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Rollentausch: Christian Schwarzer, hier mit Schewzow (r.), ist jetzt Chefcoach der Löwen © imago

Trainer Schewzow wurde bei den Rhein-Neckar Löwen suspendiert. Wird Serdarusic Nachfolger? Interimscoach Christian Schwarzer äußert sich bei Sport1.

Von Wolfgang Kleine

Mannheim - Am Donnerstag platzte bei den Rhein-Neckar Löwen die Bombe. Trainer Juri Schewzow bekam nach dem missglückten Saisonstart den Laufpass.

Und das vor dem Bundesliga-Hit beim bisher ungeschlagenen Konkurrenten Frisch Auf Göppingen (Samstag, 19 Uhr) in Stuttgart.

Bei den Löwen herrscht seitdem hektische Betriebsamkeit. Manager Thorsten Storm ist am Freitag in Dauergesprächen. Wer wird Nachfolger von Schewzow?

Toptrainer Noka Serdarusic, der beim Meister THW Kiel seinen Hut nehmen musste wäre frei. Doch der soll Storm bei einem privaten Gespräch vor sechs Wochen versichert haben, dass er eine Auszeit für die gesamte Saison braucht. Dazu sei er gesundheitlich angeschlagen.

Kein "Plan B"

Von den Löwen hieß es: Noka Serdarusic wird auf keinen Fall in dieser Saison noch Trainer. "Das ist definitiv", erklärte Löwen-Pressesprecherin Ute Krebs gegenüber Sport1.de.

Man habe beim Klub keinen Plan B, weil der Rauswurf von Schewzow kurzfristig und überraschend eingeleitet wurde.

Den Posten auf der Bank übernimmt Christian Schwarzer als Spielertrainer. Ihm soll ein Coach zur Seite gestellt werden. Der Weltmeister und Ex-Nationalspieler wird die Löwen damit auch schon gegen Göppingen betreuen.

Im Sport1.de-Interview erklärt Schwarzer, wann er von seinem neuen Job erfuhr, wie er die neue Situation persönlich sieht und welche Chancen seine Mannschaft unter seiner Führung im Spiel gegen Göppingen hat.

Sport1: Sie sind kurzfristig auf die Trainerbank der Rhein-Neckar Löwen gesetzt worden. Dort werden sie jetzt die Mannschaft speziell auf das Spiel gegen Göppingen vorbereiten. Wann haben sie erfahren, dass sie Spielertrainer sind?

Christian Schwarzer: Gestern Mittag hat man mir gesagt, dass etwas passieren muss. Also dass kurzfristig eine Lösung her muss. Und da war ich, weil im Moment nichts Adäquates auf dem Markt ist, anscheinend die einzige Lösung.

Sport1: Wann haben sie das genau erfahren?

Schwarzer: So zwischen 14 und 15 Uhr.

Sport1: Haben sie dann gleich Ja gesagt, oder haben sie erst gezögert?

Schwarzer: Eigentlich habe ich gehofft, dass man eine externe Lösung findet. Weil ich mich auf meine letzte Saison als Spieler freue. Darauf wollte ich mich voll und ganz konzentrieren. Ich bin nicht zu 100 Prozent glücklich mit der Entscheidung, aber ich wollte dem Verein da helfen. Ich will die Löwen nicht im Stich lassen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, es zu machen.

Sport1: Man sagt, dass man bei den Löwen keinen Plan B hatte. Was können sie jetzt machen? Fühlen sie sich der Rolle schon gewachsen, oder kann es Probleme geben?

Schwarzer: Ob es Probleme gibt, wird sich zeigen. Ich habe noch keinerlei Erfahrung als Trainer. Ich kann nur versuchen, die Mannschaft vom Kopf her so hinzubekommen, dass sie alles was war, vergessen kann. Und dass man jetzt positiv nach vorne denkt. Ein paar Kleinigkeiten werde ich vielleicht in Angriff und Abwehr umstellen. Aber in zwei Trainingseinheiten ist das natürlich so unvorbereitet auch sehr schwer.

Hier geht's zum 2. Teil des Interviews

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