Kiel dominiert auch nach dem großen Umbruch im Verein die Handball-Szene. Das haben die Norddeutschen vor allem Alfred Gislason zu verdanken.

Eine Übergangssaison hatte es werden sollen für den THW Kiel. Herausgekommen sind die 16. deutsche Meisterschaft und der zweite Titel in der Champions League.

Der deutsche Rekordmeister hat den mit Spannung erwarteten Umbruch nach der Ära Stefan Lövgren viel schneller als erwartet vollzogen, und das mit einem beeindruckenden Resultat.

Der Abtritt des unumstrittenen Leitwolfes, das nicht von Erfolg gekrönte Gezerre um Ausnahmespieler Nikola Karabatic und dessen Kumpel Vid Kavticnik sowie die massive Unruhe im Umfeld des Vereins aufgrund der nach wie vor nicht aufgeklärten Manipulationsaffäre - all das hat Alfred Gislason nicht davon abhalten können, die Vormachtstellung seines Teams zu festigen.

Die Erfolge sind vor allem Verdienst des Trainers, der auf bestem Wege ist, in Noka Serdarusic' große Fußstapfen zu treten.

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Der Isländer integrierte die Neuzugänge Momir Ilic, Christian Sprenger und mit fortschreitendem Saisonverlauf auch Daniel Narcisse, vermittelte ihnen das THW-typische Selbstbewusstsein und die nötige Fokussierung.

Er bildete eine Mannschaft, die auch die Ausfälle von Ilic und Kim Andersson zu kompensieren wusste, ließ Spieler aus der zweiten Reihe über sich hinauswachsen und setzte in entscheidenden Momenten taktische Glanzpunkte.

Trotz des Pokalsiegs des großen Rivalen aus Hamburg: Von einer Wachablösung, die schon von einigen Seiten ausgerufen wurde, kann keine Rede sein.

Die Konkurrenz, in erster Linie die des HSV und in einiger Zeit auch die der Rhein-Neckar Löwen, bastelt eifrig an Teams, die den THW gefährden können. Doch leichter als in der vergangenen Saison wird diese Aufgabe in der kommenden Spielzeit bestimmt nicht.

Verglichen mit 2009 steht dem THW ein ruhiger Sommer bevor. Mit Milutin Dragicevic für die Kreisläuferposition und Daniel Kubes als Defensivspezialist hat Gislason nur zwei Bausteine in ein intaktes Gebilde einzufügen.

Gut möglich, dass die Wachablösung im deutschen Handball noch länger auf sich warten lässt.

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