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Martin Schwalb trainiert den HSV Hamburg seit Oktober 2005 © imago

In der Bundesliga steigt das Topspiel: HSV-Coach Martin Schwalb spricht im Interview über die Chancen seines Teams gegen Kiel.

Von Felix Götz

München - Am Sonntag (ab 17.45 Uhr LIVESCORES und live im DSF) ist es so weit: Der Bundesliga-Knaller THW Kiel gegen Hamburg steht auf dem Programm. "Es knistert vor dem Fest", sagt Kiels Manager Uli Derad.

Das Duell Tabellenführer gegen Zweiter elektrisiert die Fans, vieles spricht dafür, dass der Sieger des Duells zwischem dem THW und seinem Verfolger auch der künftige Meister sein wird. Ein Punkt trennt den HSV von Rekordmeister Kiel.

Fast alle Experten sehen beide Teams auf Augenhöhe, Nuancen werden wohl über Sieg oder Niederlage entscheiden. DSF-Experte Stefan Kretzschmar sieht die Hamburger dennoch unter Zugzwang: "Der HSV muss gewinnen."

Schwalb: Werden hartnäckig sein

Sowohl Kiel, als auch der HSV haben unter der Woche ihre Aufgaben im DHB-Pokal erfolgreich gelöst, alles fokussiert sich nun auf das große Spiel.

"Wir wollen jetzt auch gegen den HSV gewinnen", gab THW-Coach Alfred Gislason unmittelbar nach dem Sieg über Flensburg die Marschroute vor.Für sein Gegenüber Martin Schwalb ist es sogar "eine Ehre, in so einem Spiel dabei zu sein".

Im Interview mit Sport1.de verrät HSV-Coach Schwalb, was letztlich den Ausschlag für den Sieg im Spitzenspiel und den Titelgewinn geben wird. Er vergleicht die Torhüter Johannes Bitter und Thierry Omeyer und verspricht, ein "hartnäckiger Jäger" zu sein.

Sport1.de: Herr Schwalb, so mancher spricht davon, dass in Kiel bereits eine Vorentscheidung im Kampf um den Titel fällt. Hat die Partie für Sie auch so einen hohen Stellenwert?

Martin Schwalb: Das ist ein Schmarren. In Kiel fällt sicher keine Vorentscheidung. Man muss bedenken, dass wir ja auch noch zu Hause gegen den THW spielen. Die Saison ist noch so lange, da kann noch viel passieren. Aber natürlich wäre es für uns ein Big Point, wenn wir gewinnen würden.

Sport1.de: Wobei beide Teams bisher kaum Punkte liegen haben lassen.

Schwalb: Darum geht es. Am Ende wird nicht dieses eine Spiel entscheidend sein, sondern wer noch in anderen Partien wie viele Punkte liegen lässt. Die Deutsche Meisterschaft wird, wenn die direkten Partien gegeneinander nach Punkten 2:2 enden, vielleicht in Burgdorf, Lemgo oder bei den Rhein-Neckar Löwen entschieden.

Sport1.de: Ist der THW nicht schon alleine aufgrund des Heimvorteils Favorit?

Schwalb: Der Heimvorteil ist natürlich ein Plus, die Zuschauer werden Druck machen. Wichtig ist dabei auch, dass die Schiedsrichter sich nicht dadurch beeinflussen lassen und kühlen Kopf bewahren. Meine Mannschaft ist der Situation gewachsen. Sie muss damit rechnen, von Beginn an ausgepfiffen zu werden.

Sport1.de: DSF-Experte Stefan Kretzschmar hat beide Teams bis ins Detail auf allen Positionen analysiert. Er kam zu dem Ergebnis, dass beide Teams insgesamt exakt gleich stark sind. Sehen Sie das auch so?

Schwalb: Ich glaube auch, dass beide Mannschaften gleichauf sind. Das haben wir in den letzten Monaten bewiesen. Der THW spielt schon länger auf diesem Niveau und wir arbeiten uns immer mehr heran. Ich muss hier mal sagen, dass es für den Handball schön ist, wenn es zwei solche Mannschaften gibt.

Sport1.de: Wie ist die Stimmung in Ihrer Mannschaft?

Schwalb: Die ist super!

Sport1.de: Bereiten Sie ihre Truppe auf dieses Spiel in besonderer Art und Weise vor, oder machen Sie alles wie immer?

Schwalb: Es ist natürlich so, dass die Aufmerksamkeit bei diesem Spiel viel größer ist. Darauf bereite ich meine Mannschaft auch vor. Ich kann den Jungs nicht sagen, dass es ein Spiel wie jedes andere ist. Schließlich ist die Aufmerksamkeit der Medien riesig, und es hätten noch viele tausend Karten mehr verkauft werden können.

Sport1.de: Also droht die Partie zur Belastung zu werden?

Schwalb: Nein, das ist natürlich keine Belastung. Wir beim HSV wollen solche Spiele haben und sind stolz darauf, bei solchen Partien dabei zu sein. Das ist auch eine Ehre.

Sport1.de: Ist der HSV der Jäger, oder der Gejagte?

Schwalb: Wir wollen in ein paar Jahren mal der Gejagte sein, noch sind wir das aber nicht. Wir sind der Jäger ? ein hartnäckiger Jäger. Man merkt auch an den Reaktionen der Kieler, dass sie uns sehr ernst nehmen.

Sport1.de: Wenn sich zwei gleich starke Mannschaften begegnen, gibt oft der Torhüter den Ausschlag. Die meisten Experten sehen da Thierry Omeyer vorne. Teilen Sie diese Meinung und ist Johannes Bitter nach seiner Verletzung überhaupt richtig einsatzfähig?

Schwalb: Er ist nicht zu 100 Prozent fit. Er kann leider kaum trainieren und muss bekanntlich bald operiert werden. Omeyer ist momentan auf dem Zenit seines Könnens. Jogi ist noch ein bisschen jünger und hat noch mehr Zeit. Aber er hat uns bisher in den Spitzenspielen immer mit tollen Leistungen verwöhnt.

Sport1.de: Welche Faktoren werden letztlich den Ausschlag geben?

Schwalb: Viel wird von der Tagesform abhängig sein. Des weiteren kommt es auf eine gute Abwehrleistung und eine möglichst optimale Chancenverwertung an.

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