"Kein normaler Aufsteiger"
Von Silke Schwohl
München - Für Rolf Hermann vom TBV Lemgo und Arne Niemeyer vom TuS N-Lübbecke sollte die Begegnung am Dienstag (ab 20 Uhr LIVESCORES und Live im DSF) eine ganz besondere werden.
Nebensächlich für die Spieler wäre der Derby-Charakter dieser Partie gewesen, im Vordergrund hätte das Duell der beiden Freunde und ehemaligen Mannschaftskollegen gestanden, die vor zehn Jahren in der A-Jugend von GWD Minden die Deutsche Meisterschaft gewonnen hatten.
Doch beide Akteure müssen verletzungsbedingt zuschauen.
Der frühere TuS-Spieler Hermann muss noch eine angebrochene Rippe auskurieren und LübbeckesTop-Torschütze Niemeyer zog sich in Flensburg einen Trommelfellriss zu.
Lemgo ist gewarnt
Dass das Ostwestfalen-Derby kein Selbstläufer wird, weiß der TBV. "Der TuS hat fast alle seine Punkte zu Hause geholt, ist extrem heimstark", sagt Florian Kehrman bei Sport1.de.
In Lübbecke ist schon so mancher Favorit ins Straucheln geraten. So hat der TuS bereits der SG Flensburg-Handewitt oder den Rhein-Neckar Löwen schmerzhafte Niederlagen beigebracht.
"Lübbecke ist kein normaler Aufsteiger in dem Sinne. Sie verfügen über eine auch in der Breite starke Mannschaft, die mit dem Abstieg ohnehin nichts zu tun", zollt auch TBV-Manager Volker Zerbe dem Gegner Respekt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Verletzungspech beim TBV
Hinzu kommt, dass TBV-Trainer Volker Mudrow neben Hermann und Nationalmannschaftskapitän Michael Kraus (Muskelfaserriss) auch auf Vignir Svavarsson verzichten muss.
Der Kreisläufer laboriert an Wadenproblemen und somit könnte die gesamte Last am Kreis über 60 Minuten auf den erst von einer Verletzung zurückgekehrten Sebastian Preiß liegen.
Preiß war Anfang Februar nach einer Achillessehnen-OP wieder ins Team gerückt und hatte die EM verpasst.
An gute Leistungen anknöpfen
Lemgo erwartet demnach eine hohe Hürde, die es mit mannschaftlicher Geschlossenheit zu meistern gilt, um die personellen Ausfälle entsprechend zu kompensieren.
Und so will der TBV auch in Lübbecke an die guten Leistungen der letzten Spiele anknüpfen und aus einer sicheren Deckung heraus zu einfachen Toren kommen.
"Ein Sieg muss her"
"Durch die Siege bei der HSG Düsseldorf und gegen die HSG Wetzlar haben wir wieder mehr Selbstvertrauen bekommen. Wenn wir uns im oberen Drittel festsetzen wollen, müssen wir diese Partie gewinnen", kommentiert Hermann.
Zumal die Lemgoer noch eine Rechnung mit den Nettelstedtern zu begleichen haben: Flog der TBV doch letztes Jahr beim Aufsteiger aus dem Pokal.
Schnelle Genesung Niemeyers möglich
Bis auf Niemeyer steht Trainer Patrik Liljestrand der komplette Kader zur Verfügung.
Und auch beim Top-Torschützen des TuS, der Freitag bereits operiert wurde, hofft der Coach auf eine baldige Rückkehr.
"Gut, dass es gelungen ist, so schnell einen OP-Termin zu bekommen. Nun besteht die Chance, dass Arne bis zum Final Four im April wieder einsatzbereit sein wird", meint Liljestrand, der seinem Team nach der Niederlage in Flensburg drei freie Tage zur Regeneration zugestanden hatte.
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