Pokalschreck will HSV noch mal knacken
Von Marwan El-Eid
Hamburg - Spitzenreiter empfängt Pokalexperten: Der HSV Hamburg trifft am 22.Spieltag auf den Tabellenachten aus Gummersbach (ab 19.45 LIVESCORES und im DSF).
Während die Hamburger diese Saison von Sieg zu Sieg eilen und endlich nach dem langersehnten Titel greifen, dümpeln die Oberbergischen im Mittelfeld der Liga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
"Wir sind die Außenseiter und können befreit in das Spiel gehen. Den Druck, das Spiel gewinnen zu müssen, hat der HSV", gefällt sich VfL-Trainer Sead Hasanefendic in der Rolle des Underdogs.
So hat er auch höchsten Respekt vor der Spielstärke der Hanseaten: "Der HSV gehört derzeit zu den stärksten Mannschaften Europas. Der Kader ist voll mit hochkarätigen Spielern."
VfL zeigt Klasse vor allem im Pokal
Niemand wird dem Handball-Trainer aus Kroatien diese Einschätzung streitig machen, erhöhte sich mit der Doppelverpflichtung des kroatischen Duos Igor Vori und Domagoj Duvnjaksich zu Saisonbeginn noch einmal die Klasse im Kader von HSV-Coach Martin Schwalb.
Dass aber die Gummersbacher auch richtig guten Handball spielen können und dabei in regelmäßigen Abständen für große Überraschungen sorgen, zeigt der amtierende EHF-Sieger - der bereits wieder im Viertelfinale des Europapokals steht – besonders in seinen Pokalspielen. (Magdeburg verzweifelt - Flensburg bleibt dran)
So gewann die Mannschaft Anfang Februar im deutschen Pokal-Viertelfinale gegen den Rekordmeister und Hamburg-Verfolger THW Kiel klar mit 35:28. Damit zog der VfL wie im Vorjahr erneut ins Final-Four-Turnier in Hamburg ein.
Toto? Nur ohne Risiko
Ein Erlebnis das den Hansestädtern bekannt vorkommen dürfte: Im letztjährigen Pokal-Halbfinale unterlag der favorisierte HSV im Mai in eigener Halle gegen den VfL Gummersbach.
Daher ist das Schwalb-Team mehr als gewarnt. Die Gäste seien "sehr gefährlich. Die platzen vor Selbstvertrauen", warnt Schwalb in der "Hamburger Morgenpost". Allerdings tönt er auch: "Keine Mannschaft der Welt macht uns Angst."
Allerdings müssen die Hanseaten mit einer dünnen Personaldecke antreten, da kaum Chancen auf einen Rückkehrer aus dem zuletzt dreiköpfigen HSV-Lazarett (Bertrand Gille, Stefan Schröder, Torsten Jansen) bestehen.
Höchstens noch beim deutschen Nationalspieler Janson, doch Schwalb stellt klar: "Wir versuchen natürlich, Toto so schnell wie möglich wieder fit zu kriegen, wollen ihn aber nicht verfrüht bringen und einen noch längerfristigen Ausfall riskieren. Nur wenn dieses Risiko ausgeschlossen werden kann, wird er auch spielen."
Beide setzen auf Konzentration
Aus dieser Not heraus hofft er daher auf die Unterstützung der Fans: "Wir müssen konzentriert zu Werke gehen und uns durch eine gute Defensive Vorteile erarbeiten. Wenn unsere Fans uns dabei wie immer von der ersten Minute an unterstützen, haben wir aber ein weiteres großes Plus auf unserer Seite."
Übrigens an den VfL-Coup in Hamburg erinnert sich Sead Hasanefendic dann doch noch: "Im Handball ist vieles möglich. Wir müssen konzentriert und diszipliniert auftreten und das Spiel so gut es geht offen halten, dann kann auch die große Überraschung gelingen."
Dafür müsste Gummersbach auch in der Liga endlich sein Potenzial ausschöpfen.
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