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Wolfgang Schwenke war von 2001 bis 2008 Trainer beim TSV Altenholz © imago

Der neue Löwen-Trainer Wolfgang Schwenke spricht bei Sport1.de über seine neuen Aufgabe und die Ausbootung zweier seiner Spieler.

Von Julian Meißner

München - "Nordlicht" Wolfgang Schwenke hat den großen Sprung gewagt.

Vom Nord-Zweitligisten TSV Altenholz wechselte der gebürtige Flensburger unter der Woche in den Süden der Republik, um zusammen mit Christian Schwarzer den ambitionierten Bundesliga-Klub Rhein-Neckar Löwen zu trainieren.

Die Badener hatten sich zuvor nach nur zwei Siegen in vier Spielen von Juri Schewtsow getrennt.

Der 53-malige Nationalspieler Schwenke, der mit dem THW Kiel fünf Mal Deutscher Meister wurde, soll die Löwen wieder an die Spitze der Bundesliga heranführen.

Im Interview mit Sport1.de spricht Schwenke über das erste Spiel mit seinem neuen Team am Samstag in Nordhorn (15 Uhr LIVESCORES), Respekt vor der neuen Aufgabe und die Ausbootung zweier seiner Spieler durch Heiner Brand.

Sport1: Herr Schwenke, Ihr Engagement bei den Löwen kam für die meisten Außenstehenden etwas überraschend. Für Sie selbst auch?

Wolfgang Schwenke: Ja, natürlich. Aber ich habe mir immer gewünscht, dass so ein Angebot einmal kommt. Deshalb habe ich ziemlich spontan gesagt: "Das mache ich."

Sport1: Sie haben also nicht lange zögern müssen?

Schwenke: Nein. Bei solchen Dingen ist es natürlich eine absolute Bauchentscheidung. Als Thorsten Storm (Geschäftsführer der Rhein-Neckar Löwen, Anmerkung der Redaktion) mich fragte, habe ich sofort ja gesagt, musste aber noch zwei, drei Dinge klären. Etwa meine Familie fragen, ob sie auch mitgeht. Dann bekam ich Grünes Licht.

Sport1: Es waren also die Gespräche mit Thorsten Storm, die den Ausschlag gegeben haben?

Schwenke: Auf jeden Fall. Thorsten kenne ich schon eine ganze Weile, ich weiß, wie er tickt. Und wenn man so einen Schritt geht, einige Kilometer von Kiel entfernt die Heimat verlässt, dann erleichtert einem so eine Vertrautheit diese Entscheidung natürlich.

Sport1: Haben Sie als "Nordlicht" damit ringen müssen, jetzt in den tiefen Süden zu ziehen?

Schwenke: Ringen überhaupt nicht. Für mich war es eine Bauchentscheidung und die trifft man dann ja nicht rational. Deshalb habe ich nicht erst viele Dinge abgewogen. Ich habe immer gesagt, dass ich mir es vorstellen kann, in den hoch professionellen Bereich zu wechseln.

Sport1: Wie haben Sie denn aus der Entfernung die Entwicklung bei den Löwen in den letzten Jahren verfolgt?

Schwenke: Es ging alles sehr schnell. Sie haben sich in den letzten Jahren einiges aufgebaut. Die Löwen sind eine Topmannschaft in der Bundesliga und wachsen immer weiter. Sie sind sehr konstruktiv, ich sehe hier noch viele Möglichkeiten.

Sport1: Können Sie kurz Ihre Prinzipien skizzieren, nach denen Sie als Trainer arbeiten?

Schwenke: Als Mensch bin ich sehr berechenbar und auch offen. Das sind für mich sehr wichtige Faktoren. Wenn ich mit der Mannschaft arbeite, gehört diese Offenheit einfach mit dazu. Genauso Respekt, den wir alle voreinander haben müssen. Ein wichtiger Punkt ist Disziplin neben und auf dem Spielfeld. Ich erwarte eine absolute Priorität für die Mannschaft. Jeder muss höchste Einsatzbereitschaft bringen, weil wir als Vollprofis Erfolg haben wollen. Handball ist kein Glücksspiel. Mit einstudierten Abläufen und Konzeptionen kann man vieles beeinflussen.

Sport1: Gibt es einen Trainer, der Sie besonders geprägt hat?

Schwenke: Wer mich natürlich geprägt hat, weil ich am längsten mit ihm zusammengearbeitet habe, ist Noka Serdarusic. Mit ihm habe ich beim THW Kiel über acht Jahre zusammen gearbeitet. Wie professionell und taktisch sauber er das angegangen ist und welche intelligenten Lösungen er gefunden hat, das war schon beeindruckend. Aber für mich nehme ich mir von allen Trainern, die ich erlebt habe, von jedem ein Stückchen heraus. Daraus mache ich dann meine eigene Philosophie.

Hier geht's zum zweiten Teil des Interviews.

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