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Pascal Hens hat in 164 Länderspielen 488 Tore für Deutschland erzielt © imago

Pascal Hens ist zurück beim HSV Hamburg. Im Sport1.de-Interview spricht er über die EM-Absage und sein Comeback.

Von Julian Meißner

München - Seit Sonntag hat auch für Pascal Hens die neue Saison richtig begonnen.

Beim 34:23 (14:14)-Sieg der Hamburger feierte "Pommes" in der heimischen Color Line Arena sein Comeback nach langer Leidenszeit. Drei Monate hatte der Rückraumspieler nach einer Operation an der Achillessehne aussetzen müssen.

Nun tastet sich der 29-Jährige langsam an den aktiven Spielbetrieb heran. Auf die EM in Österreich verzichtet Hens, der sich schon im vergangenen Jahr bei den Olypischen Spielen in Peking schwer verletzt hatte, aber vorsorglich.

Im Interview mit Sport1.de spricht Hens über seinen "Arbeitsversuch" gegen Minden und die Chancen der Deutschen bei der EM.

Sport1.de: Herr Hens, Sie haben gegen Minden erstmals nach ihrer Verletzung wieder gespielt. Martin Schwalb sagte, es sei noch kein Comeback, sondern ein "Arbeitsversuch" gewesen. Was war es für Sie?

Pascal Hens Der Trainer hat schon Recht, es war ein erster Schritt. Natürlich war ich heiß darauf, endlich wieder mit der Mannschaft zu spielen, aber am wichtigsten für mich war dabei, dass ich keine Schmerzen hatte.

Sport1.de: Sie haben gleich wieder getroffen - was fühlt man, wenn die Halle dann so zum Jubel ansetzt?

Hens: Das war schon der Hammer, deshalb spiele ich Handball und wollte unbedingt vor dieser Kulisse auflaufen. Dann das Tor, und wie die Fans es gefeiert haben, war einfach nur geil.

Sport1.de: Wie lange wird es noch dauern, bis Sie wieder der Alte sind?

Hens: Ich bin gerade mal bei zwölf Prozent oder so, auf jeden Fall noch lange nicht völlig fit. Das wird auch noch dauern, und dafür werde ich mir Zeit nehmen.

Sport1.de: Hamburg hat sich top verstärkt mit Igor Vori und Domagoj Duvnjak. Ist der HSV dieses Jahr reif für einen großen Titel?

Hens: Soweit wollen wir noch nicht denken, wir konzentrieren uns als Team jetzt auf Lemgo und die zwei Punkte, die es dort zu holen gibt. Alles andere kommt später.

Sport1.de: Sie haben die EM abgesagt. Haben Sie lange mit sich ringen müssen oder spüren Sie nun sogar Erleichterung, dass das Thema geklärt ist?

Hens: Ich habe gesehen, dass es einfach keinen Sinn macht. Ich will nach der letzten Operation wieder richtig fit werden. Dazu nehme ich mir die Zeit, und dann greife ich auch in der Nationalmannschaft wieder an.

Sport1.de: Wie hat der Bundestrainer die Entscheidung aufgenommen?

Hens: Ich habe es ihm beim Spiel in Gummersbach gesagt, und er hat es voll verstanden. Wir sind beide der Meinung, dass es eine Rückkehr erst wirklich Sinn macht, wenn ich hundertprozentig fit bin.

Sport1.de: Wer kann Ihre Rolle einnehmen und was trauen Sie dem deutschen Team zu?

Hens: Lars Kaufmann hat die Rolle bei der Weltmeisterschaft im Januar ja auch schon übernehmen müssen, der ist es also gewohnt und brennt mit Sicherheit auch drauf, in Österreich Gas zu geben. Die Vorrunden-Gruppe ist schon ein echter Hammer, aber wenn das Team erst einmal in der Hauptrunde ist, ist auch alles möglich. Wir haben da ja einiges wieder gut zu machen.

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