zwischendurch bemerke, dass etwas nicht stimmt, nehme ich sofort Kontakt zu den Ärzten auf", sagt er.

Gegenseitig eine Stütze

In Hamburg geben sie ihm alle Zeit der Welt.

"Oleg zeigt, was es bedeutet zu kämpfen", sagt Hamburgs sportlicher Leiter Christian Fitzek: "Er war und ist ein fester Bestandteil der Mannschaft, die seinen Zustand mit ihm zusammen lebt."

Fitzek gibt offen zu, dass er nach dem erneuten Ausbruch der Krankheit skeptisch war, was die Beziehung zwischen dem 31-Jährigen und dem Team angeht: "Aber jetzt bin ich felsenfest davon überzeugt, dass Oleg für die Mannschaft und die Mannschaft für Oleg eine riesengroße Stütze ist."

Velyky will Titel feiern

In seiner Zeit beim HSV hat es bislang nur zu Kurzeinsätzen gereicht: Am 14. März stand Velyky nach den Chemotherapien mit kahlem Kopf gegen Rekordmeister THW Kiel erstmals vier Minuten lang für die Hamburger auf dem Feld, gefeiert von gut 13.000 Fans.

inige Wochen später erlebten die Zuschauer in der Hamburger Arena einen der emotionalsten Momente, als Velyky beim 34:21 über die MT Melsungen seine beiden ersten Treffer gelangen.

Für die neue Saison hat der Sportler Velyky eine klare Zielvorgabe: "Erfolgreicher sein als in der vergangenen Saison." Nach der deutschen Vizemeisterschaft für den HSV und dem Erreichen des Halbfinals im DHB-Pokal und in der Champions League kann das nur eines bedeuten: Titel sollen her.

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