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Pascal Hens (l. Björge Lund) war mit sechs Toren Hamburgs bester Werfer © imago

Gänsehaut, aber kein Sieger im Gipfel zwischen Kiel und HSV: Hamburgs Coach Martin Schwalb sieht nurmehr einen THW-Verfolger.

Von Jürgen Blöhs

Kiel - 60 Minuten lang hatte es im Hexenkessel zu Kiel gebrodelt.

Der THW Kiel und der HSV Hamburg hatten sich vor 10.250 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena "ein spannendes und hart umkämpftes Duell" um die Tabellenführung geliefert. Am Ende stand ein 29:29.

"Es war ein Huh-Erlebnis für alle Beteiligten", beschrieb Hamburgs Trainer Martin Schwalb seine Gefühle nach dem Spitzenspiel. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sein Gegenüber Alfred Gislason hatte ein "gerechtes Ergebnis" gesehen. "Sieg oder Niederlage - beides war möglich" und der Isläner war "froh, dass das endlich vorbei ist. Seit September wurde nur über dieses Spiel geredet."

"Zwei der drei besten Teams der Welt"

Ein Spiel, in dem sich "neben Ciudad Real zwei der drei besten Mannschaften der Welt" gegenüber standen: "Das Ergebnis entsprach dem Niveau der beiden Teams", wie HSV-Präsident Andreas Rudolph es ausdrückte.

Nach dem Schlusspfiff des starken Schiedsrichter-Gespanns Holger Fleisch und Jürgen Rieber konnte man in der Halle eine Stecknadel fallen hören.

Das Unentschieden zwischen Tabellenführer und Titelverteidiger Kiel und dem Zweiten Hamburg, das zum Finale um die Deutsche Meisterschaft hochstilisiert worden war, hinteließ bei allen Beteiligten große Ratlosigkeit.

Bei einem Endspiel erwartet jeder natürlich ein Sieger, den aber gab es an diesem Abend in der schleswig-holsteinischen Hauptstadt nicht.

"Es ist nichts passiert"

"Es ist nichts passiert", analysierte Torsten Jansen für Sport1.de. "Jedes andere Ergebnis wäre ungerecht gewesen." (STENOGRAMME: Der 15. Spieltag)

"Das hat Spaß gemacht. Dafür spiele ich Handball", gewann Kiels Christian Zeitz dem Punktverlust seiner wegen des Heimvorteils favorisierten Kieler eine positive Seite ab - und sprach damit für alle Beteiligten.

"Es war ein tolles Handballspiel, Werbung für unseren Sport", so Team-Kollege Marcus Alm.

Das sah auch Hamburgs Guillaume Gille so: "Es war ein hochkarätiges Spiel, in dem kein Team einen Sieg verdient hatte. Das Remis geht absolut in Ordnung", denn "wir waren in der ersten Halbzeit besser, Kiel in der zweiten", wie Gilles Mitspieler Hans Lindberg ergänzte.

"Showdown verschoben"

Für Uli Derad hat sich "der Showdown nun eben auf den 22. Mai verschoben". An diesem Tag muss der THW in Hamburg antreten.

Einig waren sich alle Beteiligten darüber, dass nach der Niederlage der Rhein-Neckar Löwen bei den Füchsen Berlin der Kampf um den Titel endgültig zu einem Zweikampf zwischen den beiden Nord-Rivalen geworden sei.

Man dürfe aber "die anderen Teams nicht zu Statisten degradieren. Das wäre respektlos", warnt Schwalb und verweist auf das 25:24 in letzter Minute seiner Hamburger am vorherigen Spieltag gegen TuS N-Lübbecke.

"Am THW kommt keiner mehr vorbei"

"Kiel hat bisher zwei Punkte abgegeben. Der THW wird in dieser Saison keine drei Spiele mehr verlieren. Am THW kommt keiner mehr vorbei", schob Schwalb dem Titelverteidiger angesichts von sechs Punkten Vorsprung auf den Dritten Flensburg die Favoritenrolle zu.

"Außer...", ließ der HSV-Trainer die Antwort auf die Sport1.de-Nachfrage, dass da ja noch sein Team nur einen Punkt zurück in Lauerstellung liege, vielsagend lächelnd im Raum stehen.

"Es sieht alles nach einem Zweikampf aus"

"Es sieht alles nach einem Zweikampf aus", schreibt auch Gislason die Verfolger ab. Und warnt wie sein Hamburger Kollege davor, nun wieder "alles auf das Spiel im Mai" zu fokussieren.

"Die Meisterschaft entscheidet sich in den anderen Spielen. Wer lässt wo überraschend einen Punkt liegen. "Wir müssen schon am Mittwoch zum Tabellen-14. nach Hannover-Burgdorf. Das wird ein hartes Stück Arbeit. Wir müssen das heutige Spiel schnell abhaken und nach vorn schauen", warnt der HSV-Trainer.

Das sehen auch die Spieler so: "Wir können uns nicht darauf verlassen, im Mai in Hamburg zu gewinnen", warnt Jicha vor einer Konzentration auf das "Finale - Teil II".

Kiel zum Showdown bereit

"Die Meisterschaft wird in anderen Spielen entschieden", ist sich Zeitz sicher, schränkt aber ein: "Wenn's denn sein muss, sind wir bereit zum Showdown in Hamburg."

Und da würde nach derzeitigem Stand ein Remis für die Zebras einem Sieg in einem Endspiel gleichkommen.

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