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HSV-Keeper Johannes Bitter (M.) erlebte einen frustrierenden Abend © imago

Beim Spitzenspiel in Kiel vergibt Hamburg die Chance auf einen "Big Point". Besonders ein Spieler vermasselt dem HSV die Tour.

Von Thorsten Deppe

München - Wie zugemauert musste den HSV-Angreifern das "Zebra-Tor" ab der 40. Minute im Top-Spiel der Bundesliga vorkommen.

Innerhalb von acht Minuten donnerten sie sechs Mal auf den Kasten der Kieler.

Hans Lindberg versuchte es von der Sieben-Meter-Linie, doch die Mauer names Thierry Omeyer hielt.

Und so resümierte HSV-Trainer Martin Schwalb: "Er hat uns den Zahn gezogen. Manche meiner Spieler haben sich kaum noch etwas zugetraut, weil er so gut hielt."

Spiel auf der Kippe

Der französische Olympiasieger sorgte beim Stand von 18:19 aus Kieler Sicht für eine Wende im Nordderby.

Nach dem 21:20 durch Filip Jicha erhielt HSV-Keeper Johannes Bitter in der 46. Minute eine Zeitstrafe nach einem Zusammenprall mit Vid Kavticnik.

Die Überzahlsituation nutzten Kavticnik und Nikola Karabatic zur Vorentscheidung, warfen eine Fünf-Tore-Führung heraus.

Des einen Freud, des anderen Leid

Am Ende stand mit 29:22 der sechste Ligasieg in Folge für den Rekordmeister.

Der HSV dagegen stagniert im Tabellen-Mittelfeld und verpasste einen "Big Point".

"So wie es aussieht, haben wir uns in der Tabelle erst einmal von oben verabschiedet. Ab jetzt gelten keine Ausreden mehr", meinte Torsten Jansen zu den "Kieler Nachrichten".

"Den Kopf verloren"

Verletzt litt Pascal Hens auf der Tribüne mit: "Dreimal verloren ? das ist kein guter Saisonstart. Hier waren wir 45 Minuten lang die bessere Mannschaft und haben dann den Kopf verloren."

Bis zu den irren acht Minuten von Omeyer war der HSV voll auf Augenhöhe. Gleich zweimal jagte Lindberg einen Siebenmeter zum 7:7 und 11:11 ins Tor, ehe Kapitän Guillaume Gille in der 28. Minute mit 12:11 für die erste Hamburger Führung sorgte.

Sekunden vor der Halbzeitsirene erhöhte Blazenko Lackovic noch zum 14:12 Halbzeitstand.

Wende nach der Pause

Aggressiv kamen die Kieler aus der Kabine, Guillaume Gille behauptete allerdings zunächst den Hamburger Zwei-Tore-Vorsprung.

In der ersten Hälfte mit nur fünf Paraden schwach, steigerte sich Omeyer nun. Die Kieler erzielten vier Tore in Folge zum 17:15.

Nach einer Auszeit konterte der HSV und glich durch Nicklas Grundsten und Krzysztof Lijewski aus. Allerdings schwächte Lijewski sein Team in der 42. Minute, als er nach einem Foul an Karabatic die Rote Karte sah. Insgesamt 21 Paraden Omeyers besiegelten letzlich die dritte Hamburger Liga-Pleite im sechsten Spiel.

Piet Krebs verlässt Hamburger Hafen

Trotz des schwachen Saisonstarts muss Coach Schwalb noch nicht um seinen Job bangen. "Er ist und bleibt unser Trainer", sagte HSV-Boss Andreas Rudolph. Platz elf ist dürfte aber keine Jobgarantie sein.

Eine andere Personalstelle ist derweil bald vakant: Piet Krebs kündigte seinen Vertrag als Geschäftsführers des HSV zum Saisonende, ein Nachfolger steht bisher noch nicht fest.

Sieg gegen Berlin Pflicht

Weiterhin unbesiegt liegt der THW Kiel punktgleich mit dem TBV Lemgo an der Spitze der Tabelle und reist zur Champions-League-Partie im norwegischen Drammen am Mittwoch.

Für den HSV ist ebenfalls am Mittwoch im Ligaspiel gegen die Füchse Berlin ein Sieg Pflicht.

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