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HSV-Shooter Marcin Lijewski setzt sich gegen Nikola Karabatic (l.) durch © getty

Der THW gewinnt das hektische Spitzenspiel dank eines klasse Keepers und vereitelt einen Hamburger Befreiungsschlag.

Kiel - Titelkandidat HSV Hamburg kann seine Meisterschaftsträume fast schon begraben.

Die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb verlor das Topspiel der siebten Bundesliga-Runde beim THW Kiel mit 22:29 (14:12) und kassierte damit bereits die dritte Niederlage.

Der Handball-Rekordmeister hingegen bleibt in der laufenden Spielzeit weiter ungeschlagen und wahrte seine Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Sechs Tore in Serie

Die Entscheidung zugunsten des Teams von Coach Alfred Gislason fiel Mitte der zweiten Halbzeit.

Den Kielern gelangen sechs Tore in Folge und gaben einen Vorsprung von fünf Toren in den letzten zehn Spielminuten nicht mehr ab. Die 140 mitgereisten HSV-Fans, in der ersten Halbzeit phasenweise zu hören, verstummten nach dem Seitenwechsel fast völlig.

Die größten Probleme hatten die "Zebras" in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit, als sie einen 11:9-Vorsprung nicht behaupten konnten, sondern stattdessen mit einem Rückstand von 12:14 in die Pause gingen.

Omeyer hält überragend

Das genaue Gegenteil erlebten die 10.250 Zuschauer in der ausverkauften Arena zu Beginn des zweiten Durchgangs, als der HSV nach 15:13-Führung plötzlich 15:17 in Rückstand lag. Nicht nur in dieser Phase war der französische Olympiasieger Thierry Omeyer im THW-Tor schier unüberwindlich.

"Dieser überragende Keeper war unser Problem. Er hat phasenweise einfach alles gehalten. Und wenn man keine Tore wirft, kann man eben nicht gewinnen", sagte HSV-Coach Schwalb, der die Niederlage auch an dem Platzverweis für Krzysztof Lijewski festmachte.

Der Pole sah in der 42. Minute eine umstrittene Rote Karte.

Omeyer meinte nur bescheiden: "Ich hatte einfach einen guten Tag."

Gille früh mit Foulproblemen

Die Hanseaten waren allerdings personell nicht nur durch den Ausfall von Nationalspieler Pascal Hens gehandicapt.

Abwehrchef Bertrand Gille hatte bereits nach einer Viertelstunde zwei Zeitstrafen abgesessen und musste sich im restlichen Verlauf der Begegnung bei harten Aktionen mehrmals zurückhalten, um nicht eine Matchstrafe zu riskieren.

Jeweils sechsmal für die "Zebras" trafen Vid Kavticnik, Nikola Karabatic und Filip Jicha. Hans Lindberg und Torsten Jansen warfen jeweils vier Tore für den HSV.

Lemgo bleibt vorne

Ungeachtet des Kieler Erfolges behauptete sich der TBV Lemgo weiterhin an der Tabellenspitze. Im Duell der Ex-Meister setzten sich die Ostwestfalen gegen den SC Magdeburg mit 27:23 (12:11) durch.

Erster Verfolger der beiden Spitzenteams bleibt die HSG Nordhorn, die Emsländer hatten nur wenig Mühe, gegen das weiterhin punktlose Tabellenschlusslicht Tusem Essen mit 38:31 (17:17) die Oberhand zu behalten.

Weiterhin sieglos ist auch noch die HSG Wetzlar, die bei HBW Balingen-Weilstetten knapp 26:27 (12:14) verlor.

Unentschieden in Berlin

Mehr oder minder sichere Heimsiege feierten GWD Minden mit 33:30 (17:13) gegen Aufsteiger Stralsunder HV sowie der ehemalige deutsche Rekordmeister VfL Gummersbach mit 36:31 (17:17) gegen MT Melsungen.

Am Sonntag mussten sich die Füchse Berlin nach starker Leistung mit einem 32:32 (18:17) gegen den TV Großwallstadt begnügen. Konrad Wilczynkski machte mit einem verwandelten Siebenmeter fünf Sekunden vor Schluss den Punkt perfekt.

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