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Ola Lindgren wurde mit Schweden zweimal Welt- und viermal Europameister © getty

Löwen-Trainer Ola Lindgren spricht im Interview mit Sport1.de über den Knaller beim THW Kiel und seinen neuen Regisseur.

Von Julian Meißner

München - Die Rhein-Neckar Löwen waren in der Vorbereitung auf ihre fünfte Bundesliga-Saison seit dem Wiederaufstieg 2005 wahrlich nicht mit Glück gesegnet.

Kaum war mit Gudjon Valur Sigurdsson der eine Mittelmann wieder fit, verletzte sich mit Grzegorz Tkaczyk der andere und fällt nun die komplette Hinrunde aus.

Kurzerhand verpflichtete der Klub unter der Führung von Manager Thorsten Storm den Isländer Snorri Gudjonsson als Alternative für die Spielmacherposition.

Im Interview mit Sport1.de spricht Trainer Ola Lindgren über die Rivalität der beiden Klubs, seine Marschroute gegen den Meister und das Saisonziel der Badener.

Sport1.de: Herr Lindgren, die Löwen sind mit einem Pflichtsieg über Lübbecke in die Liga gestartet. Wir waren Sie mit dem Auftakt zufrieden?

Ola Lindgren: Es ist natürlich immer wichtig, das erste Saisonspiel zu gewinnen. Gerade, weil die Ergebnisse der Testspiele in der Vorbereitung nicht so gut waren. Deswegen war auch ein bisschen Unsicherheit und Nervosität da. Aber wir haben die Aufgabe ganz gut gelöst.

Sport1.de: Wie haben sich die Neuen um Olafur Stefansson eingefügt?

Lindgren: Wir sind jetzt sieben Wochen zusammen, haben ein neues Konzept mit neuem Trainer und vielen neuen Spielern. Wir haben Qualität und Potenzial. Aber wir brauchen noch Zeit und sind als Mannschaft gewiss noch nicht fertig. Dieser Prozess hat erst begonnen. Aber wir machen jeden Tag im Training einen kleinen Schritt nach vorne.

Sport1.de: Nach der Verletzung von Grzegorz Tkaczyk haben Sie reagiert und auf die Schnelle Snorri Gudjonsson verpflichtet. Inwieweit wirft diese Situation die Mannschaft zurück?

Lindgren: Diese Verletzung hat uns natürlich hart getroffen. Wir hatten die ersten fünf Wochen der Vorbereitung mit Tkaczyk absolviert und dabei gute Fortschritte gemacht. Er war der einzige Spielmacher, weil Gudjon Valur Sigurdsson zu der Zeit verletzt war. Als er zurück kam, verletzte sich Grzegorz. Wir haben also viel Zeit verloren, das können wir nun nicht mehr ändern. Wir schauen aber nach vorn. Gudjonsson macht als Alternative für die Mitte einen guten Eindruck, ist sehr spielintelligent. Doch er hat erst einmal mit der Mannschaft trainiert, dann einmal gespielt und braucht noch seine Zeit.

Sport1.de: Auf Rechtsaußen haben Sie mit Patrick Groetzki einen Junioren-Weltmeister, aber er ist allein auf seiner Position. Wann holen Sie hier Verstärkung?

Lindgren: Wir beobachten den Markt. Auch Alexis Alvanos ist ja als Backup noch da. Wir warten noch ab und sehen mal, wie es läuft. Wir suchen eine langfristige Lösung, dafür haben wir noch etwas Zeit.

Sport1.de: Wie definieren Sie das Saisonziel?

Lindgren: Für mich sind Kiel und Hamburg klar die Top-Favoriten auf die Meisterschaft. Wir möchten unseren dritten Platz aus der letzten Saison bestätigen, das wird schwer genug. Lemgo, Flensburg und die anderen Mannschaften werden uns ordentlich Konkurrenz machen. Viel hängt im Saisonverlauf davon ab, ob sich die Leistungsträger verletzen. Und wir haben viele Spiele in der Champions League.

Sport1.de: Direkter gefragt: Können die Löwen um die Meisterschaft mitspielen?

Lindgren: Wir können jede Mannschaft schlagen, wenn es gut läuft. Aber Hamburg und Kiel haben die besser besetzten Kader. Möglich ist dennoch alles, wenn man einen Lauf bekommt. Es ist aber nicht unser direktes Ziel, Meister zu werden. Es wäre einen Riesenerfolg, wenn wir uns erneut für die Champions League qualifizieren.

Sport1.de: Mit Kielce steht dort seit Sonntag der letzte Vorrundengegner fest. Wie bewerten Sie Ihre Gruppe B?

Lindgren: Unsere Chancen auf das Weiterkommen sind sehr gut. Veszprem ist eine Top-Mannschaft, aber die anderen Gegner sind lösbare Aufgaben. Wir haben zum Glück kein deutsches Team und keine der spanischen Top-Mannschaften erwischt. Velenje und Chambery können wir sicherlich schlagen. Kielce hat sich gut verstärkt und Sarajevo ist ein unangenehmer Gegner. Man muss vor jedem Respekt haben.

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