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Felix Lobedank wechselte 2005 vom HSC Coburg zum damaligen Zweitligisten Balingen © imago

Hinspielsieger Balingen hofft leise auf ein Loch beim THW. All-Star Felix Lobedank kündigt bei SPORT1 pfiffige Taktiken an.

Von Michael Spandern

München - Nur drei Tage nach dem kräftezehrenden Final 4, das der THW mit dem Triumph in der Champions League krönte, steht für die Kieler Revanche auf dem Plan.

Der Spitzenreiter empfängt mit der HBW Balingen-Weilstetten seinen einzigen Hinrunden-Bezwinger (ab 20.15 Uhr live im TV auf SPORT1 und LIVESCORES).

Und Felix Lobedank, dem am Vorheiligabend die beiden entscheidenden Tore für die "Gallier" gelangen, verspricht den Kielern bei SPORT1 erneut Überraschungen: "Wir haben Maßnahmen trainiert, wie man diese Star-Truppe bremsen kann. Das versuchen wird so lange wie möglich. Dann wird man sehen, was passiert."

Zuvor hat EHF-Cup-Gewinner TBV Lemgo bei der drittplatzierten SG Flensburg-Handewitt (ab 18.30 Uhr live im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) ebenfalls in einem Nachholspiel die Chance, den siebten Platz abzusichern.

Vorgabe lautet: schönes Spiel

"Handball braucht Wunder" hatte Balingens Manager Benjamin Chatton nach dem Hinspiel schnell eine neue Bedeutung für das Vereinskürzel gefunden.

In das Auswärtsmatch geht der Tabellen-15. zwar mit der "leisen Hoffnung, dass der THW nach dem intensiven Champions League-Wochenende in ein psychisches Loch fallen könnte". (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch die Schwaben geben als Vorgabe lediglich aus, "den Fernsehzuschauern ein schönes und so lange wie möglich auch spannendes Handballspiel zu präsentieren".

Was zaubert Brack aus dem Hut?

Aber das Schön-Spielen steht bei Lobedank nicht an erster Stelle: "Ich gewinne lieber mit nicht so schönem Spiel", sagt der 25-Jährige und möchte vor allem die Heimpleite gegen Lübbecke vom vorigen Spieltag vergessen machen.

Mit 0-8-15-Handball aber würde sein Team vom THW erschossen. "Wir müssen uns etwas einfallen lassen und da ist Rolf Brack einer, der tief in eine Trickkiste greift, die nur er kennt", setzt er auf den für ungewöhnliche Taktiken bekannten Trainer. (Stenogramme 33. Spieltag)

Die Chancen auf einen erneuten Coup seien gleichwohl verschwindend, da die Kieler noch auf der Euphorie-Welle schwämmen: "Wir hoffen natürlich, dass die Kieler kräftig gefeiert haben, gehen aber nicht davon aus, dass sie satt sind."

"Jahrhundertsieg war nicht unbedingt ideal"

"Alfred Gislason wird denen schon klar machen, dass die Deutsche Meisterschaft Priorität hat", erläutert Lobedank. Da stünde bei den Kielern der Gedanke an Revanche eher hinten an. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich lange mit dem Hinspiel beschäftigen."

Anders als der HBW: "Wir haben nach dem Hinspiel ein wenig den Alltag vergessen, dann wurden wir hart in die Realität zurückgeholt", berichtet der Rückraumspieler. "Daher war der Jahrhundertsieg im Nachhinein nicht unbedingt ideal für uns."

Er nach dem 31. Spieltag stand der Klassenverbleib fest. Das dürfe in der nächsten Spielzeit gerne früher passieren.

Auch Angebot aus Göppingen

"Das wird aber nicht einfacher, wenn man sieht, wie die Konkurrenz in der unteren Tabellenhälfte und die Aufsteiger aufrüsten. Die wirtschaftlichen Verhältnisse hier sind beschränkt", räumt Lobedank ein.

Lobedank verlängerte seinen Vertrag dennoch bereits im Februar bis 2012 - obwohl er "irgendwann mal international spielen" möchte und unter anderen Angeboten eines aus Göppingen hatte.

Dafür endet die Saison am Sonntag mit einem unverhofften Auftritt inmitten der internationalen Stars: Seine Nominierung fürs All Star Game sei "eine Riesenüberraschung, weil ich auf Rückraum rechts ganz andere Spieler erwartet hätte: Alexandros Vasilakis, Marcin Lijewski oder Christian Zeitz."

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