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Weltmeister Daniel Narcisse (r.) kam im Sommer aus Chambery nach Kiel © getty

Nach der Gala gegen Göppingen findet selbst Alfred Gislason keine Kritikpunkte. Als ebenbürtiger Gegner bleibt nur noch der HSV.

Von Julian Meißner

München - Länderspielpause in der Bundesliga: Während Heiner Brand mit der Nationalmannschaft vor den finalen Tests für die EM im Januar in Österreich steht, kristallisiert sich in der Meisterschaft mehr und mehr ein Zweikampf zwischen Hamburg und Kiel heraus.

Nachdem Herausforderer HSV am Samstag seine weiße Weste im Nordderby gegen die SG Flensburg gewahrt hatte, legte Meister THW am Sonntag eindrucksvoll nach.

Beim 40:22 (20:12)-Sie über Frisch Auf Göppingen am achten Spieltag zeigte der Rekordmeister sein gigantisches Potenzial.

Die Schwaben, zuvor mit 12:2 Punkten eindrucksvoll in die Saison gestartet, hatten gegen wie entfesselt aufspielende "Zebras" um den überragenden Momir Ilic nicht den Hauch einer Chance (Stenogramme: 8. Spieltag).

Göppingen zurück in der Realität

Man sei letztlich "in die Maschine des THW gekommen", beklagte Göppingens Trainer Velimir Petkovic: "Es blieb nur noch die Frage, wie hoch der Sieg ausfallen würde."

Dass es am Ende eine echte Abreibung wurde, lag jedoch nicht nur an fehlender Klasse und mangelnder an Entschlossenheit bei den Gästen, sondern vor allem an der Spiellaune der Kieler Weltauswahl.

Göppingens Michael Schweikardt sagte den "Kieler Nachrichten": Ich kann mich nicht erinnern, in meiner Karriere einmal in so deprimierender Art und Weise verloren zu haben. Wir waren selbstbewusst nach Kiel gekommen, aber der THW hat nur 60 Minuten gebraucht, um uns die Realität zu zeigen. Das war ein einziges Desaster."

Gislason: "Ein Riesenspiel"

Beim THW scheint die Verunsicherung aus den ersten Saisonspielen komplett gewichen zu sein, der Dämpfer beim Remis gegen Lemgo hat das Team offenbar noch siegeshungriger gemacht (DATENCENTER: Die Bundesliga).

Trainer Alfred Gislason hatte an der Leistung seines Teams jedenfalls nicht viel auszusetzen: "Ich kann nur sagen, dass wir ein Riesenspiel gemacht haben. Glückwunsch an die Mannschaft. Wir haben sehr schönen Handball gezeigt, dazu die ganze Zeit über eine sehr gute, sehr konzentrierte Abwehrleistung und Druck nach vorne gemacht."

Carlen sieht Zweiklassen-Gesellschaft

In der Form vom Sonntag kann den THW auf dem Weg zu seinem 13. Meistertitel allenfalls der HSV Hamburg aufhalten - wie auch Flensburgs Trainer Per Carlen nach dem Nordderby in der Color-Line-Arena am Samstag (37:32) bestätigte.

"Hamburg und Kiel sind eine andere Welt", sagte Carlen, dessen Mannschaft sich aller Voraussicht nach mit den Rhein-Neckar Löwen und dem TBV Lemgo um Platz drei streiten muss.

Ausfälle gut kompensiert

Der HSV, die einzige Mannschaft ohne Punktverlust in der Liga, schaffte es sogar, die Ausfälle des mittlerweile wieder genesenen Pascal Hens sowie von Ausnahme-Kreisläufer Bertrand Gille und Oleg Velyky zu kompensieren.

Die beiden Neuzugänge Igor Vori und Domagoj Duvnjak bereichern das Spiel der Hanseaten deutlich - auch dank der beiden Kroaten geriet der Sieg gegen Flensburg nie ernsthaft in Gefahr.

Schwere Auswärtsaufgaben

"Wir freuen uns, dass wir so ein intensives Spiel so gut gestalten konnten. Das war nicht abzusehen", sagte Hamburgs Trainer Martin Schwalb: "Ein großes Lob an die Spieler, die das Tempo so konsequent hoch gehalten haben."

Am neunten Spieltag, der nach dem Supercup mit dem DHB-Team, Schweden, Norwegen und Dänemark, ab dem 3. November ausgespielt wird, treten HSV und THW beide auswärts an. Kiel muss zum SC Magdeburg, Hamburg reist nach Göppingen.

Erst am 20. Dezember treffen die beiden Top-Favoriten auf den Meistertitel dann im direkten Duell aufeinander. Wenn beide Teams ihre Form konservieren, wird es in der Sparkassen-Arena um nicht weniger als die Vorentscheidung in der Meisterschaft gehen.

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