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Markus Baur absolvierte 172 Bundesligaspiele für Lemgo © imago

Trotz der derzeitigen Tabellenführung bezeichnet Lemgos Trainer Markus Baur seine Mannschaft noch nicht als Spitzenteam.

Von Andreas Kloo

München/Lemgo - "Titelkandidat? Ist das ein Witz?" ? Markus Baur bricht in lautes Lachen aus.

Sich mit der Meisterschaft zu befassen, ist für Lemgos Trainer absolut unrealistisch. Dabei stehen die Ostwestfalen derzeit mit 15:1 Punkten an der Bundesligaspitze, gleichauf mit Meister THW Kiel.

Doch Markus Baur sieht sein Team noch längst nicht auf einer Höhe mit dem Titelverteidiger. "Wir sind bei weitem kein Spitzenteam", ist sich der Coach sicher.

Baur erinnert an Pokal-Pleite

"Davon können wir sprechen, wenn wir mehr Stabilität haben. Das ist momentan nicht der Fall. Beim Pokal-Aus haben wir beispielsweise richtig schlecht gespielt", erinnert der ehemalige Nationalspieler an die bittere Pleite beim TuS N-Lübbecke.

Auch beim 30:29 in Großwallstadt am letzten Spieltag sah der Weltmeister von 2007 einige Schwächen: "Da standen wir in der Deckung anfangs nicht gut." Nach 16 Minuten lag der TBV mit 5:10 in Rückstand.

Glück in Großwallstadt

Immerhin bewies die Mannschaft Moral und kämpfte sich wieder heran. Der Sieg war aber letztlich glücklich.

Der TVG war in den letzten Sekunden drauf und dran den Ausgleich zu erzielen. Daniel Kubes verhinderte kurz vor der Schlusssirene auf Kosten einer Roten Karte den Torwurf von Michael Müller. Zuvor war Großwallstadt zweimal am Pfosten gescheitert.

"Über verdient oder unverdient im Sport zu diskutieren, macht keinen Sinn. Wir haben gewonnen, das ist es, was zählt. Aber unmittelbar nach dem Spiel habe ich auch gesagt, dass das Spiel keinen Sieger verdient hatte", bewertet Baur den Erfolg.

"Denken von Spiel zu Spiel"

Gerade wegen der kommenden schweren Aufgaben versucht der 37-Jährige sein Team nun vor Träumereien zu bewahren. Am Samstag trifft Lemgo im Gerry-Weber-Stadion in Halle auf den HSV. Danach muss der TBV erst nach Berlin und dann nach Kiel reisen.

"Wir denken von Spiel zu Spiel und versuchen in jeder Partie erfolgreich zu sein. An unseren Saisonzielen hat sich aber nichts geändert. Uns geht es vor allem darum, unsere Fans bei den Heimspielen zu begeistern."

Neuzugänge sind integriert

Bislang ist das der Baur-Truppe gelungen. Zu Hause besitzt das Team noch eine weiße Weste. Die Steigerung gegenüber der letzten Saison erklärt sich Baur vor allem durch eine sinnvolle Einkaufspolitik.

"Wir haben die Mannschaft vor der Saison verändert und dadurch einen Qualitätszuwachs erhalten. Die Vorbereitung haben wir gut zur Integration genutzt."

Insbesondere die international erfahrenen Nationalspieler Vignir Svavarsson (Island) und Daniel Kubes (Tschechien) sorgen für eine kompaktere Defensive.

Baur sieht HSV als Favorit

Der nächste Gegner, der HSV, startete dagegen wegen seiner zahlreichen Nationalspieler, die bei Olympia im Einsatz waren, ohne eine ordentliche Vorbereitung in die Saison.

Dennoch schiebt Baur den Hanseaten die Favoritenrolle zu. "Deren Etat ist doppelt so hoch wie unserer. Aber wir wollen den HSV ärgern und mindestens ein Unentschieden holen wie im letzten Jahr."

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