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Holger Glandorf spielte zehn Jahre bei der HSG Nordhorn © imago

Im Interview mit Sport1.de spricht Holger Glandorf über die Partie gegen die Löwen, Coach Volker Mudrow und die Nationalmannschaft.

Von Felix Götz

München - Drei Siege in drei Bundesligaspielen, dazu ein lockerer Erfolg im EHF-Pokal: Der TBV Lemgo kommt immer besser in Fahrt.

Die Ostwestfalen stehen momentan auf Rang fünf und treffen am 11. Spieltag auf den Tabellenvierten Rhein-Neckar Löwen (ab 20.15 Uhr LIVESCORES und live im DSF).

Beide Teams haben nach den ersten zehn Partien fünf Minuspunkte auf dem Konto.

Wer am Spitzentrio Kiel, Hamburg und Göppingen dran bleiben will, der muss gewinnen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der TBV setzt dabei auch auf eine gute Leistung von Weltmeister Holger Glandorf, der nach einigen Problemen zu Beginn der Saison langsam zu alter Stärke zurückfindet.

Im Interview mit Sport1.de spricht Glandorf über die Partie gegen die Löwen, Trainer Volker Mudrow, seine Leistungssteigerung und seine Rolle in der Nationalmannschaft.

Sport1.de: Herr Glandorf, drei Siege in der Bundesliga in Folge, dazu der Kantersieg im EHF-Pokal. Der TBV scheint immer besser in Fahrt zu kommen.

Holger Glandorf: Wir wollen natürlich alle Spiele gewinnen. Das haben wir in letzter Zeit gut gemacht. Darauf können wir aufbauen. Wir haben aber noch Spielraum, um uns zu entwickeln.

Sport1.de: Nun geht es gegen die Rhein-Neckar Löwen. Wer an den Spitzenteams dranbleiben will, muss siegen?

Glandorf: Wir haben ein Heimspiel und zu Hause gilt es natürlich zu gewinnen. Wenn es dann noch dazu führt, dass wir oben dran bleiben - umso besser.

Sport1.de: Wo sehen Sie die Stärken der Löwen? Auf wen muss man besonders achten?

Glandorf: Die Löwen haben viele gute Einzelspieler, die immer mehr als Mannschaft auftreten. Die Abwehr ist gut, dahinter stehen zwei sehr gute Torhüter. Sie spielen einen sehr guten Tempogegenstoß. Die schwedische Schule, die auch ich unter Ola Lindgren erlernt habe, sieht man. Die Löwen haben eine ganz starke Mannschaft.

Sport1.de: Es gibt also keinen Favoriten in diesem Spiel?

Glandorf: Nein. Beide Mannschaften haben zuletzt viel gespielt und haben deswegen einen guten Rhythmus. Ich denke, die Tagesform wird entscheiden.

Sport1.de: Was ist für Lemgo in dieser Saison generell drin?

Glandorf: Wir wollen im EHF-Pokal sehr weit kommen und vielleicht sogar den Cup holen. Da muss man aber abwarten, was die Auslosung bringt. Einen ersten Schritt für die nächste Runde haben wir jedenfalls gemacht. In der Liga wollen wir natürlich auch möglichst weit oben landen.

Sport1.de: Sind Leistungen wie beim Remis in Kiel öfter möglich, oder muss dann alles passen?

Glandorf: Wir haben eine Mannschaft mit viel Potenzial, aber wir sind natürlich noch nicht so weit wie Kiel und Hamburg. Die beiden Teams lassen nur dann Punkte, wenn sie einen ganz schlechten Tag haben. Wir versuchen natürlich unsere guten Leistungen mehr und mehr zu stabilisieren, so dass solche Ergebnisse öfter möglich sind.

Sport1.de: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer persönlichen Leistung? Sie hatten in dieser Saison auch schon schwierige Phasen.

Glandorf: Ich hatte am Anfang ein paar Probleme, vielleicht auch noch wegen meiner Verletzung vom Sommer. In den letzten Partien habe ich aber sehr ordentliche Leistungen gezeigt. Ich denke, dass ich mich weiterentwickelt habe.

Sport1.de: Anfang des Jahres wechselten Sie aus Nordhorn nach Lemgo. Fühlen Sie sich beim TBV wohl?

Glandorf: Ich fühle mich hier sehr wohl. In der Mannschaft herrscht eine gute Stimmung. Das gesamte Umfeld ist sehr angenehm und ich hoffe, dass sich das auch in den Leistungen widerspiegelt.

Sport1.de: Im September wurde Trainer Markus Baur entlassen und von Volker Mudrow ersetzt. Was hat sich unter ihm verändert?

Glandorf: Er musste nicht viel ändern. Wir haben eine eingespielte Mannschaft. Der Verein hat nach der verpassten Champions-League-Quali, als schlechte Stimmung herrschte, mit der Trainerentlassung versucht, diese wieder zu verbessern. Volker Mudrow hat das gut gemacht und uns unser Selbstvertrauen zurückgegeben.

Sport1.de: Wie sehen Sie Ihre Rolle in der Nationalmannschaft bei Heiner Brand momentan und in der Zukunft?

Glandorf: Ich versuche durch Leistung zu überzeugen und der Mannschaft zu helfen. Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, was man beim Supercup gesehen hat.

Sport1.de: Würden Sie eine Prognose wagen, was bei der EM im nächsten Jahr möglich ist?

Glandorf: Da bin ich grundsätzlich vorsichtig. Wir haben eine schwere Gruppe und in der gilt es zunächst zu bestehen. Wir sollten von Spiel zu Spiel denken und abwarten, was dabei herauskommt.

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