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Martin Schwalb trainiert den HSV Hamburg seit dem Jahr 2005 © getty

Der HSV-Trainer hat das Heimdebakel gegen Gummersbach durch einen Taktik-Missgriff mitverursacht. Bei Sport1.de erklärt er sich.

Von Martin Hoffmann

München - Es war ein Schockerlebnis, das bis in die letzte Pore vordrang.

An ein "schwarzes Loch, das alles Negative anzieht", fühlte sich HSV-Rückkehrer Torsten Jansen erinnert: "Und das schwarze Loch waren heute wir."

Die 31:39-Heimpleite gegen den VfL Gummersbach war ein bitterer Tiefschlag für den HSV Hamburg - und ein folgenschweres.

Der Noch-Tabellenführer hat nun mehr Minuspunkte auf dem Konto als Konkurrent THW Kiel, der am Abend gegen Minden antritt (ab 20.15 Uhr LIVESCORES).

Bitteres Deja Vu

"Wir haben individuell zu viele Fehler gemacht, aber auch als Mannschaft", gesteht HSV-Trainer Martin Schwalb gegenüber Sport1.de ein.

Es war ein bitteres Deja Vu, das Erinnerungen an das Final Four in der vergangenen Saison weckte.

Auch da war der HSV mit acht Toren Unterschied gegen Gummersbach untergegangen ? ein Tiefpunkt einer missratenen Saison, die Schwalbs Trainerstuhl ins Wackeln brachte.

So groß sind die Erschütterungen diesmal nicht - aber eine gute Figur gab Schwalb auch an diesem Abend nicht ab.

Taktisch verzockt

Mit dem Entschluss, schon in der 32. Minute beim Stand von 18:18 einen siebten Feldspieler zu bringen, um die offensive 3:3-Deckung der Gummersbacher zurückzudrängen, verzockte er sich komplett.

Weil die Hamburger auch in der Feldüberzahl immer wieder den Ball verspielten und Treffer ins leere Tor einsteckten, gerieten sie in Rückstand, statt das Spiel an sich zu reißen.

Schwalb hat die "volle Verantwortung" für den taktischen Missgriff übernommen.

Hadern mit dem Terminplan

Er weiß: "Wir sind eigentlich in der Lage, jedes Spiel zu gewinnen und wenn wir das nicht tun, hat das etwas mit Qualitätseinbußen zu tun."

Hat die vorher fast makellose Saison mit 19 Siegen aus 21 Spielen seine Spieler zur Selbstgewissheit verleitet? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Nein", wehrt Schwalb den Vorwurf klipp und klar ab.

Der Terminplan seines Teams fordere einfach seinen Tribut: "Jede Mannschaft, die im Drei-Tages-Rhythmus spielt, merkt, dass diejenigen mit mehr Erholungs- und Konzentrationszeit mehr kommen können."

Er wolle nicht alles auf die Belastung schieben, "aber man schafft es als Mensch nicht, alle drei Tage Top-Leistung zu bringen".

"Noch alles selbst in der Hand"

Schwalb versucht, sich kein Zeichen von Entmutigung, anmerken zu lassen. Mit Blick auf das noch ausstehende Rückspiel gegen Kiel, erklärt er: "Wir haben alles noch selbst in der Hand."

Sein Team müsse sich "auf das konzentrieren, was uns erfolgreich macht, dann werden wir auch weiter erfolgreich sein".

Die Niederlage sei womöglich der sprichwörtliche Schuss vor den Bug zur rechten Zeit, meint Schwalb: "Wir wissen genau, wie wir zu reagieren haben."

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