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Alfred Gislason (l.) kann gegen den HSV wieder auf Filip Jicha zurückgreifen © imago

Der THW benötigt im Kampf um die Deutsche Meisterschaft einen Sieg beim HSV. Coach Alfred Gislason schottet seine Spieler ab.

Von Nikolai Kube

München/Hamburg - Verlieren verboten.

Für den THW Kiel steht im Showdown der Bundesliga beim HSV Hamburg (Sa., 16.30 Uhr live im TV auf SPORT1) einiges auf dem Spiel.

Denn: Bei einer Niederläge wäre der Meisterschaftszug bereits zwei Spieltage vor Saisonende so gut wie abgefahren, der HSV hätte seinen Vorsprung auf drei Punkte ausgebaut. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ein Blick auf das Restprogramm verrät: Das Team von Martin Schwalb würde sich in den verbleibenden Spielen gegen Aufsteiger Hannover-Burgdorf und Balingen-Weilstetten den Titel wohl nicht mehr streitig machen lassen.

Hens: "Es wird ein Fight"

Der THW stände das erste Mal seit sechs Jahren mit leeren Händen da.

Umso intensiver wird das Spiel am Samstag wohl geführt werden, weiß auch Hamburgs Pascal Hens bei SPORT1: "Beide Mannschaften haben über die gesamte Saison sehr konstant gespielt. Es wird ein enges Spiel, ein Fight werden."

THW schottet seine Spieler ab

Die "Zebras" sind sich dem Ernst der Lage bewusst. Der Klub schottet die Spieler von der Öffentlichkeit ab. Der Fokus soll voll und ganz auf den Meisterschafts-Thriller gerichtet werden.

Gut möglich, dass es sich dabei um ein taktisches Scharmützel von Trainer-Fuchs Alfred Gislason handelt, um auch das letzte Quäntchen aus seiner Mannschaft herauszukitzeln.

Gislason als "unglaublicher" Motivator

"Seine Stärke ist, dass er das optimale aus seinen Spielern herausholt", sagt SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar.

Gislason sei ein unglaublicher Motivator. "Wenn der seine Spieler in der Mannschaftsbesprechung bei den Eiern packt, gehen die schon mit der richtigen Einstellung aufs Feld", so der Ex-Nationalspieler mit einem Augenzwinkern.

Ohnehin sei in Kiel - genau wie in Hamburg - der Coach der eigentliche Star des Teams:

"Das ist ähnlich wie bei Jose Mourinho und Louis van Gaal", wagt Kretzschmar einen Vergleich zum Fußball, "die Leistung der Trainer ist fast höher einzuschätzen als die der Mannschaft".

"Wir werden mutig auftreten"

Während sich die Spieler im Stillen auf den HSV vorbereiten, marschiert Gislason vorne weg. "Meine Jungs werden das schaffen, da habe ich ein großes Vertrauen. Wir werden mutig auftreten", sagt der Isländer.

Personell hat sich die Lage etwas entspannt.

Verzichten muss Gislason im Spiel der Spiele definitiv auf den Schweden Kim Andersson (Knie-Operation), der Einsatz von Momir Ilic (Überdehnung des Kreuzbandes) ist unwahrscheinlich.

Jicha wieder einsatzbereit

Doch immerhin Filip Jicha steht nach überstandenen Wadenproblemen wieder zur Verfügung.

Dass der THW die ganze Saison über mit Verletzungen von Stammspielern zu kämpfen hatte, ist für den Trainer auch der Grund dafür, dass seine Mannen, nach der überragenden letzten Saison mit nur drei Minuspunkten, dieses Jahr bereits viermal den Platz nicht als Sieger verließen.

Mit der Entwicklung der Mannschaft ist Gislason dennoch zufrieden: "Das Team hat sich spielerisch und taktisch enorm weiterentwickelt."

"Pommes" Hens lobt den Konkurrenten

Von schwächelnden Kielern will auch "Pommes" Hens gegenüber SPORT1 nichts wissen:

"Der THW spielt eine konstante Saison, wie sie es die letzten Jahre auch gemacht haben."

Die Neuzugänge hätten sich gut integriert und "die Abgänge wurden perfekt kompensiert", analysiert Hens die Lage beim Meisterschaftskonkurrenten, dessen Trainer nur so vor Selbstbewusstsein strotzt.

"Wir haben oft genug bewiesen, dass wir Druck vertragen." Die Spitzenpartie kann kommen.

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