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Michael Kraus (M.) kam 2007 aus Göppingen nach Lemgo © imago

Lemgo droht in Gummersbach ein Weg nach Europa verbaut zu werden. Großwallstadt oder Berlin winkt noch ein ungeahnter Lohn.

Von Martin Hoffmann

München - Im Idealfall wird es am Ende der Saison egal sein, wer das Duell zwischen Gummersbach und Lemgo gewinnt (ab 20.45.Uhr live im TV auf SPORT1 und LIVESCORES).

Die beiden Europapokal-Finalisten haben unabhängig von ihrem Abschneiden in der Liga noch die Chance, in ihren jeweiligen Endspielen das Ticket nach Europa erneut zu lösen.

Darauf können sie sich aber eben nicht verlassen.

Es wird also - parallel zum Fernduell der Titelaspiranten Hamburg (gegen Wetzlar) und Kiel (gegen N-Lübbecke) - heiß hergehen zwischen den Endspielteilnehmern im Pokalsieger- und EHF-Cup (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Lemgo unter Zugzwang

Besonders Lemgo steht unter Zugzwang: Bei einer Niederlage ist der Mannschaft von Volker Mudrow der direkte Weg ins internationale Geschäft so gut wie versperrt.

Fünf Punkte wäre der TBV dann von Platz sechs entfernt - kaum aufzuholen in den vier weiteren Spielen.

Lemgo müsste dann den EHF-Cup gegen Schaffhausen gewinnen, um dort wieder einzuziehen oder darauf hoffen, dass Gummersbach im Pokalsieger-Cup triumphiert, so dass Lemgo nachrückt ? unter der Voraussetzung, dass Pokalfinalist Rhein-Neckar Löwen Platz drei verfehlt.

Kraus wieder dabei

Obwohl in der besseren Ausgangsposition, schiebt Gummersbach-Coach Sead Hasanefendic den Gästen die Favoritenrolle zu.

"Sicherlich nicht", lautet die Antwort von TBV-Geschäftsführer Volker Zerbe auf diese These: "Aber natürlich rechnen wir uns etwas aus beim VfL."

An Personalproblemen kann es nicht scheitern, der TBV geht wohl in Bestbesetzung in die Partie. Auch der wegen Rippenproblemen zuletzt geschonte Spielmacher Michael Kraus ist wieder mit von der Partie.

Den Gummersbachern fehlen dagegen womöglich Christoph Schindler (Rippenprobleme) und Pfahl (Magen-Darm-Infekt).

Platz acht für Europa?

Vor dem direkten Duell um Platz sechs gibt es noch ein Duell um einen Rang, der weniger wichtig erscheint.

Aber der achte Platz, um den Großwallstadt und die Füchse Berlin im direkten Duell (ab 19.Uhr live im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) konkurrieren, könnte am Ende der Saison genauso gut ins internationale Geschäft führen

Das wäre möglich, sollten die Löwen Platz drei verfehlen und wenn sowohl Gummersbach als auch Lemgo ihre Europapokal-Endspiele gewinnen.

Füchse im Lauf

Es wäre vor allem für die Berliner eine irrwitzige Saison-Pointe - liegen die Füchse doch seit fast einem halben Jahr auf Platz neun, im Zwischenreich von Gut und Böse.

Seit einigen Wochen aber befinden sich die Füchse in einem Lauf, bei fünf der vergangenen sechs Spiele gab es Siege - einzige Ausnahme: die erwartbare Pleite in Kiel.

Auch der kurzfristige Ausfall von Top-Torjäger Markus Richwien, der wegen eines Bänderanrisses frühestens zum Saisonfinale wieder fit ist, hat Berlin zuletzt verkraftet und mit 30:26 gegen Balingen-Weilstetten gewonnen.

Punktgleichheit möglich

Mit einem weiteren Erfolgserlebnis in Großwallstadt wäre Berlin punktgleich mit dem Tabellen-Achten.

Auch wenn das Torverhältnis schlechter bleiben wird - es sei denn, Berlin würde mit elf Toren oder mehr Unterschied gewinnen: Es läge dann "in unserer Hand im Endspurt noch mindestens einen Platz gut zu machen", weiß Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Ein kleiner Schritt, der mit etwas Glück einen großen Sprung für sein Projekt bedeuten könnte.

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