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Rollentausch: Christian Schwarzer, hier mit Schewzow (r.), ist jetzt Chefcoach der Löwen © imago

Trainer Schewzow wurde bei den Rhein-Neckar Löwen suspendiert. Wird Serdarusic Nachfolger? Interimscoach Christian Schwarzer äußert sich bei Sport1.

Von Wolfgang Kleine

Mannheim - Am Donnerstag platzte bei den Rhein-Neckar Löwen die Bombe. Trainer Juri Schewzow bekam nach dem missglückten Saisonstart den Laufpass.

Den Posten auf der Bank übernimmt Christian Schwarzer als Spielertrainer. Ihm soll ein Coach zur Seite gestellt werden. Der Weltmeister und Ex-Nationalspieler wird die Löwen damit auch schon gegen Göppingen betreuen.

Im Sport1.de-Interview erklärt Schwarzer, wann er von seinem neuen Job erfuhr, wie er die neue Situation persönlich sieht und welche Chancen seine Mannschaft unter seiner Führung im Spiel gegen Göppingen hat. Teil 2:

Sport1: Es heißt, es hätte zwischen der Mannschaft und dem Trainer nicht mehr so ganz gestimmt. Können sie das bestätigen? War das auch ein Grund, warum man sich jetzt von Juri Schewzow getrennt hat?

Schwarzer: Nein, so gab es eigentlich keine Differenzen. Aber es brodelte ja schon in der vergangenen Saison, wo bei uns im Verein einige Leute mit der Arbeit nicht mehr zufrieden waren. Das hat sich dann durch die Teilnahme am Final Four in Hamburg, dem Europacup-Finale und der guten Rückrunde etwas gelegt. Aber jetzt war man einfach mit der Arbeit nicht mehr zufrieden. Deshalb ging jetzt alles ziemlich schnell.

Sport1: Wünschen Sie sich, dass sie bald durch einen anderen Trainer auf der Bank abgelöst werden, um ihre letzte Saison als Spieler zu genießen? Noka Serdarusic ist im Gespräch. Wäre er ein Trainer, der zu den Löwen passt?

Schwarzer: Das kann ich nicht sagen. Ich kenne Noka nur persönlich, aber nicht als Trainer. Ich glaube nur, dass er im Moment gar nicht möchte. Er hat gesundheitliche Probleme, die er zunächst in den Griff bekommen muss. Deshalb steht er als Trainer, meine ich, gar nicht zur Debatte. Sicherlich hätte ich mir gewünscht, dass da jetzt extern ein Trainer verfügbar gewesen wäre, der den Verantwortlichen im Klub zugesagt hätte. Aber das war jetzt in der kurzen Zeit nicht der Fall.

Sport1: Wen will man holen?

Schwarzer: Jetzt sucht man noch jemanden, der mich unterstützt. Und der im Bereich des Trainers auch Erfahrung hat. Denn ich kann nur auf meine Erfahrung als Spieler zurückgreifen. Ich muss jetzt einfach nach meinem Gefühl handeln und versuchen, das richtige zu machen.

Sport1: Wäre es eine Lösung für die Löwen, einen Trainer aus einem Verein herauszukaufen? So, wie es Kiel bei Gislason getan hat.

Schwarzer: Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Verein während der Saison einen Trainer freigibt. Diese Lösung sehe ich im Moment als nicht möglich an. Alles Weitere muss man abwarten. Es wurde eine Liste zusammengestellt und es ist jetzt Aufgabe der Verantwortlichen zu schauen, was am besten passt.

Sport1: Könnten sie sich eine Laufbahn als Trainer vorstellen?

Schwarzer: In der Bundesliga eigentlich nicht, weil mir vorschwebt, im nächsten Jahr den Posten des Jugendkoordinators beim DHB zu übernehmen. Also in den Trainerbereich will ich schon gerne, aber eben in der Jugend, weil mir die Arbeit mit denen sehr viel Spaß macht.

Sport1: Gibt's noch eine andere Möglichkeit?

Schwarzer: Auch bei den Rhein-Neckar Löwen haben wir jetzt ein Handball-Internat, wo Talente aus ganz Deutschland die Möglichkeit haben, unter professionellen Bedingungen zu trainieren. Da könnte ich mir ein Mitwirken vorstellen. Aber in der Bundesliga kann ich mir das nicht vorstellen, weil ich endlich mal aus diesem Tagesgeschäft heraus möchte.

Hier geht's zum 1. Teil des Interviews zurück

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