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Niko Katsigiannis wechselte im Sommer von der HSG Nordhorn nach Minden © imago

Im Interview erklärt Mindens Torwart Nikolas Katsigiannis, warum er nicht an einen Wechsel zum HSV glaubt und unzufrieden ist.

Von Jürgen Blöhs

Hamburg - In Hamburg pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Nikolas Katsigiannis soll nach der Saison Per Sandstöm im Tor des HSV Handball ersetzen.

Der Vertrag des schwedischen Nationaltorhüters bei den Hanseaten läuft im Sommer 2010 ebenso aus, wie der Kontrakt des 27-jährigen Katsigiannis bei GWD Minden.

"Natürlich sondieren wir"

Bestätigen will auf Seiten der Hanseaten den Deal zwar niemand, denn "Sandström ist ein hervorragender Torhüter, wir sind froh, dass wir ihn haben. Aber natürlich sondieren wir den Markt, ständig und auf jeder Position", sagte Trainer Martin Schwalb dem "Hamburger Abendblatt".

"In einer Großstadt wie Hamburg muss das Publikum ständig unterhalten werden. Da werden gern Spekulationen aufgegriffen", kommentiert Horst Bredemeier den Fall.

Zwar stellt der Präsident und Manager der Grün-Weißen klar: "Mit uns hat bisher niemand gesprochen." Aber wie ein Dementi klingen die Aussagen der beiden Verantwortlichen wahrlich nicht.

Keine Empfehlung

Am vergangenen Sonntag gegen den HSV hatte Katsigiannis die Gelegenheit, sich seinem eventuellem neuen Arbeitgeber zu empfehlen. (DATENCENTER: Die Bundesliga)

Mit mäßigem Erfolg: Nur 24 Prozent der Bälle, die auf sein Gehäuse kamen, konnte der Sohn einer deutschen Mutter und eines griechischen Vaters abwehren.

Sein Gegenüber Sandström brachte es nach seiner Einwechslung für den glücklosen Nationaltorhüter Johannes Bitter, der bis zur 16. Minute nur 10 Prozent abwehren konnte, auf eine Quote von 50 Prozent gehaltener Bälle.

"Bin mit mir nicht zufrieden"

"Ich bin mit mir selbst nicht zufrieden", gab Katsigiannis, der zum erweiterten Kader von Bundestrainer Heiner Brand gehört und bisher ein Länderspiel absolvierte, in einem Gespräch nach der 23:34-Niederlage vor 8699 Zuschauern in der Hamburger Color Line Arena zu - und äußerte sich auch zu den Gerüchten über einen Wechsel an die Elbe.

Wie ein Dementi klingt auch seine Aussage nicht.

Sport1.de: Herr Katsigiannis, wie fanden Sie die Stimmung in der Halle?

Nikolas Katsigiannis: Phänomenal. Allein wie die Pascal Hens gefeiert haben, als der nach seiner Verletzungspause zu einem Kurzeinsatz kam, da lief sogar mir ein Schauer über den Rücken. Ich freue mich für "Pommes".

Sport1.de: Und auf das Publikum?

Katsigiannis: Wieso?

Sport1.de: Hier heißt es, Sie spielen in der kommenden Saison in Hamburg.

Katsigiannis: Davon habe ich natürlich gehört. Aber wenn dem so wäre, würden die Hamburger das doch nicht an die große Glocke hängen und öffentlich damit kokettieren. Schon um andere Vereine nicht auf mich aufmerksam zu machen.

Sport1.de: Gesetzt den Fall, haben Sie sich mit Ihrer Leistung empfohlen?

Katsigiannis: Nein. Das war sehr ärgerlich. Ich bin sehr enttäuscht von meiner Leistung. Das war nicht mein bester Tag. Damit genug zu dem Thema: Ich konzentriere mich ganz auf Minden.

Sport1.de: Minden ist noch ohne Sieg. Minimalziel des Vereins war es, von Anfang an nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Katsigiannis: Moment, wie viel Spieltage sind vorbei? Sieben?

Sport1.de: Das war ihr sechstes Spiel. Sie stehen mit zwei Remis und vier Niederlagen auf dem drittletzten Platz.

Katsigiannis: Die Saison ist noch lang. Aber Sie haben recht. Der Auftakt hätte besser verlaufen können. Natürlich reden wir schon mal über den Abstieg. Das haben wir nicht gewollt. Aber wir müssen nach vorn schauen. Gegen Balingen am Sonntag müssen wir gewinnen.

Sport1.de: Gibt es Gründe für den schwachen Saisonstart?

Katsigiannis: Die Spielerdecke ist durch Verletzungen leider sehr dünn. In Hamburg hatten wir nur zwei Feldspieler zum Wechseln und haben bis zur Halbzeit (14:14; die Red.) gut mitgehalten. Aber für 60 Minuten gegen ein Team wie den HSV reichen die Kräfte da nicht. Außerdem müssen wir uns noch einspielen. Wir sind mit einem beinahe komplett neuem Rückraum in die Saison gegangen. Das braucht Zeit. Aber wir spüren, dass es von Spiel zu Spiel besser funktioniert, und die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Ich sehe positiv in die Zukunft.

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