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Henning Fritz wechselte 2007 vom THW Kiel zu den Rhein-Neckar Löwen © getty

Vorm Duell mit dem Ex-Klub reizt der Löwen-Keeper die kriselnden Kieler. Denen setzt nun auch der Staatsanwalt zu.

Von Ingo Weber

München - Der Druck ist so groß wie selten zuvor, die Störfeuer sind vielfältig:

Im brisanten Bundesliga-Duell zwischen den Rhein Neckar Löwen und dem THW Kiel (ab 20.15 Uhr LIVESCORES und live im DSF) stehen die Gäste aus dem Norden mit dem Rücken zur Wand.

Neben der Enttäuschung über das Viertelfinal-Aus gegen den VfL Gummersbach im DHB-Pokal muss der THW auch das Theater um den Ex-Manager Uwe Schwenker wegstecken.

Nun flatterte dem Klub auch eine Anklage der Kieler Staatsanwaltschaft ins Haus, der der THW aber gelassen entgegensieht.

Champions-League-Finale wurde "einwandfrei geleitet"

"Mehreren Gutachten zufolge ist das Finalrückspiel in der Champions League 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt sportlich einwandfrei geleitet worden", sagte der THW-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Hinrich Vater am Mittwoch.

Schwenker und Serdarusic wird zur Last gelegt, vor der Partie gegen Flensburg die beiden polnischen Schiedsrichter bestochen zu haben.

Der Kieler Erzrivale Flensburg hatte nach dem Bekanntwerden der Anklageerhebung Regressansprüche gegen den deutschen Pokalsieger nicht ausgeschlossen.

"Wackelige Strukturen im Norden"

In der Bundesliga wiederum steht der Abonnementsmeister des Isländers Alfred Gislason mit einem Punkt Rückstand auf den HSV Hamburg "nur" auf Platz zwei.

Heißt im Klartext: Eine Niederlage bei den Löwen kann sich der Rekordmeister partout nicht erlauben, könnte der Meisterschaftszug doch sonst ohne die Kieler abfahren.

Zusätzliches Öl ins Feuer gießt Löwen-Torwart Henning Fritz. "Die Höhe der Pokal-Niederlage ist untypisch für Kiel und auch die Art und Weise, wie sich manche Spieler präsentiert haben. Das sah danach aus, als ob es in der Mannschaft brodelt", sagte der Ex-Kieler mit Blick auf "wackelige Strukturen im Norden".

Drei Medaillengewinner

"Das soll uns jedoch nicht weiter kümmern", ergänzt Fritz - und strotzt vor Selbstbewusstsein. "Wir haben nach dem Sieg in Göppingen auf jeden Fall Rückenwind und wollen den Gegner von Beginn an unter Druck setzen" meinte Fritz, der seinen Vertrag wie erwartet bis Juni 2011 verlängert hat.

Ohnehin ist die Gefühlslage beim Ligafünften aus Mannheim äußerst positiv: Mit Gudjonsson, Stefansson und Sigurdsson kehrten gleich drei Spieler mit einer Bronze-Medaille von der EM in Österreich zurück.

Im Pokal buchte man mit einem 33:29 beim Tabellendritten Göppingen das Final-Four in der Colorline-Arena in Hamburg - anders als Kiel.

Andersson verspricht Steigerung

Völlig befreit aufspielen können die Löwen aber dennoch nicht: In der Bundesliga beträgt der Abstand auf den Spitzenreiter bereits acht Punkte.

Wollen die Badener zum dritten Mal in Serie in die Champions League einziehen, dürfen sie sich kaum noch Ausrutscher erlauben.

Auf Kieler Seite wiederum gelobt Schwede Kim Andersson, der im Pokal die Rote Karte sah, Besserung im anstehenden Duell: "Da werden wir ein ganz anderes Spiel abliefern", sagte der Nationalspieler.

Narcisse und Tkaczyk fehlen

Verzichten muss der THW einmal mehr auf Daniel Narcisse, der noch an den Folgen einer Knie-Operation leidet. Löwen-Trainer Ola Lindgren dagegen stehen bis auf Grzegorz Tkaczyk vermutlich alle Akteure zur Verfügung.

Der Schwede wünscht sich den Erfolg in Göppingen als Motivationsspritze: "Ich hoffe, das gibt uns den nötigen Schub für das harte Programm im Februar."

Nach dem Duell mit Kiel geht es gleich beim HSV weiter.

Zuvor richtet Geschäftsführer Thorsten Storm den Blick aber eindringlich auf die angeschlagenen Kieler und warnt: "Die werden hier mit hochrotem Kopf auflaufen."

Göppingen in der Favoritenrolle

Im zweiten Mittwoch-Match des 19. Spieltags treffen der TSV Hannover-Burgdorf und Frisch Auf Göppingen aufeinander (ab 20.15 Uhr LIVESCORES).

Von der Tabellensituation her wäre alles andere als ein Sieg der Gäste eine Überraschung. Das Hinspiel hatte Göppingen für sich entschieden (33:29).

Im Kampf um die internationalen Plätze darf sich die Truppe von Velimir Petkovic keinen Ausrutscher erlauben.

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