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Kiels Topschütze Filip Jicha liegt in der HBL mit 187 Toren an fünfter Stelle © getty

Kiel will in Großwallstadt sein Meisterstück machen. Topschütze Filip Jicha erklärt, was den THW von den Rivalen unterscheidet.

Von Ingo Weber

München - Ein Pünktchen noch, dann hat der THW Kiel seinen 16. Meistertitel im Briefkopf.

Und vor dem letzten Spieltag (ab 16.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) glaubt keiner, dass sich der Rekordmeister beim Tabellenachten TV Großwallstadt die Butter vom Brot nehmen lässt.

Verfolger HSV Hamburg, der zeitgleich in Balingen antritt, hat den Kielern bereits nach der 31:33-Niederlage im direkten Duell gratuliert.

"Ich will am Samstag die Meisterschaft gewinnen und mit dem THW auch nächste Saison fleißig Titel sammeln", sagt Filip Jicha bei SPORT1.

"Immer alles in der eigenen Hand"

Der beste Torjäger der Champions League warnt aber auch: "Jeder Handballer weiß, wie schwer ist, in Großwallstadt zu bestehen. Für uns ist es das vierte Topspiel in zwei Wochen und wir müssen erneut unter Beweis stellen, wo wir stehen."

Nach dem Triumph in der Königsklasse weiß der Tscheche aber genau, wo das ist: "Wir sind zu Recht Europas Nummer eins." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Selbst die Verletztenmisere in der Hinrunde und die Niederlage in Balingen rüttelte nicht am Selbstvertrauen der Kieler: "Wir haben immer an uns geglaubt und trotz der einen oder anderen Niederlage immer alles in der eigenen Hand gehabt."

Und am Mittwoch gelang im Rückspiel gegen den HBW auch eindrucksvoll die Revanche.

Lob für Trainer und Umfeld

Jicha, der nach dem Weggang von Nikola Karabatic die Hauptlast im Rückraum schultert, erklärt auch, was den THW vom HSV unterscheidet.

"Es reicht nicht nur zu sagen, dass man Meister werden will", betont er. "Erfolge muss man sich hart erarbeiten."

Ein Seitenhieb auf die Hamburger Spieler, denen ihr Sportchef zuletzt mangelnde Professionalität unterstellte, soll das aber nicht sein: "Kiel erlaubt sich keine Seitenhiebe gegen andere Vereine. Der THW schaut immer nur auf sich selbst."

Zudem hätten Trainer, Spieler und Umfeld eine sehr enge Bindung: "Da stimmt einfach die Chemie."

Vertrag bis 2014 verlängert

Das gab für Jicha auch den Ausschlag, seinen Vertrag in Kiel bis 2014 zu verlängern: "Meine Familie und ich fühlen uns im Norden sehr wohl. Mit Kiel habe ich eine Stadt gefunden, in der Handball gelebt wird." Zudem seien die Mitspieler auch Freunde. (Stenogramme 33. Spieltag)

Daher gelte die Aussage des Ex-Managers Uwe Schwenker, kein Konkurrent im In- oder Ausland könnte Spieler weglocken, auch weiterhin. "Aber ich denke, ein Spieler muss selbst wissen, ob er von Kiel weg möchte oder nicht."

Er selbst ist durch den Champions-League-Triumph noch erfolgshungriger geworden: "Dieses Gefühl, dass ich jetzt zusammen mit der Mannschaft in Köln erlebt habe, ist einfach unvorstellbar. Meine Motivation ist, dieses Gefühl einfach noch häufiger zu erleben."

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