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Filip Jicha war gegen Melsungen mit sechs Toren bester Werfer des THW © imago

Der THW überzeugt zum Auftakt gegen MT Melsungen vor allem spielerisch. Die anderen Titelkandidaten plagen Startschwierigkeiten.

München - Titelverteidiger THW Kiel hat gleich am ersten Spieltag meisterlichen Glanz verbreitet.

Fünf Tage nach der bitteren Niederlage im Supercup gegen den HSV Hamburg machte der THW zum Bundesliga-Auftakt beim MT Melsungen mit 35:25 (19:16) kurzen Prozess und überzeugte im Gegensatz zu den anderen Titelkandidaten auch spielerisch.

Die kräftig verstärkten Rhein-Neckar Löwen hatten beim 29:23 (15:14) gegen Aufsteiger TuS N-Lübbecke (Lübbecke erteilt Fans Hausverbot) teilweise noch Abstimmungsprobleme, und der hoch eingeschätzte TBV Lemgo erlebte auf internationalem Parkett gleich eine Bruchlandung.

Keine Chance mehr auf Königsklasse

Beim Wildcard-Turnier um die Teilnahme an der Champions League in Leon/Spanien verlor die Mannschaft von Trainer Markus Baur beim 27:28 (12:13) gegen den slowenischen Spitzenklub Celje Pivovarna Lasko auch das zweite Spiel.

Nach dem überraschenden 29:30 zum Auftakt gegen die Kadetten Schaffhausen hatten die Ostwestfalen schon vor dem dritten und letzten Spiel am Sonntag (18.00 Uhr) gegen Gastgeber Ademar Leon keine Chance mehr auf die Königsklasse und müssen in dieser Saison im EHF-Pokal antreten.

Baur enttäuscht

"Wir sind sehr, sehr enttäuscht. Wir wollten hier drei Spiele gewinnen und müssen uns einmal mehr an die eigene Nase fassen. Im Angriff haben wir viel zu viele leichte Fehler gemacht", sagte Baur, der in den Nationalspielern Michael Kraus und Sebastian Preiß (je 6) seine besten Werfer hatte.

Der finanziell angeschlagene VfL Gummersbach als EHF-Pokalsieger der vergangenen Saison startete mit einem 31:18 (14:11) über Aufsteiger HSG Düsseldorf in die Saison, muss aber noch mit einem Protest des Gegners leben.

Gummersbach reagiert gelassen

"Wir haben gegen die Wertung des Spiels Protest eingelegt, wir wollen geklärt sehen, dass der VfL die Gehälter der Spieler bezahlt und die Spielberechtigungen zu Recht bekommen hat."

"Da bitte ich um Verständnis, wir mussten so handeln", sagte Düsseldorfs Manager Frank Flatten.

Sein Gummersbacher Gegenüber Francois Xavier Houlet reagierte gelassen.

"Denke, der Protest wird abgeschmettert"

Er sieht in einem teilweisen Gehaltsverzicht, dem bis auf vier Spieler, mit denen noch verhandelt wird, bis Sonntag alle zugestimmt hatten, keine Angriffsfläche.

"Die Mannschaft hat gut auf die problematische Situation in der vergangenen Woche reagiert und sich schnell bereit erklärt, dem Verein in der kritischen finanziellen Lage zu helfen."

"Daher ist auch keine große Unruhe in der Mannschaft entstanden. Ich sehe dem Protest gelassen entgegen. Ich denke, der Protest wird abgeschmettert", sagte Houlet.

Narcisse und Ilic anfangs auf der Bank

Vollauf zufrieden war nur drei Tage vor dem Topduell gegen die Löwen am Dienstag Kiels Trainer Alfred Gislason:

"Kompliment an meine Mannschaft. Ich bin sehr erleichtert, nach der nicht so gelungenen Leistung gegen Hamburg ist unser Plan diesmal voll aufgegangen."

Gislason ließ in Rechtsaußen Christian Sprenger nur einen Neuzugang von Beginn an spielen. Die teuren Rückraumstars Daniel Narcisse und Momir Ilic kamen erst nach einer guten Viertelstunde.

Vor allem Olympiasieger und Weltmeister Narcisse überzeugte auf der Mittelposition. Bester Kieler Werfer war Filip Jicha (6).

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