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Marcus Ahlm löste vor der Saison Stefan Lövgren als THW-Kapitän ab © imago

Die Spieler des alten und neuen Deutschen Meisters machen die Nacht zum Tage. Dabei bekommt Konkurrent Hamburg sein Fett weg.

Kiel - Jubel, Double, Heiterkeit - mit einer ausgelassenen Fete mit rund 20.000 Fans auf dem Rathausmarkt der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt hat der THW Kiel eine Woche nach dem Triumph in der Handball-Champions League am Samstag bis spät in die Nacht hinein auch seinen erneuten Meistertitel gefeiert.

Am letzten Spieltag der Saison triumphierten die "Zebras" mit 27:24 (14:9) beim TV Großwallstadt und behaupteten damit ihren einen Punkt Vorsprung vor dem HSV Hamburg, der zum Abschluss mit 35:25 (18:13) bei HBW Balingen-Weilstetten gewann (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"THW ist Meister, Hamburg ist nur Zweiter, Hamburg nur Dritter, oh wie ist das bitter...", sangen die Spieler des THW zur Begeisterung ihrer Anhänger im Konfettiregen auf dem Rathausbalkon.

THW - totaler Handball Wahnsinn stand auf ihren weißen Meister-Sweatern.

Wieder hatten sie den Angriff der Hanseaten abgewehrt und schon zum sechsten Mal in Folge den Titel gewonnen. Insgesamt war es bereits die 16. Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Bierdusche für Gislason

"Eine unglaubliche Saison", sagte Filip Jicha, der zum besten Spieler der Bundesliga gewählt wurde: "Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir vor einer Woche die Champions League gewonnen haben und heute die deutsche Meisterschaft - ein Traum!"

Die Meisterschale hatten die Kieler schon nach dem Großwallstadt-Spiel in Aschaffenburg aus der Hand des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer entgegengenommen.

Trainer Alfred Gislason musste dabei die obligatorische Bierdusche von Christian Zeitz erdulden.

"Er wird beim Trainingsauftakt Mitte Juli merken, was das für Folgen hat", meinte der Erfolgscoach mit einem Augenzwinkern: "Realisieren werde ich das Ganze wohl erst, wenn ich in einer Woche auf der Terrasse sitze."

20.000 beim Public Viewing

In der letzten Partie hatten die Kieler zunächst Startschwierigkeiten und lagen schnell 0:4 zurück. Erst in der 16. Minute erzielte Jicha das 7:7, danach ließen sich die Meister nicht mehr von der Spitze verdrängen (Stenogramme 34. Spieltag).

Die Stimmung der 20.000 beim Public Viewing in Kiel wurde immer ausgelassener, das Bier floss trotz der sommerlichen Hitze in Strömen.

"Oh, wie ist das schön", sangen die Massen, die dann aber bis kurz vor 23.00 Uhr warten mussten, ehe ihre Lieblinge nach einem Charterflug nach Kiel-Holtenau per Autokorso in der Innenstadt ankamen.

Gratulation von Schwalb

Die Hamburger hatten in Balingen keinerlei Probleme, der erhoffte Ausrutscher des Nordrivalen blieb aber aus. Zum dritten Mal hintereinander kamen die Hamburger also nur als Zweiter ins Ziel. Die Entscheidung im Meisterschaftskampf brachte wie erwartet der 33:31-Sieg der Kieler in Hamburg zwei Spieltage vor Saisonende.

"Der THW ist verdient Meister geworden", sagte HSV-Trainer Martin Schwalb: "Aber auch wir können stolz sein, obwohl natürlich ein bisschen Enttäuschung da ist." Mit sieben Minuspunkten spielte der HSV immerhin die beste Saison seiner Geschichte.

Kubes an die Förde

Schon rüsten beide Topteams für den Meisterschaftskampf in der kommenden Saison auf. Kiel 126233verpflichtete am Samstag den tschechischen Nationalspieler Daniel Kubes vom TBV Lemgo.

Hamburg buhlt weiterhin um die Dienste von Nationalmannschaftskapitän Mimi Kraus und hat den Vertrag mit Pascal Hens um fünf Jahre verlängert. Wahrscheinlich werden in der kommenden Saison aber auch die finanzkräftigen Rhein-Neckar-Löwen noch ein größeres Wort im Titelkampf mitsprechen.

Löwen sichern Platz vier

Die Mannheimer erreichten nach einer für sie enttäuschenden Spielzeit durch einen 36:27-Erfolg über die HSG Wetzlar Platz vier und haben die Chance, sich für die Champions League zu qualifizieren, die der Überraschungs-Dritte SG Flensburg-Handewitt neben den beiden Topteams schon sicher hat.

Der VfL Gummersbach spielt im Europacup der Pokalsieger, Frisch Auf Göppingen, Lemgo und Großwallstadt vertreten die Bundesliga im EHF-Pokal.

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