In seiner Sport1-Kolumne erklärt Flo Kehrmann das Phänomen Göppingen und blickt auf das Top-Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Liebe Handball-Freunde,

das Mittwochs-Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen hat gemischte Gefühle bei uns hinterlassen.

Wenn man uns vorher erzählt hätte, dass wir 29:29 spielen und einen Punkt holen, wären wir zufrieden gewesen.

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Nichtsdestotrotz ärgert man sich am Ende, wenn man mit fünf Toren geführt und das Spiel eigentlich bestimmt hat.

Vielleicht hat bei uns die Kraft gefehlt, am Schluss noch so auf die Tube zu drücken wie in den ersten 45 Minuten.

Letztendlich konnten wir über den Punkt noch froh sein, wenn man bedenkt, dass wir am Ende immer wieder mit einem Tor hinten lagen.

Die Löwen haben nun am Samstag in Stuttgart das nächste Spitzenspiel: Gegen Frisch Auf Göppingen - die Mannschaft der Stunde mit vier Siegen aus vier Spielen.

Der Schlüssel zu der Göppinger Siegesserie lag im ersten Spiel gegen Gummersbach, wo Frisch Auf voll überzeugt und souverän gewonnen hat.

Die anderen drei Erfolge waren dann Pflichtaufgaben, die man erfüllt hat.

Göppingen hat einen guten Torhüter und eine stabile Deckung, die den Ball auch schnell nach vorne bringt. Und dort sind die Göppinger sehr diszipliniert.

Außerdem hat Pavel Horak - ein Mann, der schon in der vergangenen Saison in Ansätzen gezeigt hat, wie wichtig er sein kann - sich jetzt in einen Lauf gesteigert.

Vielleicht kommt es den Löwen aber zugute, dass sich mittlerweile eine Erwartungshaltung an die Göppinger entwickelt hat - und viele davon ausgehen, dass sie jetzt gewinnen.

Außerdem ist es womöglich ein kleiner Vorteil für die Gäste, dass das Spiel nicht in der Hohenstaufenhalle, sondern in der Porsche-Arena steigt - aber auch dort wird die Halle brennen.

Eine Mannschaft, für die es gerade gar nicht gut läuft, ist der HSV Hamburg: Die Niederlage bei Aufsteiger Dormagen ist bitter für ein Team, das angetreten ist, den THW Kiel vom Thron zu stoßen.

Die Hamburger leiden sicher noch etwas unter den Nachwirkungen von Peking. Wobei: Dieses Problem haben alle Teams - manche mehr, manche weniger.

Die größere Schwierigkeit der Hamburger ist wohl, dass Sie viele Neuzugänge noch richtig integrieren müssen.

Richtig schmerzhaft ist aber vor allem die Verletzung von Pascal Hens: Ein Leitwolf wie er ist eben nicht so leicht zu ersetzen.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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