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Barna Putics (r.) droht mit Essen der Zwangsabstieg © getty

Für die hochverschuldeten Essener wird's im Überlebenskampf immer enger. Die HBL gibt dem Bundesligisten nur noch eine kurze Frist.

Essen - Für Bundesligist TuSEM Essen wird der Kampf ums Überleben zum Wettlauf mit der Zeit.

Nach einem Gespräch mit der Bundesliga (HBL) am Mittwoch sieht HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann für den Traditionsklub nur noch eine Sieben-Tages-Frist, um den kurzfristigen Bedarf zu decken.

"Essen hat ganz akute Finanzprobleme. Das muss in der nächsten Woche geklärt werden, sonst ist eine Insolvenz aus meiner Sicht unvermeidlich", sagte Bohmann.

Bei einem Gespräch mit TuSEM-Geschäftsführer Horst-Gerhard Edelmeier habe man dem Verein einen runden Tisch mit Geldgebern unter Vermittlung des Liga-Verbandes vorgeschlagen. Die genaue Summe der Essener Verbindlichkeiten wollte Bohmann nicht nennen.

Angeblich 400.000 Euro

Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" hatte am Mittwoch von kurzfristig benötigten 400.000 Euro berichtet, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Insgesamt soll dem dreimaligen Meister eine Million Euro fehlen.

Dazu Edelmeier: "Diese Summe umfasst jedoch auch unsere langfristigen Verbindlichkeiten." Zudem wurden schon zwei Monatsgehälter nicht ausbezahlt.

Insolvenz bedeutet Zwangsabstieg

Bohmann geht davon aus, dass die Rettung in einer Stadt wie Essen machbar sei. Eine Insolvenz würde den Zwangsabstieg bedeuten. Allerdings ist auch dann noch möglich, dass der Klub die Saison zumindest zu Ende spielt. "Die äußerste Konsequenz wäre, die Mannschaft sofort zurückzuziehen", sagt Bohmann.

Unter Geschäftsführer und Geldgeber Edelmeier seien in jedem Fall "Versäumnisse gemacht worden", sagt Bohmann: "Mittelfristig müsste ohnehin einiges auf die Beine gestellt werden. So was kann man nicht eherenamtlich machen."

Edelmeier gibt die Hoffnung nicht auf. "Wir wollen auf jeden Fall einen Weg finden, dass es weitergeht", sagte der TuSEM-Geschäftsführer der "WAZ".

TuSEM Tabellenletzter

Für TuSEM ist es die zweite schwere Finanzkrise innerhalb kürzester Zeit: 2005 musste der Verein nach einem Lizenzentzug bereits in die Drittklassigkeit absteigen.

Auch sportlich läuft es derzeit alles andere als rund. Mit 0:16 Punkten aus den ersten acht Saisonspielen ist der Klub Tabellenletzter.

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