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Daniel Stephan (l.) im Gespräch mit TBV-Nationalspieler Michael Kraus © imago

Bei Sport1 spricht Daniel Stephan über die Herausforderung im TV und Verein, über den Saisonverlauf und Überraschungen der Bundesliga.

Von Michael Schulz

München - Daniel Stephan war 1998 Welthandballer und beendete zehn Jahre später seiner Karriere.

Seit dieser Saison ist der 35-Jährige offiziell Sportlicher Leiter beim Bundesligisten TBV Lemgo.

Eine andere Aufgabe übt der einstigen Rückraumspieler seit Dienstag aus, als er die Partie des THW Kiel gegen den TV Großwallstadt im DSF co-kommentierte.

Bei Sport1.de spricht Stephan über die neue Herausforderung im Fernsehen und im Verein, aber auch über den bisherigen Saisonverlauf und die Überraschungen der Bundesliga.

Der Silbermedaillengewinner von Athen sagt zudem etwas zum schwachen Abschneiden der DHB-Auswahl in Peking.

Sport1: Kiels Stefan Lövgren ist beim 42:40-Sieg bei den Rhein-Neckar-Löwen mit 18 Treffern nur knapp am Liga-Rekord des Göppingers Jerzy Klempel (19) vom 4. Juni 1983 vorbeigeschrammt. Reizt es Sie, doch noch einmal selber aktiv zu werden?

Daniel Stephan: Sicher kribbelt es gerade am Anfang noch ein bisschen in den Händen und ich traue mir auch noch zu, mitzuhalten und mich durchzusetzen. Doch es war die richtige Entscheidung, aufzuhören; denn mein Körper hat nicht mehr so mitgespielt. Außerdem werde ich mich in den nächsten vier Wochen einer Operation unterziehen. Ich habe seit einem halben Jahr einen Leistenbruch.

Sport1: Sie sind nun Sportlicher Leiter in Lemgo. Fiel Ihnen die Umstellung schwer?

Stephan: Ein wenig, da ich mich ja zuvor weitgehend kaum um eine Ausbildung neben dem Handballsport gekümmert habe. Es war nicht einfach, den Schalter umzulegen, aber ich konnte mich schon ein halbes Jahr vorher in der Doppelfunktion als Spieler und Sportlicher Leiter einarbeiten.

Sport1: Gefällt Ihnen der Job?

Stephan: Ja, es macht mir Spaß und ich erfahre täglich neue Dinge. Ich bin ja noch nah an der Mannschaft, kümmere mich um interessante Dinge wie das Scouting und trainiere teilweise mit, um mir einen Eindruck vom Team zu verschaffen.

Sport1: Ihre Mannschaft TBV Lemgo ist mit drei Siegen in die Saison gestartet. Wie sind Sie mit den bisherigen Leistungen zufrieden?

Stephan: Wir haben ein umstrukturiertes Team und uns gerade in der Defensive gut verstärkt. Daniel Kubes ist ein absoluter Abwehrchef, durch dessen Qualität auch seine Mitspieler besser werden. Auch junge Spieler wie Martin Strobel stehen ihren Mann vorne wie hinten. Zudem haben wir gegen Wetzlar und Melsungen guten Handball gespielt.

Sport1: Am Mittwoch ist Ihr Team bei Meisterschafts-Anwärter Rhein-Neckar Löwen gefordert. Wie sehen Sie diese Partie?

Stephan: Das wird eine echte Bewährungsprobe, doch wir können befreit aufspielen. Die Löwen sind Favorit, wir werden selbstbewusst dagegenhalten und sehen, was wir holen können.

Sport1. Worauf müssen Ihre Spieler achten?

Stephan: Das A und O ist die Abwehr um einen starken Torhüter. Wenn wir dort gut aufgestellt sind, können wir den einen oder anderen Tempogegenstoß fahren. Im Spiel Sechs gegen Sechs sind wir im Gesamtpakt nicht stark genug, um zwei Punkte zu entführen.

Sport1: Vier Spieltage sind bisher in der neuen Saison absolviert. Wie ist Ihr bisheriger Eindruck von der Liga?

Stephan: Die Liga ist noch ausgeglichener und die Partie zwischen den Rhein-Neckar Löwen und Kiel war Wahnsinn und eine Demonstration von schnellem Handball.

Sport1: Wen sehen Sie vorne?

Stephan: Am Ende werden Kiel, Flensburg, die Löwen und Hamburg die ersten vier Positionen unter sich ausmachen, weil sie die stärksten Kader aufweisen. Wir haben uns den fünften Platz als Ziel gesetzt. Gummersbach, Nordhorn und Magdeburg sind unsere ärgsten Konkurrenten. Und sechs, sieben Teams werden um den Abstieg kämpfen.

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