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Trainer als Trostspender: Sven Liesegang (r.) richtet Christoph Theuerkauf auf © imago

Mit dem neuen Coach Sven Liesegang will der SCM zuhause gegen starke Göppinger punkten. Stefan Kretzschmar analysiert das Duell.

Von Olaf Mehlhose

München - Es weht dieser Tage ein frischer Wind beim SC Magdeburg. Trainer Michael Biegler hat den Verein zum Ende des Jahres in Richtung Großwallstadt verlassen und wurde durch Sven Liesegang ersetzt.

Ein Wechsel, den der frühere Magdeburger Profi und DSF-Experte Stefan Kretzschmar grundsätzlich für sinnvoll hält.

Auf Liesegang hält Kretzschmar große Stücke. Im Nachwuchsbereich habe Liesegang "einen super Job gemacht", sagte der frühere National-Linksaußen gegenüber Sport1.de: "Es ist ein analytischer Trainer, der sehr viel mit den Spielern spricht. Er legt viel Wert auf Kombinationen und neue taktische Maßnahmen." Im Sommer soll Liesegang dann für den Hannoveraner Aufstiegstrainer Frank Carstens Platz machen.

Arbeit an der Zukunft

Ein Plan, den Kretzschmar nicht gutheißt: "Es ist eine ungünstige Ausgangssituation, dass erst im Sommer der neue Mann kommt. Sowohl von Seiten der Spieler als auch von Seiten des Trainers hat man schnell eine Ausrede, wenn es mal nicht so läuft." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dennoch - in Magdeburg sollen innerhalb der nächsten drei Monate die Weichen für die finanzielle und sportliche Zukunft des Vereins gestellt werden. Für eine Initialzündung könnte bereits die Partie am 19. Spieltag gegen FrischAuf Göppingen (Mi., 20:15 LIVESCORES und LIVE auf dsf.de) sorgen, die für den neuen Trainer zugleich die Heim-Premiere darstellt.

"Im Verein herrscht eine positive Grundstimmung", hat Kretzschmar festgestellt, ein Erfolg gegen den Liga-Vierten aus Schwaben wäre nach dem verpatzten Rückrunden-Start in Flensburg sicherlich nicht abträglich.

Magdeburg unter Druck

Für die Magdeburger, derzeit Elfter der Tabelle, ist es zugleich das erste Heimspiel seit acht Wochen. Den Druck auf die Sachsen-Anhaltiner macht das nicht geringer. "Göppingen hat bislang eine super Saison gespielt", analysiert Kretzschmar die Ausgangslage beider Teams: "Die sind total im Soll. Der Druck liegt eher beim Gastgeber."

Um Magdeburgs Chancen in dem ungleichen Duell zu wahren, hat Liesegang bereits angekündigt, dass er zur Magdeburger Handballschule und dem damit verbundenen Tempo-Spiel zurück will. Außerdem soll die Bördelandhalle wieder zur Festung werden - vier von zehn Heimspielen gingen in der Hinrunde verloren.

Kretzschmar erwartet "ein hartes Spiel" beider Teams. "Die Magdeburger haben in der Winterpause an ihrem Gegenstoß gearbeitet, den sie wieder spezialisieren wollen. Ich gehe aber davon aus, dass es kein torreiches Spiel wird, das über die Abwehrreihen entschieden wird."

Kann Liesegang die Schwächen abstellen?

Interessant wird daher sein, ob Magdeburgs neuer Trainer in der Lage ist, die Schwächen in der Abwehr, beim Überzahlspiel und die miserable Siebenmeter-Quote zu korrigieren.

Auf ein Saisonziel wollte sich der Klub an der Elbe öffentlich nicht festlegen, aber ein gesicherter Mittelfeldplatz entspricht wohl den derzeitigen Möglichkeiten. Mit einem Sieg gegen Göppingen könnten sich die Gladiators für die 26:29-Hinspiel-Niederlage revanchieren.

Göppingen musste zittern

Für die Göppinger verlief der Rückrunden-Start zwar nicht unbedingt nach Wunsch. Der Auftakt gegen Hannover-Burgdorf ging mit 29:30 (17:14) verloren. Im EHF-Pokal erreichte die Mannschaft von Velimir Petkovic zwar die nächste Runde, doch bei der 26:30-Niederlage bei AaB Handbold mussten die Göppinger lange zittern.

Kretzschmar analysiert die Lage der Schwaben dennoch durchweg positiv: "Ich hätte ihnen diesen Höhenflug gar nicht zugetraut", sagte der frühere Profi und bringt FrischAuf vorsichtig sogar mit der Champions League in Verbindung. "Für die Göppinger wäre das eine Überraschung und ein Zubrot. Wenn sie diese Ambitionen nähren wollen, müssen sie beim Elften natürlich gewinnen."

Ein Sieg in Magdeburg und der Göppinger Traum von der Königsklasse könnte vielleicht etwas intensiver werden.

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