vergrößernverkleinern
Oscar Carlen wechselte 2008 von Ystads IF zur SG Flensburg-Handewitt © getty

Vor dem Duell gegen die Löwen schwärmt Flensburgs Coach Carlen über die Entwicklung der SG. Die Löwen geben sich selbstsicher.

Von Annette Bachert

München - Fünf Spieltage vor Saisonende steht das erste vorgezogene Endspiel in der Bundesliga an, nämlich das im Kampf um die Qualifikation zur Champions League.

Am 29. Spieltag gastieren die Rhein-Neckar Löwen in der "Hölle Nord" bei der SG Flensburg-Handewitt (Livescores und Live ab 15.45 Uhr auf SPORT1).

Beide Teams mussten in der letzten Woche knappe Niederlagen in den europäischen Wettbewerben einstecken. Die Löwen unterlagen im Champions-League-Viertelfinale knapp beim THW Kiel, Flensburg verpasste gegen die Kadetten Schaffhausen den Einzug ins Finale des EHF-Cups.

In der Liga trennt die drittplazierte SG nur ein Punkt vom Vierten aus Baden, viel spannender könnte es also um den so wichtigen dritten Platz nicht sein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Carlen ganz realistisch

"Es wird ein schweres Spiel werden, da machen wir uns nichts vor", weiß Per Carlen, der Trainer der Flensburger.

"Jeder, der die Begegnungen der Löwen mit dem HSV oder dem THW gesehen hat, weiß, auf welchem Niveau die Mannheimer spielen können. Wir müssen versuchen, die Lücken in deren Abwehr zu finden, dann haben wir eine Chance."

Aber besonders an der Defensive haben die Mannheimer in den letzen Monaten gearbeitet.

SG nun ein richtiges Team

"Wir sind nicht mehr die Mannschaft, die im November gegen Flensburg verloren hat", sagt Kent-Harry Andersson im Bezug auf das Hinspiel in der SAP Arena, das mit einem 30:26-Sieg für die Nordlichter und drei Roten Karten endete.

Rachegelüste spielen bei dieser Partie zumindest eine kleine Rolle: "Wir haben noch etwas gut zu machen", so der Sportliche Berater der Löwen.

Doch die Flensburger haben sich ebenfalls weiter entwickelt und sind laut Coach Carlen "zu einem richtigen Team zusammengewachsen". Außerdem verweist auch er auch eine Steigerung im Defensivverhalten.

Oscar ist "noch kein fertiger Spieler"

Die Meisteranwärter aus Kiel und Hamburg, gegen welche die SG ihre einzigen beiden Niederlagen des Jahres in der Liga kassierte, sieht Carlen aber auch mittelfristig nicht in Reichweite. "Unsere Mannschaft ist im Durchschnitt fünf Jahre jünger, da muss man einfach Geduld haben." (STENOGRAMME: Der 29. Spieltag)

Hinzu kommt, dass mit Trainersohn Oscar Carlen der Dreh- und Angelpunkt des Flensburger Spiels mächtig umworben wird.

Doch sein Vater hält den Zeitpunkt zu wechseln für zu früh: "Oscar hat sich in Flensburg sehr gut entwickelt. Natürlich ist er mit seinen knapp 22 Jahren noch kein fertiger Spieler. Und alles andere ist im Augenblick noch nicht entschieden."

"Auf Augenhöhe" mit THW und HSV

Verletzungssorgen plagen die SG derzeit nicht.

Auch Löwen-Coach Ola Lindgren kann derzeit personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Nur Gudjon Valur Sigurdsson fehlt weiterhin wegen einer Knieverletzung.

"Wenn wir an die Leistungen zuletzt anknüpfen können, haben wir eine gute Chance", glaubt Andersson.

Löwen-Manager Thorsten Storm sieht sein Team "auf Augenhöhe, aber eben noch nicht besser als die beiden Mannschaften aus Kiel und Hamburg."

"Das wird verdammt schwer"

Vor der Partie gegen die Nordlichter gibt er sich zurückhaltend und angriffslustig zugleich: "In Flensburg hoffe ich auf einen Auswärtssieg von uns. Aber das wird verdammt schwer in der Campushalle. Wenn wir allerdings weiterhin so konzentriert auf unserem Weg bleiben, müssen wir uns vor keiner anderen Mannschaft fürchten. Wir können dann überall gewinnen ? auch in Flensburg."

Für Andersson wird es aber nicht nur der Tabellenkonstellation wegen ein besonderes Spiel, sondern auch, weil er bis Ende 2008 als Trainer bei der SG tätig war.

"Das zählt am Sonntag aber nicht", sagt Andersson.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel