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Volker Mudrow (2.v.r.) übernahm das Traineramt vor der Saison von Markus Baur © getty

Für das Ligaspiel gegen Berlin fordert Lemgos Manager Volker Zerbe trotz aller Verletzungssorgen einen Sieg.

Von Ingo Weber

Lemgo - Die EM in Österreich ist Vergangenheit, nun steht wieder die Handball-Bundesliga im Mittelpunkt.

Nach dem "Eröffnungsspiel" zwischen Minden und Düsseldorf starten auch der TBV Lemgo und die Füchse Berlin wieder durch.

Beide Vereine stehen aktuell im Mittelfeld der Tabelle, und die Füchse können mit einem Auswärtssieg nach Punkten mit den Gastgebern gleichziehen.

Die Chancen dazu stehen nicht schlecht, denn der TBV hat mit Verletzungsproblemen zu kämpfen.

In einem Testspiel gegen den SC Magdeburg am vergangenen Donnerstag konnte Trainer Volker Mudrow so eben noch auf den letzten Rest der Aufrechten zurückgreifen.

Lazarett lichtet sich

Fünf Spieler mussten verletzt passen, doch das Lazarett sollte sich bis zum Duell am Dienstag (ab 20 Uhr LIVESCORES live im DSF) gegen die Füchse wieder etwas lichten.

Holger Glandorf unterzog sein inzwischen schmerzfreies Knie im Abschlusstraining am Montag einem letzten Belastungstest.

Daniel Kubes hofft nach einer Oberschenkelverhärtung wieder eingreifen zu können. Auch Tamas Mocsai und Logi Geirsson könnten bei optimalem Verlauf wieder einsatzfähig sein.

Bleibt ein Fragezeichen hinter Rolf Hermann, dessen Zerrung im Rippenbereich nicht nur schmerzhaft, sondern vor allem schwer zu behandeln ist.

Lemgo baut auf Heimvorteil

Nach dem 29:26-Hinspielerfolg empfängt der TBV die Gäste von der Spree mit dem nötigen Respekt.

"Die Füchse haben eine ambitionierte Mannschaft und sind auf einem guten Weg, sich auch in der oberen Tabellenregion festzusetzen. Das Projekt in Berlin entwickelt sich sehr gut und wir dürfen uns am Dienstag keine Schwächephase erlauben", sagte TBV-Geschäftsführer Volker Zerbe.

"Vor heimischem Publikum sind wir Favorit und dies wollen wir auch mit einer entsprechenden Leistung untermauern", nahm Zerbe sein Team vor dem richtungweisenden Spiel in die Pflicht.

Sigurdsson in Österreich begehrt

Bei den Gästen aus Berlin wird derzeit heftig über die Zukunft von Trainer Dagur Sigurdsson diskutiert. Unter dem Isländer wurde das Gastgeberland Österreich starker EM-Neunter.

"Dagur ist ein Geschenk Gottes", machte Martin Hausleitner, Generalsekretär des ÖHB, ein Interesse an einer Weiterverpflichtung deutlich.

Auch der Berliner Manager Bob Hanning signalisierte bereits, Gesprächen aufgeschlossen gegenüber zu stehen.

"Der Vertrag ist bewusst so gemacht worden, dass Dagur ab 1. Februar nur noch für die Füchse arbeitet. Trotzdem ist alles offen und alles denkbar. Vernünftige Menschen können über alles reden", meinte Hanning.

Vertrag bis 2011

Auch Sigurdsson selbst gibt zu, die Arbeit beim ÖHB genossen zu haben. "Ich bin glücklich, dass ich bei der EM dabei sein durfte. Das war ein richtiger Luxusjob", erklärte der Isländer, der bei den Füchsen noch bis 2011 unter Vertrag steht.

Doch gibt es auch Probleme, die Sigurdsson "momentan mehr beschäftigen als die Zukunft." Er denkt darüber nach, wie er mit seinem Team am Dienstag beim TBV einen guten Start in die zweite Saisonhälfte hinbekommt.

EM-Erfahrungen helfen

"Da helfen mir auch die EM-Erfahrungen weiter", sagt er. "In Spielen gegen die Besten lernst du enorm viel dazu. Es sind Kleinigkeiten, die helfen, schwierige Situationen zu bewältigen."

Wie man es schafft, mit dem Team eines bisher zweitklassigen Handballlandes Favoriten das Fürchten zu lehren, hat er bewiesen.

Die Ausgangssituation ist vergleichbar mit der bei den Füchsen. "Das Team ist super drauf, ich bin zuversichtlich", sagte Sigurdsson vor dem Gang nach Lemgo.

Aktuell auf Platz neun platziert, haben die Füchse das internationale Geschäft noch in Reichweite.

Nincevic für Wilczynski

"Letztendlich wissen wir doch noch nicht, welcher Platz dafür ausreicht. Punktemäßig ist für uns alles möglich", meint der österreichische Linksaußen Konrad Wilczynski.

Mitwirken kann er jedoch die nächste Zeit nicht. Eine Handverletzung, welche er nicht operieren lassen möchte, zwingt ihn zu einer längeren Pause.

Für ihn haben die Füchse den Kroaten Ivan Nincevic verpflichtet, der bereits für den Stralsunder HV in der Bundesliga spielte.

Für den Norweger Stian Vatne, der sich ebenfalls bei der EM verletzt hat, ist ein Ersatz nicht nötig.

"Ich will gegen Flensburg am 17. Februar wieder dabei sein. Im Moment sieht es gut aus", gibt Vatne ein zeitnahes Ziel aus.

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