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Martin Schwalb (l.) trainiert den HSV Hamburg seit dem Jahr 2005 © getty

Der historische Sieg in Flensburg ist für Hamburg ein Riesenschritt in Richtung Titel gemacht. Ein "Kleiner" macht sich verdient.

Flensburg/München - Erstmals die "Hölle Nord" erobert und Verfolger Kiel im Titelkampf erneut einige Nadelstiche versetzt: Der HSV Hamburg hat im Rennen um seine erste Deutsche Meisterschaft ein deutliches Zeichen gesetzt.

"Wir haben einen Meilenstein erreicht. Das war der nächste Schritt auf dem Weg dorthin, wo wir hin wollen", erklärte der Sportliche Leiter Christian Fitzek nach dem 29:25 seiner Hamburger bei der SG Flensburg-Handewitt(Stenogramme: 25. Spieltag).

Nach dem ersten Bundesliga-Erfolg des Spitzenreiters beim Tabellenvierten, der die erste Niederlage 2010 kassierte, war auch HSV-Trainer Martin Schwalb stolz auf seine Schützlinge.

Keine Partystimmung bei Schwalb

"Wenn man sich über so einen Sieg nicht freut, dann hat man irgendetwas falsch gemacht. Es passiert nicht alle Tage, dass wir hier gewinnen", erklärte Schwalb, wollte aber von einer Vorentscheidung in der "M-Frage" nichts wissen: "Wir haben genügend Respekt und Demut, um so einen Sieg richtig einzuordnen."

Von meisterlicher Party-Stimmung war beim Ex-Nationalspieler nichts zu spüren.

Auf die Frage, was sich mit Blick auf das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Rekordmeister THW Kiel geändert habe, meinte Schwalb schulterzuckend: "Vor dem Spiel in Flensburg hatten wir noch neun Punktspiele, jetzt sind es noch acht."

Darunter die vielleicht entscheidende Partie am drittletzten Spieltag (22. Mai) zuhause gegen die Kieler. Doch die "Zebras" sind es, die nun auf der Zielgeraden der Saison mächtig unter Druck stehen (DATENCENTER: Der 25. Spieltag).

"Zu keinem Zeitpunkt Zweifel"

Der HSV scheint sich von seiner Schwächephase Anfang des Monats, als das Schwalb-Team sich eine Heimpleite gegen den VfL Gummersbach erlaubte (31:39), erholt zu haben.

"Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Zweifel daran, dass wir in Flensburg als Gewinner vom Platz gehen", sagte der starke Nationaltorhüter Johannes Bitter (13 Paraden) und brachte das Hamburger Selbstvertrauen auf den Punkt.

Die Entscheidung fiel, als der HSV von 21:21 (49.) auf 24:21 (54.) davonzog und dabei die Zeitstrafen gegen die Flensburger Tobias Karlsson und Alexander Petersson eiskalt ausnutzte.

Lob für den "Kleinen"

Zum Matchwinner der Gäste avancierte vor 6300 Zuschauern in der ausverkauften Campushalle Domagoj Duvnjak mit acht Toren.

Schwalb lobte den 1,98 Meter großen und 100 Kilogramm schweren Kroaten. "Ich muss den 'Kleinen' hervorheben: Er hat immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Ohne Domagoj wäre das Spiel in die andere Richtung gegangen", sagte der HSV-Coach.

Myrhol schrammt knapp an Rekord vorbei

Im zweiten Dienstag-Spiel ließ der Tabellenfünfte Rhein-Neckar Löwen dem abstiegsbedrohten TSV Dormagen beim 37:24 (15:10) keine Chance.

In Mannheim war Bjarte Myrhol mit 15 Toren der überragende Löwe auf dem Platz.

Der norwegische Kreisläufer verpasste es dabei nur knapp, den von seinem Mannschaftskollegen Uwe Gensheimer mit 17 Treffern aufgestellten Bundesliga-Torrekord für diese Saison zu verbessern.

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