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Filip Jicha (r.) wechselte 2007 vom TBV Lemgo zum THW Kiel © getty

Im Kampf um die Meisterschaft gelingt den "Zebras" der wichtige Sieg im Spitzenspiel beim HSV. Doch der THW muss lange zittern.

Hamburg - Der deutsche Rekordmeister THW Kiel steht unmittelbar vor seinem 16. Titelgewinn.

Die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason gewann das Bundesliga-Spitzenspiel beim HSV Hamburg mit 33:31 (14:15) und übernahm zwei Spieltage vor Saisonende die Tabellenführung mit einem Punkt Vorsprung vor den Hanseaten. (Stenogramme 32. Spieltag)

Im Fall eines Triumphs am 5. Juni wäre es für die Schleswig-Holsteiner zugleich der sechste Meisterschafts-Gewinn in Folge. Zudem winkt dem THW noch der Triumph in der Champions League, wo man im Final Four in Köln steht.

HSV verliert die Spitze

Dagegen droht dem DHB-Pokalsieger aus Hamburg zum dritten Mal nach 2007 und 2009 der undankbare zweite Platz in der Liga.

Die Hanseaten hatten über weite Strecken der Saison an der Tabellenspitze gestanden. Zuletzt hatte Kiel am 23. Spieltag die Führung an den HSV verloren, war dem Rivalen aber mit einem Punkt Abstand auf den Fersen geblieben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schwalb gratuliert zum Titel

"Ich bin stolz auf meine Jungs. Sie haben eine super Leistung abgeliefert und in der Endphase die Nerven behalten. Das bedeutet aber nicht, dass wir schon Meister sind", sagte Kiels Coach Alfred Gislason.

Dies sah sein Gegenüber Martin Schwalb ganz anders: "Unter dem Strich war der THW einfach besser und ist verdient deutscher Meister. Wir haben einfache Tore zugelassen. Das war der Schlüssel für die Niederlage. Wir können trotzdem stolz auf unsere Saison sein. Nächstes Jahr werden wir wieder eingreifen."

Spannende Partie

13.296 Zuschauer in der ausverkauften Hamburger Arena erlebten über weite Strecken das erwartet spannende und ausgeglichene Duell zwischen zwei der weltbesten Teams.

Zwar lag der THW zumeist knapp in Front, doch die Gastgeber blieben lange Zeit dran und ließen den Gegner zunächst maximal zwei Tore davonziehen. Die erste Drei-Tore-Führung gelang den Gästen beim 19:16 in der 38. Minute.

Starke Abwehrreihen

Dabei wurde die Partie besonders von den Abwehrreihen dominiert, die den gegnerischen Schützen das Leben schwer machten.

Vor allem der HSV tat sich im Angriff schwer und vergab zudem immer wieder gute Möglichkeiten durch ungenaue Würfe.

Die Gäste nutzten ihre Chancen besser und ließen sich auch von einer zumindest phasenweise starken Leistung von Nationaltorwart Johannes Bitter nicht aus der Ruhe bringen.

Lindberg trifft zehn Mal

Trotz der personellen Schwächung durch die Ausfälle der THW-Asse Kim Andersson und Momir Ilic fielen die entscheidenden Tore aus dem Kieler Rückraum.

Bester Werfer war dabei der Tscheche Filip Jicha (8). Auf Hamburger Seite traf Hans Lindberg (10) am häufigsten.

Leichtes Restprogramm

Die Hoffnungen des HSV auf den Meistertitel dürften angesichts des Restprogramms eher gering sein.

Während die Hamburger selbst noch gegen Hannover-Burgdorf (28. Mai) und in Balingen-Weilstetten (5. Juni) antreten, empfängt der THW die Balinger (2. Juni) und reist am letzten Spieltag zum TV Großwallstadt.

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