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Bertrand Gille wechselte 2002 von Chambery Savoie HB zum HSV Handball © getty

Der HSV geht doppelt gebeutelt in den Knaller gegen die Löwen - vor allem in der Abwehr fehlt ein wichtiger Baustein.

Von Annette Bachert

München ? Die Champions League gilt es gedanklich schnell abzuhaken - nun gilt alle Konzentration dem Knaller in der Bundesliga am 20. Spieltag:

Tabellenführer HSV Hamburg misst dabei die Kräfte mit den Rhein-Neckar Löwen (ab 19.45 Uhr LIVESCORES und live im DSF).

"Ein schweres Spiel", sagt Löwen-Coach Ola Lindgren und stellt sich auf einen echten Schlagabtausch ein.

An Selbstvertrauen mangelt es dem Schweden trotzdem nicht: "Wir haben nach der EM-Pause drei gute Spiele gezeigt und sind nun an dieses Top-Niveau gewöhnt. Das kann auch ein Vorteil sein."

Ungleiche Belastungen im Vorfeld

Auch Nationalspieler Michael Müller gibt sich forsch: "Wir können mit allen Spitzenteams mithalten. Warum sollte nicht auch in Hamburg was drin sein?"

Mit den drei guten Spielen meint Lindgren aber auch die kräftezehrende Partie gegen den THW Kiel, die die Löwen am Ende unglücklich mit 22:23 verloren sowie den ebenfalls hart erkämpften 35:32-Sieg gegen KS Kielce in der Champions League.

Der HSV konnte sich dagegen in den letzten Tagen beinahe ausruhen.

Auch Gille außer Gefecht

Für die Hanseaten steht in der gleichen Zeit ein 37:21-Kantersieg gegen Fyllingen Handball und ein 28:22-Pflichtsieg beim Tabellenschlusslicht GWD Minden zu Buche. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Eitel Sonnenschein herscht in Hamburg dennoch nicht - weil HSV-Coach Martin Schwalb den zweiten prominenten Ausfall beklagt:

Neben Linksaußen Torsten Jansen, der wegen eines Muskelfaserrisses in der rechten Wade wohl die nächsten vier bis sechs Wochen fehlt, ist nun auch Bertrand Gille außer Gefecht gesetzt:

"Totos Ausfall trifft uns hart"

Der Kreisläufer laboriert an einer Fersenreizung - was für den Trainer offenbar nicht ganz unerwartet kommt.

"Das war klar, dass wir irgendwann mal die Quittung für die Dauerbelastung bekommen", so Schwalb. Und meint zudem: "Totos Ausfall trifft uns hart. Er ist ein ganz wichtiger Baustein in der Abwehr und im Angriff."

Was Gille nur wenig tröstet: Der Kapitän wurde während der 5. Hamburger Sportgala zum "Sportler des Jahres 2009" gewählt.

Schröders Comeback gegen Minden

Dafür kann Schwalb auf der rechten Außenposition wieder auf Stefan Schröder zurückgreifen, der nach seinem Trommelfellriss bereits gegen Minden sein Comeback gab.

Für eine weitere frohe Botschaft sorgte Torwart Per Sandström. Der Schwede wird seinen Vertrag beim HSV um weitere zwei Jahre verlängern.

Wie Sportdirektor Christian Fitzek bestätigte, einigten sich beide Seiten mündlich auf eine weitere Zusammenarbeit: "Es fehlt nur noch die Unterschrift".

Licht und Schatten bei den Löwen

Auch die Mannheimer können nach wie vor nicht aus dem Vollen schöpfen. Spielmacher Gudjon Valur Sigurdsson wurde entzündetes Narbengewebe aus dem Knie entfernt, er wird dem Tabellen-Fünften voraussichtlich zwölf Wochen fehlen.

Außerdem passen nach wie vor Kreisläufer Bjarte Myrhol (Nackenverletzung) und Rückraumspieler Grzegorz Tkaczyk (Knorpelschaden).

Gut in Form dagegen ist EM-Youngster Uwe Gensheimer. Der Linksaußen überzeugte in Kielce mit zehn und gegen Kiel mit acht Toren. Auch Keeper Henning Fritz zeigte in den beiden Partien Weltklasse-Leistungen

Duvnjak gut drauf

Bei den Hamburgern spielt derzeit der kroatische Spielmacher Domagoj Duvnjak groß auf.

In Minden war er der überragende Mann auf dem Feld.

Schwalb lobte den 21-Jährigen nach der Partie in den höchsten Tönen: "Er hat den Unterschied ausgemacht, es macht Spaß mit ihm."

Außerdem spielen am 20. Spieltag:

Füchse Berlin - SG Flensburg-Handewitt HSG Düsseldorf - TBV Lemgo TuS N-Lübbecke - VfL Gummersbach THW Kiel - TSV Dormagen (alle ab 20.15 Uhr LIVESCORES)

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