Sport1.de-Kolumnist Florian Kehrmann kritisiert die Schewtsow-Entlassung und blickt zurück auf das Pokal-Aus.

Liebe Handball-Freunde,

das hatten wir uns ganz anders vorgestellt. Wir wollten endlich wieder das Final-Four in Hamburg bestreiten ? unser großes Ziel. Dass wir jetzt schon in der zweiten Runde ausscheiden, war so natürlich nicht geplant. Aber Jammern hilft jetzt nicht.

An solchen Spielen sieht man auch, dass wir als Mannschaft noch nicht so weit sind. Wir sind eine junge Mannschaft, befinden uns noch im Umbruch und werden immer wieder kleine Rückschläge verkraften müssen.

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In den Meisterschaftsspielen haben wir bisher von der guten Deckung und davon gelebt, dass wir viele einfache Tore und Gegenstöße in der zweiten Welle machen. Dass wir nicht richtig gedeckt und die Nettelstedter immer wieder zu einfachen Toren eingeladen haben, hat am Dienstag sicher den Ausschlag gegeben.

Außerdem haben wir wieder viel zu viele Chancen ausgelassen. Die Lübbecker haben dann natürlich verdient geführt. Für unsere Mannschaft spricht vielleicht, dass wir noch einmal die Chance haben, in die Verlängerung zu gehen. Nichtsdestotrotz wäre es auch nicht verdient gewesen, wenn wir in die nächste Runde eingezogen wären.

Jetzt geht's für uns in der Liga nach Dormagen. Natürlich muss man versuchen, das Geschehene abzuhaken, aber man muss die Fehler auch aufarbeiten.

Gegen Dormagen dürfen wir die nicht mehr machen. Das wird wieder ein ganz schweres Spiel. Bis jetzt sind wir gut gestartet. Es wäre schade, wenn wir da jetzt Punkte liegen lassen würden. Wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen, können wir in Dormagen auch gewinnen.

Ziemlich viel los war in den letzten Tagen auch bei den Rhein-Neckar Löwen. Ich persönlich finde es sehr schade, dass Juri Schewtsow entlassen worden ist. Ich hatte ihn ja auch als Trainer und bin immer sehr gut mit ihm ausgekommen. Für den Verein ist es halt immer einfacher den Trainer als andere Leute in der Mannschaft zu entlassen. Also, musste er dran glauben.

Jetzt haben sie eine Lösung gefunden, mit einem jungen deutschen Trainer, der die Mannschaft bis zum Ende der Saison leiten soll. Da muss man erstmal abwarten wie das alles wird. Wolfgang Schwenke kenne ich nicht so gut. Ich kam damals als Jungspund zur Nationalmannschaft und hab noch mit ihm zusammen gespielt. Außer dass er Trainer in Altenholz war, habe ich lange nichts mehr von ihm gehört.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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