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HBL-Spielleiter Uwe Stemberg wurde in Dormagen von einem Fan attackiert © imago

Der Eklat in Dormagen mit einem Polizeieinsatz und einer Fan-Attacke gegen Spielleiter Uwe Stemberg beschäftigt die Bundesliga.

Dormagen - Attacke, Protest und drohende Hallensperre: Mit einem Eklat und einem Polizeieinsatz endete das Spiel der Handball-Bundesliga zwischen dem abstiegsgefährdeten TSV Dormagen und Schlusslicht GWD Minden (31:31). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ein Fan der gastgebenden Mannschaft war kurz nach dem Schlusspfiff aufs Spielfeld gelaufen und hatte den amtlichen Spielaufseher Uwe Stemberg umgerannt. Sogar die Polizei musste eingreifen, um die Situation nicht eskalieren zu lassen.

"Ein paar Sekunden weg"

Die Handball-Bundesliga (HBL) und HBL-Justiziar Andreas Thiel kündigten am Sonntag an, bereits am Montag in Dortmund über die Strafe beraten zu wollen. "Wir werden den Vorfall prüfen und dann rasch und hart vorgehen. So etwas können wir in unseren Hallen nicht gebrauchen", sagte HBL-Sprecher Oliver Lücke.

Auch Stemberg war der Schock noch anzumerken. "Ich wollte nach dem Abpfiff die Halle verlassen und habe plötzlich einen Schlag auf den Kopf gespürt. Ich war für ein paar Sekunden weg und bin erst wieder zu mir gekommen, als sich der Dormagener Mannschaftsarzt über mich beugte", erzählte Stemberg.

Sanktionen gegen Dormagen?

Anzeige erstattet Stemberg nicht, allerdings wird vermutet, dass die Polizei weiter ermitteln wird. "Wir entschuldigen uns bei Uwe Stemberg, distanzieren uns von diesem Geschehen und werden alles unternehmen, um den Sachverhalt aufzuklären", sagte Dormagens Teammanager Thomas Dröge. (STENOGRAMME: Der 28. Spieltag)

Trotzdem muss sein Klub mit Sanktionen (mögliche Geldstrafe zwischen 5000 und 15.000 Euro) bis hin zur Hallensperre rechnen. Ein Geisterspiel wird es allerdings nicht geben. Eine Aussperrung der Fans wie im Fußball ist in den Regularien der HBL nicht vorgesehen. Möglich ist aber, dass die Dormagener eine ihrer nächsten Partien nicht in der eigenen Arena austragen dürfen.

Fan-Randale in der Halbzeit

Schon in der Halbzeitpause hatte die Polizei eingreifen müssen, als sich vor der Halle rund 30 Anhänger beider Teams in die Haare gerieten. Dormagen hat seinerseits Protest gegen die Wertung der Partie eingelegt, weil Minden in der Schlussphase angeblich acht Spieler auf dem Feld hatte.

Für den Ausgleich hatte kurz vor Schluss Barna Putics mit einem verwandelten Freiwurf gesorgt. Beim ersten Versuch hatte der Ungar noch an den Pfosten geworfen, wegen eines Regelverstoßes ließ das Schiedsrichtergespann den Wurf jedoch wiederholen. Damit hat Dormagen als Tabellen-15. nur einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz. Michiel Lochtenbergh (7/6) traf am besten für die Gastgeber, Aljoscha Schmidt (10/3) war der erfolgreichste Mindener.

In einer zweiten Begegnung des 28. Spieltags setzte sich die HSG Wetzlar mit 31:30 (15:14) bei der TuS N-Lübbecke durch. Nach schwachem Beginn entwickelte sich noch eine temporeiche Begegnung. Am Ende feierten die Gäste, bei denen Nationalspieler Sven-Sören Christophersen (8/2) überragte, ihren zehnten Saisonerfolg.

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