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Patrik Fahlgren feiert mit der SG einen klaren Heimsieg, Stefansson ist konsterniert © getty

Die SG nimmt die Badener vor der Pause auseinander und festigt Platz 3. Auch ein Handgemenge stört ihren Rhythmus nicht.

Von Michael Spandern

München - Mit der schlimmsten Spielhälfte der Saison haben die Rhein-Neckar Löwen ihre Chancen auf die direkte Champions-League-Quali fast schon verspielt.

Die Badener gingen bei der drittplatzierten SG Flensburg-Handewitt mit 25:32 (8:19) unter und weisen nun drei Punkte Rückstand auf die Nordlichter auf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zudem verdrängte Frisch Auf Göppingen die Löwen durch das 27:24 (12:11) gegen die MT Melsungen am Samstag vom vierten Platz.

Am 30. Spieltag treten die Göppinger beim Ola-Lindgren-Team in Mannheim an (ab 19 Uhr im LIVESTREAM auf SPORT1.de und LIVESCORES).

Nur Gensheimer ein Lichtblick

Bester Werfer für die gerade in der Abwehr herausragenden Flensburger war Lars Christiansen mit acht Toren, bei den Gästen hielt Uwe Gensheimer mit sieben Toren dagegen. (Stenogramme 29. Spieltag)

Doch den Löwen, in der Bundesliga zuletzt sechsmal erfolgreich, fehlte von Anfang an der Biss, um Revanche für die bittere Heimschlappe im November zu nehmen. Sieben Tage nach dem Champions-League-Aus gegen den THW Kiel hielten sie nur bis zum 4:4 mit. Dann zog die SG binnen zehn Minuten auf 11:5 davon.

"Wir haben den Faden verloren und zu früh oder flach abgeschlossen, was wir nicht wollten", sagte Nationalspieler Michael Müller auf SPORT1. "Das war ein kompletter Aussetzer der ganzen Mannschaft."

Handgemenge nach Tkaczyk-Foul

Und die Gastgeber bauten ihren Vorsprung wie im Rausch aus: Christiansen traf per Siebenmeter-Heber über Henning Fritz, Rechtsaußen Lasse Svan Hansen aus schier unmöglichem Winkel zum 15:6. "In der ersten Hälfte haben wir fast keinen Fehler gemacht und die Löwen völlig aus der Halle gespielt", jubelte Christiansen auf SPORT1.

Keeper Dan Beutler hatte bis dahin mehr als die Hälfte der Löwen-Würfe entschärft - auch ein Verdienst der perfekt ineinander greifenden Deckung.

Grzegorz Tkaczyks Frust entlud sich in einem üblen Foul an Jakob Heinl, danach kam es zu einem Handgemenge mit etlichen Spielern.

Rückstand schmilzt auf sieben Tore

Doch der Flensburger-Express war nicht aufzuhalten: Trainersohn Oscar Carlen sorgte für die erste zweistellige Führung, nach einer Zeitstrafe gegen den Löwen Snorri Gudjonsson legte Thomas Morgensen zweimal zum 19:7 nach.

Nach der Pause bäumten sich die Badener noch mal auf, verteidigten entschlossener und verkürzten bis zur 41. Minute auf 23:16.

Doch binnen acht Minuten stellte die SG den zur Pause bestehenden Abstand wieder her (29:18) - angeführt von Christiansen, Mogensen und Alexander Pettersson.

"Wir können nur hoffen, dass Flensburg patzt"

Auch eine offensivere Deckung brachte die ambitionierten Löwen, bei denen vor allem Star-Spielmacher Olafur Stefansson enttäuschte, nicht mehr auf Schlagdistanz heran.

"Wir können nur hoffen, dass Flensburg irgendwo patzt", meinte Müller. Angesichts der Top-Vorstellung der SG wäre dies für den 25-Jährigen allerdings "ein Wunder".

Christiansen hingegen freute sich, dass Flensburg nach dem bitteren Aus im EHF-Cup aufgestanden ist: "Wir haben heute Charakter gezeigt, egal ob auf dem Spielfeld oder auf der Bank."

Balingen streicht die Segel

Kellerkind HBW Balingen kam von den hinteren Rängen einmal mehr nicht weg: Gegen die Füchse Berlin starteten die Schwaben als Außenseiter und blieben ihrer Rolle gerecht angesichts einer 26:30 (12:14)-Niederlage.

Auch dem TSV Hannover-Burgdorf gelang es nicht, die letzten Zweifel am Klassenerhalt auszuräumen: Gegen TuS N-Lübbecke verloren die Niedersachsen deutlich mit 23:34 (10:23).

Die Spiele im Stenogramm:

SG Flensburg-Handewitt - Rhein-Neckar Löwen 32:25 (19:8)

Tore: Christiansen (8/3), Mogensen (6), Svan Hansen (5), Carlen (4), Heinl (3), Petterson (3), Karlsson (1), Boesen (1), Fahlgren (1) für FlensburgGensheimer (7), Müller (5), Bielecki (3), Stefansson (3), Groetzki (2), Harbok (2), Manojlovic (1), Gudjonsson (1), Myrhol (1) für Rhein-Neckar Löwen.

Zuschauer: 6300

Füchse Berlin - HBW Balingen-Weilstetten 30:26 (14:12)

Tore: Strand (8/4), Jaszka (7), Nincevic (5/3), Kubisztal (2), Karason (2), Laen (2), Sellin (2), Bult (2) für BerlinWilke (5/4), Müller (5), Lobedank (3), Herth (3/2), Ettwein (3), Bürkle (3), Temelkow (2), Sauer (1), Feliho (1)

Zuschauer: 7568

TSV Hannover-Burgdorf - Tus N-Lübbecke 23:34 (10:23)

Tore: Brack (7/1), Przybecki (5), Lehnhoff (4/1), Johannsen (3), Habbe (1), Jurdzs (1), Stelmokas (1), Bergmann (1) für HannoverTluczynski (9/4), Jurecki (7), Felixsson (5), Loke (4), Olafsson (3), Siodmiak (2), Niemeyer (2), Tesch (1), Bartsch (1/1) für N-Lübbecke.

Zuschauer: 3432

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