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Lars Kaufmann kam im Sommer 2009 aus Lemgo zu Frisch Auf Göppingen © getty

Zweiter gegen Dritter: Am Sonntag kommt es zum Spitzenspiel zwischen Rekordmeister THW Kiel und Frisch Auf Göppingen.

Göppingen - Der Altmeister versprüht neuen Glanz: Wenn Frisch Auf Göppingen in der Bundesliga am Sonntag (ab 17.30 Uhr LIVESCORES und im DSF) bei Rekordchampion und Spitzenreiter THW Kiel antritt, steht nicht nur ein Traditionstreffen, sondern ein echtes Spitzenspiel zwischen dem Tabellendritten und dem Zweiten an.

"Ich erwarte eine Göppinger Mannschaft, die sich mit allem wehrt", sagt Kiels Manager Uli Derad respektvoll, macht aber gleich mal klar: "Aber es wird trotzdem nicht zu einem Punktgewinn reichen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Göppingens Trainer Velimir Petkovic, der seit fünf Jahren auf der Kommandobrücke steht, bastelt allerdings bereits an einem ähnlichen Coup wie im März 2005, als man beim 33:33 einen Punkt aus der Ostseehalle entführte.

"Irgendwann müssen die starken Gegner ja kommen, wir sind bereit dafür", sagt der gebürtige Bosnier mit einer großen Portion Selbstvertrauen, die parallel zum Punktekonto (12:2) in der Bundesliga gewachsen ist.

Nach der Auftaktniederlage in Flensburg starteten die Göppinger eine Siegesserie mit doppelten Punktgewinnen gegen Hannover, Magdeburg, Düsseldorf und Lübbecke sowie in Berlin und Wetzlar. Dazu kamen zwei Siege im DHB-Pokal.

Großartiger Saisonstart

Die ganz großen Gegner kommen für den EHF-Pokalteilnehmer zwar erst in den kommenden Wochen, doch bemerkenswert ist der Saisonstart für den neunmaligen Deutschen Meister - der letzte Titel liegt allerdings schon 37 Jahre zurück - schon jetzt.

Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung haben zwei prominente Neuzugänge, die Weltmeister von 2007, Lars Kaufmann und Michael Haaß.

"Beide haben gezeigt, warum wir sie geholt haben", sagt Petkovic nach gerade mal sieben Spieltagen, "wir glauben an sie."

Kaufmann blüht auf

Vor allem Kaufmann, in Lemgo zuvor nicht richtig auf die Beine gekommen, blüht bei den Schwaben auf der Königsposition im linken Rückraum richtig auf und ist mit 49 Toren derzeit zweitbester Torschütze der Liga.

Kaufmann und Haaß stehen auch für das "deutsche Konzept" bei Frisch Auf, Nationalspieler wie Christian Schöne und Manuel Späth sind weitere deutsche Leistungsträger.

Solide Finanzen

Sie alle wissen, was sie an Göppingen haben. Im Gegensatz zu anderen Bundesligisten gibt es bislang keinerlei Meldungen über finanzielle Probleme beim Klub (3,5 Millionen Etat).

Geschäftsführer Gerd Hofele hat das Ruder Mitte der 90er übernommen und aus den sportlich bitteren und finanziell sehr problematischen Zeiten der Zweitlassigkeit 2001 wieder in die Bundesliga geführt.

Mehrere Jahre schon ist Göppingen nun sogar schuldenfrei.

Seit dieser Saison darf die Mannschaft, deren innere Geschlossenheit immer wieder betont wird, nach anderthalb Jahren im Stuttgarter Exil wieder in der frisch renovierten Heimhalle vor bis zu 5600 Zuschauern spielen.

Göppingen ohne Druck

Die Fans dankten mit einem neuen Dauerkartenrekord in dieser Saison. Auch Handball-Legende Bernhard Kempa, Symbol der frühen Göppinger Erfolge, sitzt noch heute bei Heimspielen auf seinem Platz.

Und so ist Trainer Petkovic, der Nationalmannschafts-Regisseur Michael Kraus in Göppingen hervorbrachte, selbst vor der Reise zur Übermannschaft nach Kiel nicht bange.

"Meine Jungs kämpfen wie die Löwen, und gegen die Weltklassemannschaft des THW können wir ohne Druck aufspielen", sagt er mit Stolz in der Stimme.

Den Favoriten mal wieder stolpern lassen, das wäre ganz nach dem Geschmack von Petkovic.

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