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Der schwedische Kreisläufer Marcus Ahlm (m.) spielt seit 2003 beim THW Kiel © getty

Am siebten Spieltag empfängt Kiel den HSV. Die kriselnden Hamburger stapeln tief und schieben dem THW die Favoritenrolle zu.

Von Felix Götz

München - Ein richtungsweisender Klassiker steht am siebten Spieltag auf dem Programm: Der THW Kiel empfängt den HSV Handball.

Die Voraussetzungen könnten beim Duell der beiden Manschaften (14.45 Uhr LIVESCORES) kaum unterschiedlicher sein.

Haben die Kieler, abgesehen von der 28:28-Blamage am ersten Spieltag gegen Aufsteiger Dormagen, bisher eine weiße Weste (11:1 Punkte), so steht Hamburg bereits mächtig unter Druck.

Der Grund: Das Team von Trainer Martin Schwalb, das vor Saisonbeginn mächtig verstärkt wurde, kommt einfach nicht in die Gänge.

"Wir wollten mit 10:0 Zählern nach Kiel fahren", sagt Geschäftsführer Peter Krebs. Nach den überraschenden Pleiten gegen Dormagen und Großwallstadt sind es nur 6:4 Punkte.

HSV stapelt tief

Sollte der HSV in Kiel verlieren, wäre ein Meisterschaftskandidat erstmal aus dem Titelrennen raus.

In Hamburg ist man deshalb vor dem Nordderby bemüht, sich als krassen Außenseiter darzustellen, um etwas Druck von der Mannschaft zu nehmen.

"Keiner erwartet in der Sparkassen-Arena etwas von uns", sagt HSV-Boss Andreas Rudolph.

Und Schwalb drückt es gegenüber den "Kieler Nachrichten" drastisch aus: "Im Moment haben wir kein Recht, von einem Sieg zu sprechen."

HSV siegt in Kiel

Nicht nur angesichts der vergangenen Saison lässt man sich die Favoritenrolle in Kiel nur ungern zuschieben.

Da gewann der HSV nämlich mit 31:30 in Kiel. Und auch im Rückspiel ergatterten die Hamburger beim 36:36 einen Punkt.

Deshalb weiß THW-Trainer Alfred Gislason: "Es wird eine sehr enge Partie."

Schwalb will nicht jammern

Doch der HSV plagt sich mit Verletzungssorgen herum. Schwalb will zwar nicht jammern, erklärt aber die Misere beispielhaft mit dem Training vom Montag:

"Zuerst sagt Guillaume Gille wegen Knieproblemen ab, dann kommt eine SMS von Bertrand Gille, den die Adduktoren plagen. Jansen hat Probleme mit der Wade. Blazenko Lackovic spielt sowieso nur auf 50 Prozent, Martin Lijewski mit einem Sesambeinbruch. Hinzu kommt Oleg Velyky, Pascal Hens schaut auf Krücken vorbei. Ich bin jeden Tag gespannt, wer als nächstes anruft."

Trotzdem kann der Coach gegen Kiel voraussichtlich bis auf Hens und Velyky auf seinen gesamten Kader zurückgreifen.

Siege in der Champions League

Der THW hat keine ähnlichen Sorgen. Unter der Woche holte sich der Deutsche Meister beim lockeren 37:29 gegen Metalurg Skopje in der Champions League das nötige Selbstvertrauen.

Gislason erwartet gegen Hamburg allerdings ein ganz anderes Spiel: "Wir müssen deutlich besser spielen als am Donnerstag."

Auch Hamburg war in der Königsklasse erfolgreich und schlug Tatran Presov aus der Slowakei mit 31:20.

Die Voraussetzungen vor dem Gipfentreffen stimmen also - für ein emotionales Nordderby werden neben den beiden Teams auch die 10.250 Fans in der ausverkauften Sparkassen-Arena sorgen.

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