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Kiels Nikola Karabatic erzielte gegen Gummersbach vier treffer © imago

Kiels Superstar sorgt am 6. Spieltag bei seinem Comeback für den Sieg bei Gummersbach. Lemgo führt und in Wetzlar geht's richtig rund.

München - Flensburg gestürzt, Lemgo Spitze, Kiel obenauf - am sechsten Spieltag der Bundesliga gab es Spannung pur und einige Tumulte.

Titelverteidiger THW Kiel nutzte die Schwächen der größten Konkurrenten im Meisterschaftskampf und befindet sich nach dem gelungenen Comeback des französischen Olympiasiegers Nikola Karabatic weiter auf dem Vormarsch.

Der Rekordmeister gewann beim VfL Gummersbach 32:27 und schloss nach dem fünften Sieg in Serie als Tabellen-Vierter mit 11:1 Punkten zum neuen Spitzenreiter TBV Lemgo auf.

Die Ostwestfalen siegten bei Aufsteiger TSV Dormagen 31:22 und profitierten dabei auch vom ersten Punktverlust von Vizemeister SG Flensburg-Handewitt, der bei der bis dahin punktlosen HSG Wetzlar nicht über ein 27:27 hinaus kam.

Löwen wenig bissig

Die selbst ernannten Kiel-Jäger HSV Hamburg und Rhein-Neckar Löwen stecken weiter in der Krise.

Hamburg (6:4 Punkte) unterlag beim TV Großwallstadt 29:32, die Löwen (6:6) mussten sich beim Debüt von Trainer Wolfgang Schwenke 29:33 bei der HSG Nordhorn geschlagen geben.

Das Überraschungsteam bleibt Altmeister FA Göpppingen (11:1) als Zweiter nach einem 30:23 bei TuSEM Essen.

"Ohne Karabatic hätten wir verloren"

"Ohne Karabatic hätten wir möglicherweise verloren. Er ist noch nicht in Bestform, aber er hat uns sehr geholfen", sagte Kiels Trainer Alfred Gislason nach dem Arbeitssieg bei seinem früheren Arbeitgeber.

Welthandballer Karabatic warf bei seinem Saisondebüt nach einer Ellbogenverletzung vier Tore.

Beim Nord-Rivalen Flensburg herrschte nach der verlorenen Tabellenführung große Ernüchterung. "Ich bin sehr enttäuscht von meiner Mannschaft. Sie hat nur zehn Minuten gekämpft, aber das reicht nicht. Wetzlar war 50 Minuten besser", meinte Trainer Kent-Harry Andersson.

Tumulte in Wetzlar

Dabei hätte sein Team trotz schwacher Leistung fast noch gewonnen. In der Schlusssekunde landete ein Freiwurf von Lasse Boesen im HSG-Tor.

Doch die Schiedsrichter ließen die Ausführung wiederholen, da sich ein Abwehrspieler zu früh aus der Mauer gelöst hatte. Heftige Proteste und tumultartige Szenen waren die Folge. Die Wiederholung des Freiwurfs brachte im Anschluss nichts ein.

Nach dem Pokal-Aus beim Zweitligisten TuS N-Lübbecke gab Lemgo laut Trainer Markus Baur in Dormagen "die richtige Antwort."

Keine Euphorie beim Spitzenreiter

Doch Euphorie ist beim Ex-Meister trotz des fünften Sieges im sechsten Spiel nicht ausgebrochen. "Das war zwar ein optimaler Start, aber unser Saisonziel bleibt Platz fünf", sagte der Sportliche Leiter Daniel Stephan.

Davon sind die Rhein-Neckar Löwen derzeit als Zehnter weit entfernt. "Unsere Trefferquote war erschreckend", sagte Trainer Schwenke angesichts der 27 Fehlwürfe in Nordhorn: "Ich habe mir meinen Einstand anders vorgestellt."

Zweite Auswärts-Niederlage für den HSV

Schon die zweite Auswärts-Niederlage in Folge musste der HSV Hamburg hinnehmen. Trainer Martin Schwalb blieb dennoch gelassen: "Großwallstadt ist ein Top-Team. Ich habe bei meiner Mannschaft eine große Steigerung gegenüber den letzten Spielen erkannt", sagte der Ex-Nationalspieler.

Den ersten Saisonsieg feierte MT Melsungen beim 30:25 im Keller-Duell gegen GWD Minden.

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