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Chrischa Hannawald beendete seine Karriere offiziell im Sommer 2008 © imago

Es war ein Comeback für Sekunden: Keeper Chrischa Hannawald spricht im Interview über seinen Kurz-Auftritt für den HSV Hamburg.

Hamburg - Es war die 34. Minute der Partie HSV Handball gegen den TV Großwallstadt als Chrischa Hannawald nach 19-monatiger Abstinenz ins Tor der Hanseaten zurückkehrte.

Siebenmeter für Hannawalds letzten Klub Großwallstadt: Hannawald, der seine Karriere im Sommer 2008 beendet hatte, kommt für Per Sandström; Andreas Kunz verwandelt, und Hannawald macht wieder Platz für Sandström. Er kehrt danach auch nicht mehr zurück.

Am Ende feierten die 12.466 Zuschauer den Ersatz für den operierten Johannes Bitter wie alle anderen Akteure des Tabellenführers.

Erster Meistertitel für Hannawald?

Hannawald war nur wenige Sekunden auf dem Parkett, aber für den 19-maligen Nationaltorhüter waren sie eventuell einige der wichtigsten seiner Karriere, denn auch wenn sein Engagement in Hamburg bereits nach der Partie wieder beendet war, so kann der EHF-Cup-Sieger von 2005 am Ende der Saison womöglich vielleicht seinen ersten Meistertitel feiern (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für Peter David ist der Titel bereits jetzt eine ausgemachte Sache. "Ich gratuliere dem HSV zur Meisterschaft", so Großwallstadts Trainer nach dem Spiel. Glückwünsche, die sein Gegenüber Martin Schwalb zwar gern entgegen nahm, aber für deutlich verfrüht hält.

"Super Gefühl"

"Die EM-Pause ist ja keine richtige Pause", so der HSV-Trainer, dessen Spieler im Januar fast ausnahmslos zur Europameisterschaft in Österreich fahren. "Da stehen schwere Spiele an, und ich bin sicher, dass einige meiner Spieler bis zum Finale durchspielen müssen. Nach der EM beginnt das Spiel von vorn."

Glücklich sei er mit einer EM während der laufenden Saison "natürlich nicht, aber wir müssen damit leben. Andererseits wollen wir ja auch möglichst viele Nationalspieler stellen", so Schwalb zu Sport1.de.

"Es war ein super Gefühl, beim Tabellenführer auflaufen zu dürfen", sagte Chrischa Hannawald in einem Gespräch mit Sport1.de kurz nach seinem erneuten Abschied aus der Bundesliga.

Sport1.de: Herr Hannawald, würden Sie sich als Deutscher Meister fühlen, wenn der HSV Hamburg auch am Ende der Saison vorn steht?

Chrischa Hannawald: Natürlich. Ich hoffe sehr, der Klub schafft es. Ich bin auf jeden Fall auf der traditionellen Reise nach Mallorca nach Ende der Saison dabei. Die Meisterschaft wäre natürlich das Sahnehäubchen.

Sport1.de: Wie fühlten Sie sich nach so langer Pause?

Hannawald (lacht): Wie immer. Als wäre ich nie weggewesen.

Sport1.de: Und als Sie dann gegen ihr Ex-Team aufs Feld durften?

Hannawald: Das war ein super Gefühl beim Tabellenführer auflaufen zu dürfen. Danke an die Fans, die mich gefeiert haben, die Kulisse hier ist sensationell. Leider habe ich den Siebenmeter nicht gehalten. Das wäre natürlich noch eine Steigerung gewesen.

Sport1.de: Hätten Sie gern länger gespielt?

Hannawald: Natürlich. Aber Pelle (Per Sandström; die Red.) hat super gehalten. Und das Spiel war ja eng bis zum Ende.

Sport1.de: Sie haben richtig mitgefiebert und das Team von der Bank 60 Minuten angefeuert...

Hannawald: Ja klar, ich bin eben handballverrückt. Und wenn ich schon einspringe, dann auch mit allen Emotionen.

Sport1.de: Wird es ein weiteres Comeback geben?

Hannawald: Geplant ist es nicht. Aber wenn man mich braucht, kann ich es mir vorstellen. Das Feuer brennt jedenfalls noch.

Das Gespräch führte Jürgen Blöhs

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