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Pascal Hens wechselte 2003 von der SG Wallau-Massenheim nach Hamburg © imago

Nach der Flattervorstellung gegen Lemgo herrscht Pascal Hens seine Teamkollegen an. Der HSV muss in der "Hölle Nord" bestehen.

Von Olaf Mehlhose und Martin Hoffmann

München - Der Thriller gegen Lemgo ist gerade noch so gut ausgegangen für den HSV Hamburg.

Nun steht der Spitzenreiter vor einer noch größeren Nagelprobe.

Der Tabellen-Vierte aus Flensburg bittet zum Nord-Derby (ab 20 Uhr LIVESCORES und im DSF) in die schon seit Wochen ausverkaufte Campushalle.

Keine leichte Aufgabe für den HSV: Seit der Premieren-Saison 2002/2003 entführte das Team von Martin Schwalb erst einen Punkt von der Flensburger Förde.

Nur einmal haben die Hamburger - beim Champions-League-Viertelfinale im vergangenen Jahr - je in der "Hölle Nord" gewonnen.

Anpfiff von "Pommes"

Und nach dem Lemgo-Spiel sind die Nerven der Hamburger auch so schon angekratzt.

"So was darf einer Spitzenmannschaft nicht passieren", ärgert sich Pascal Hens in der "Bild" über den zwischenzeitlich verworfenen Neun-Tore-Vorsprung.

"Pommes" stutzte seine Teamkollegen nach dem am Ende glücklichen Sieg lautstark zurecht.

"Ich war so sauer", begründet der Rückraumspieler, der hohe Fehlerquote, zu schnelle Abschlüsse und Abweichungen vom System bemängelt.

"Ein ganz schwerer Gang"

In Flensburg erwartet Hamburg nun nach Schwalbs Ansicht "ein ganz schwieriger Gang".

Seine Mannschaft muss ihn bewältigen, denn sie braucht einen Sieg, um in der Minuspunkte-Bilanz vor Verfolger Kiel zu bleiben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der tritt in der zweiten Spitzenpartie des 25. Spieltags beim Tabellen-Dritten aus Göppingen an (Mi., ab 20 Uhr LIVESCORES und im DSF).

Flensburg in einem Lauf

Mit Siegen gegen das Top-Duo könnten die Verfolger, die mit den Rhein-Neckar Löwen um die Champions League kämpfen, auch durchaus noch ins Titelrennen eingreifen.

Gerade Flensburg ist "top drauf", wie Schwalb klar ist.

Das Team von der Förde hat alle fünf Ligaspiele 2010 gewonnen - die jüngsten drei mit jeweils mindestens neun Toren Unterschied - und die Qualifikation für das Viertelfinale des EHF-Pokals souverän gemeistert.

Einzig der Langzeit-Ausfall des seit der EM verletzten Torjägers Michael Knudsen trübt die Stimmung ein wenig.

16 Tage Pause

Die Flensburger haben seit 16 Tagen kein Ligaspiel mehr bestritten, Trainer Per Carlen ist aber nicht in Sorge, dass sein Team außer Tritt ist: "Wir haben sehr gut trainiert und verdammt viel geschafft."

Den Wettkampfrhythmus hat er mit Testspielen gegen die dänischen Klubs Bjerringbro-Silkeborg (27:27) und Aarhus GF (34:28) aufrechterhalten.

Als "Schlüssel" für ein Erfolgserlebnis gegen Hamburg sieht Carlen das Kardinalproblem der 32:37-Niederlage im Hinspiel abzustellen: "Damals haben wir uns einfach zu viele technische Fehler erlaubt."

Vorfreude auf ein "Familientreffen"

Die Reise nach Flensburg ist für zwei Hamburger besonders brisant: Blazenko Lackovic und Marcin Lijewski trugen jahrelang selbst das SG-Trikot.

Hamburgs Hans Lindberg brennt derweil vor allem auf die Begegnung mit nicht weniger als fünf Kollegen aus dem EM-Team Dänemarks.

Der derzeitige Top-Scorer der Liga freut sich auf "ein kleines dänisches Familientreffen".

Es dürfte kein allzu entspanntes werden.

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