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Alfred Gislason wechselte 2008 nach zwei Jahren beim VfL Gummersbach nach Kiel © getty

Kiels Trainer wirft dem Verband vor, einigen deutschen Nationalspielern vom Wechsel zum THW abzuraten. Drei hätten abgelehnt.

München - Alfred Gislason erhebt schwere Vorwürfe gegen den DHB: "Ich weiß, dass der Deutsche Handball-Bund mitunter Spielern davon abrät, zu uns zu wechseln", behauptet der Trainer des THW Kiel in der "Sport-Bild". "Weil es bei uns halt keine Einsatzgarantien gibt."

Er reagierte damit auf die wiederholte Kritik des Bundestrainers Heiner Brand, dass die Kieler kaum deutsche Nationalspieler unter Vertrag haben.

"Der THW hatte in der Vergangenheit Interesse an gestandenen Nationalspielern wie zum Beispiel Pascal Hens, Holger Glandorf und Michael Kraus", sagt Gislason. "Aber sie wollten nicht zum THW." Hens spielt beim Pokalsieger HSV, seine Rückraum-Kollegen Glandorf und Kraus beim EHF-Cup-Sieger TBV Lemgo. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Aus dem Schatten von Serdarusic

Zudem wehrt sich der Isländer gegen die Unterstellung, die Kieler spielten einseitig und setzten im Angriff zu oft die Brechstange an.

Die "vermeintlichen Experten", die das behaupten, hätten das Spiel des THW nicht verstanden. "Und wer uns nicht entschlüsselt, der wird uns kaum bezwingen." (Stenogramme 33. Spieltag)

Gislason, der in Kiel 2008 den trotz aller Erfolge geschassten Noka Serdarusic beerbte, ist erleichtert, nun aus dessen Schatten getreten zu sein und mit dem Champions-League-Triumph die großen Erwartungen erfüllt zu haben.

Lorbeer für Palmarsson

"Unseren Rivalen kann ich versprechen: Wir werden noch besser", sagt der 50-Jährige und baut darauf, dass Daniel Narcisse diesmal die gesamte Vorbereitung mit dem THW bestreitet: "Dann hilft er uns noch mehr."

Und seinem Landsmann Aron Palmarsson attestiert er "das Potenzial zu einem Weltklasse-Mann. Packt er das charakterlich, dann kann er eine Führungsfigur werden, wie es bei uns Stefan Lövgren als Kapitän jahrelang war."

Als Teil der ruhmreichen THW-Historie mag er den Ex-Manager Uwe Schwenker, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Manipulationsverdachts ermittelt, nicht leugnen: "Uwe ist mein Freund. Wir halten Kontakt", betont Gislason. Schwenker habe den Klub "zu einer sehr guten Adresse im Handball gemacht".

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