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Hamburgs Lijewski (M.) kämpfte im Hinspiel gegen die Kieler Lundström (l.) und Narcisse © getty

Vor dem Top-Duell zwischen Hamburg und Kiel wird HSV-Boss Andreas Rudolph immer angespannter. Der THW hat Verletzungssorgen.

Frankfurt/Main - Erster gegen Zweiter, Pokalsieger gegen Rekordmeister:

Wenn Spitzenreiter HSV Hamburg am Samstag Verfolger THW Kiel (16.30 Uhr live im TV auf SPORT1) zum Meisterschafts-Showdown in der Bundesliga empfängt, geht es im Duell der Giganten auch um den möglichen Machtwechsel im deutschen Handball.

"Seit dem Sieg in Nettelstedt steigt stündlich die Anspannung", bekennt HSV-Präsident Andreas Rudolph in der "Hamburger Morgenpost".

Für den Unternehmer wäre es die Krönung seines jetzt fünf Jahre langen Engagements. 20 Millionen Euro seines eigenen Geldes hat er investiert und damit einen Kollapskandidaten zu einem Topklub formen lassen.

Kiel will Vormachtstellung behaupten

Als Kronprinz greift der Pokalsieger HSV nun nach der ersten Meisterschaft und will seinen Ein-Punkte-Vorsprung auf den Nordrivalen am drittletzten Spieltag verteidigen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Titelverteidiger Kiel (56:6) möchte seine Vormachtstellung untermauern und mit einem Sieg die Weichen für den 16. Bundesliga-Titel stellen.

Es steht also viel auf dem Spiel: Kein Wunder, dass HSV-Kreisläufer Igor Vori die Stimmung vor dem Nordderby in der seit Wochen ausverkauften Hamburger Arena (13.177 Zuschauer) anheizt.

"Wir gewinnen mit einem Tor Unterschied. Dann sind wir Meister", sagt Vori in der "Sport Bild" und meint mit Blick auf das 29:29-Unentschieden im Hinspiel: "Da haben wir den möglichen Sieg unglücklich aus der Hand gegeben. Das wird uns am Samstag nicht passieren."

"Kein großer Vorteil für den HSV"

Die Kieler strotzen ungeachtet der Verletztenmisere vor Selbstvertrauen. Der Champions-League-Halbfinalist hat den effektivsten Angriff (1043 Tore), die stabilste Abwehr (789) und im Vergleich mit dem HSV die um 58 Treffer bessere Tordifferenz.

Selbst der Heimvorteil der Hamburger schreckt THW-Coach Alfred Gislason nicht: "Dieser Druck kann auch belasten. Es ist kein großer Vorteil für den HSV", sagte der Isländer - außerdem: "Topmannschaften wie wir können mit lauten Arenen gut umgehen."

Allerdings plagen die "Zebras" vor dem Prestigeduell große Personalsorgen im Rückraum. Der Einsatz des Zwei-Meter-Hünen Momir Ilic ist wegen einer Überdehnung des Kreuzbandes im rechten Knie fraglich.

Jicha fit

Definitiv fehlen wird der schwedische Nationalspieler Kim Andersson (Knie-OP). Zumindest bei Filip Jicha gab es Entwarnung: Der Tscheche kann nach überstandener Wadenzerrung auflaufen.

Bei Kiel ruhen viele Hoffnungen auf dem französischen Weltklassekeeper Thierry Omeyer, die Hamburger haben dafür den besten Bundesliga-Torschützen der Saison 2009/2010 in ihren Reihen:

Außenspieler Hans Lindberg erzielte in 31 Spielen 240 Tore (davon 124 Siebenmeter). Bester Kieler ist in dieser Statistik als Vierter der 28-jährige Jicha mit 173 Toren (39).

HSV geht Kartfahren

Der HSV muss nach dem Spitzenspiel noch gegen Hannover-Burgdorf (28. Mai) und dann in Balingen-Weilstetten (5. Juni) antreten. Kiel empfängt die Balinger (2. Juni) und reist am letzten Spieltag nach Großwallstadt (5. Juni).

Die Gastgeber stimmten sich auf das Gipfeltreffen mit einem teaminternen Duell auf der Rennbahn ein: Beim Kartfahren versuchten die HSV-Profis den Kopf freizubekommen.

"Die Jungs konnten so noch einmal abschalten", sagte Schwalb.

Die Spieler wurden aber allesamt abgehängt: von Mirko Großer, Betreuer der Hanseaten. Der HSV kann nur hoffen, dass es kein schlechtes Omen ist.

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